Leben, das ist das Allerseltenste in der Welt - die meisten Menschen existieren nur. ... Oscar Wilde



Freitag, 20. Januar 2012

Der Countdown läuft.

Eigentlich soll ich ja einen Artikel über den Maya-Kalender schreiben. Beziehungsweise über das Ende des Maya-Kalenders und über das daraus resultierende Ende der Welt. Beim Recherchieren bin ich auf diese Webseite gestossen: www.21dezember2012.org. Nach zwei Minuten auf der Seite rast mein Herz, ich bin schweissgebadet - bildlich, nicht buchstäblich. Über zwanzig Vorhersagen und Szenarien werden aufgelistet, wie und warum die Welt im Dezember 2012 enden wird. "Der Bibel Code", "Prophezeihungen des Nostradamus", "Viren und Bakterien" und sogar "Die Finanzkrise" stehen da. Spätestens beim Artikel über Polsprünge und Sonnenstürme und bei den Aussagen der Hopi Indianer fange ich an, tatsächlich an den Untergang zu glauben. Währenddem läuft auf der linken Seite der Countdown. 336 Tage 00:31:58 bis zum 21. Dezember 2012 / 00:00. 336 Tage 00:31:57. 56. 55. 54. Wertvolle Sekunden. 48. Und ich. 45. Sitze nur rum. 39. Und gucke zu. 32. Wie die Zeit durch meine Finger rinnt. 20.
Schade, dass ich im Dezember wieder in Europa sein werde. Dort wird die Welt nämlich sieben Stunden vor Amerika untergehen. Ich denke, ich werde ein youtube-Video machen, damit sich das Land der unbegrenzten Möglichkeiten vorbereiten kann. Auf den Untergang. Und in den verbleibenden 336 Tagen 00:27:06 werde ich ganz viele Sachen tun. Ich werde wieder stricken lernen und ganz viel lesen, ich werde gute Musik hören und am Rhein sitzen und Menschen sagen dass ich sie gerne habe und Gleitschirm fliegen und Schokolade essen und endlich wieder einmal zum Frisör gehen. Ich werde leben. Und wenn am 21. Dezember 2012 um 00:00 die Welt untergeht, werde ich nichts bereuen. Und wenn die Welt am 22. Dezember 2012 noch immer existiert, werde ich auch nichts bereuen.
Was tust du in den nächsten 336 Tagen?

Dienstag, 3. Januar 2012

Grenzenlos - voll und ganz

Es gibt Tage
Stunden, Minuten
Wochen, Sekunden
da darf man einfach mal nur glücklich sein.
Auch wenn es vielen Menschen schlecht geht,
auch wenn die Sonne irgendwann versinkt,
auch wenn alles vergänglich ist und
wir für nichts eine Garantie haben.
Auch wenn es so viele Gründe gäbe,
es nicht zu sein.
Es gibt Tage
Stunden, Minuten
Wochen, Sekunden
da darf man einfach mal nur glücklich sein.
Man duscht mit Glück, lässt es durch die Finger rinnen, man tanzt darin und wirft es hoch wie Konfetti. Man teilt und verschenkt und isst und saugt es auf. Mit jeder Pore, mit allen Sinnen; Glück, nichts anderes als Glück.
Das ist weder ignorant noch egozentrisch, das ist pure Lebensfreude und Dankbarkeit. Auf dass es ein Jahr mit vielen glücklichen Tagen, Stunden und Minuten, Wochen und Sekunden werde.

Montag, 2. Januar 2012

Morgenwonne

Ich bin so knallvergnügt erwacht.
Ich klatsche meine Hüften.
Das Wasser lockt. Die Seife lacht.
Es dürstet mich nach Lüften.

Aus meiner tiefsten Seele zieht
Mit Nasenflügelbeben
Ein ungeheurer Appetit
nach Frühstück und nach Leben.
Joachim Ringelnatz