Leben, das ist das Allerseltenste in der Welt - die meisten Menschen existieren nur. ... Oscar Wilde



Freitag, 29. April 2011

Anyway - Gott und die Kinder

Hat Gott die Kinder weniger lieb, weil sie friedlich oder weniger friedlich spielen, nicht ruhig sitzen oder stehen und ihn nicht stundenlang andächtig anbeten? Hat er sie weniger lieb, weil sie sich nicht verbeugen, keine fünf Ave-Marias sagen und nicht das Kreuz küssen? Hat er sie weniger lieb, weil sie keine prächtigen Gewänder tragen sondern im Dreck spielen und Sandburgen statt Goldkirchen bauen? Können wir Gott, wenn wir älter werden, nur durch Formen nah sein? Müssen wir so unsere Sünden abarbeiten, die wir als Kinder noch nicht hatten?
Wahrscheinlich fehlt mir einfach das Verständnis. Leider. Aber ich bin überzeugt, dass all diese Rituale nicht nötig sind, um Gott nah zu sein. Er ist da; immer, überall, für jeden.

Definition

Manchmal muss man etwas ertragen, das man lieber nicht ertragen würde. Das nennt man dann leiden.

Donnerstag, 28. April 2011

The Voluntary Human Extinction Movement

"VHEMT-Freiwillige sind Realisten. Wir wissen, daß wir nie eine Erde ohne Menschen sehen werden."

Oha, sind das kluge Leute! Das ist in etwa so, wie wenn ich sage: "Ich spendiere dir ein Bier, wenn die Welt 2012 wirklich untergeht." Hahaha.

"Aber wir müssen alle mitmachen."

Ja! Come on let's sing a song - come on let's get extinct.

Puh, beim Durchstöbern der Webseite kann man - äh - bewegende Entdeckungen machen. Wer mag, mache sich selber ein Bild:


ehrlichkeit

unüberlegt
vorschnell
herzklopfen
anmelden
nervös
erzählen
reue
abwägen
rückgängig
spannung
gewissen
angst
antwort
desiderio
müde
teilen
sein

vertrauen

Dienstag, 26. April 2011

Hanna

Ich kenne eine Frau, die will Gefängnispfarrerin werden. Oder Flughafenpfarrerin. Oder so etwas. Sie sagt, sie möge Leute, die ankommen und weggehen, die auf dem Weg sind. Sie sagt, sie möge Menschen mit Gepäck. Für mich heisst das irgendwie, dass sie alle Menschen mag. Denn jeder ist doch irgendwie auf dem Weg. Es gibt keinen Stillstand. Und jeder schleppt das ein oder andere Dingens mit sich rum, vielleicht nur etwas ganz kleines in der Manteltasche, vielleicht ein Rollkoffer, den man hinter sich herziehen kann, vielleicht eine Reisetasche mit abgerissenen Trageriemen und vielleicht lastet das Gepäck auch in einem grossen Rucksack auf den Schultern. Aber man ist ständig auf dem Weg von da nach dort, man nimmt dies mit und lässt jenes zurück. Sei es nun von Gate A nach Gate D mit einem Plastiksack voller Mitbringsel aus einem fremden Land, sei es auf dem Weg der Einsicht, mit einem Fass voller Reue, oder auch einfach nur auf dem Weg durch die Zeit, mit Bildern und Erinnerungen.
We all are people on the way. And we all are people with luggage.

Sonntag, 17. April 2011

Wandern durch die Zeit

Ich mache mich auf. Ich mache mich auf eine Reise, ohne Ziel, ohne Plan. Planlos, ziellos. Aber ich mache mich auf. Sie wird mich über Hügel und durch Flüsse führen, durch einsame Steppen und belebte Wälder. Ich werde sicher vor dem ein oder anderen Abgrund stehen - aber ich werde Brücken suchen und finden. Und wenn nicht, steige ich eben hinunter, bis ganz nach unten. Und auf der anderen Seite wieder hoch. Ich begebe mich auf eine Reise in die Ungewissheit, ins Innerste. Niemand weiss, was mich erwartet. Ob mich überhaupt etwas erwartet. Ich erwarte nämlich nichts. Ich lasse alles auf mich zukommen. Obwohl - nein, ich mache mich ja auf, ich gehe darauf zu. Wie auch immer, ich mache mich auf, auf eine Reise, ohne Ziel, ohne Plan, in die Ungewissheit, ins Innerste. Wir werden sehen, wie und ob ich zurückkehren werde, ob sie mich prägen oder verändern wird. Ich werde Bilder sammeln, und Gerüche, und Gesichter und Wortfetzen. Und dann werde ich alles Bündeln und fest verstauen, nachdem ich es ausgiebig betrachtet habe. Aber zuerst einmal mache ich mich auf und gehe sammeln. Ich mache mich auf, auf ins Unbekannte.

Freitag, 15. April 2011

A child will be born

Wenn dir jemand sagt: "Ich bin schwanger."
Dann ist das Wunder des Lebens greifbar nahe.
In dem flachen Bauch vor dir wächst etwas.
Ein Mensch.
Die Menschlichkeit von morgen.
Wenn nur schon der Satz so viel auslöst,
wie beeindruckend ist dann erst eine Wölbung,
ein Herzschlag
oder später eine winzige Hand und rosige Bäckchen?

Wenn dir jemand sagt: "Ich bin schwanger."
Und alles was vorher war irgendwie verschwindet,
die Scherben am Boden, die Schlieren am Fenster.
Und du mit einem ruhenden Lächeln durch die Welt läufst,
weil du weisst, dass alles gut wird,
dass es einen Gott gibt,
dass etwas unvorstellbar Schönes vor sich geht.

Wenn dir jemand sagt: "Ich bin schwanger."
Und alles andere unwichtig wird.
Und du nur noch willst, dass es dem Ding,
dem Etwas,
dem Leben,
gut geht.
Und wenn es dich glücklich macht,
du erfüllt bist vor Freude,
obwohl du kein Teil davon bist.

Dann weisst du, dass du menschlich bist.
Dann weisst du, dass du fühlst.
Dann scheint die Sonne.

So wie heute.

Mittwoch, 13. April 2011

Bus fahren leicht gemacht

Der 201. Eintrag - und ein ganz "normales" Erlebnis:

Ich fahre Bus. Wieder einmal. Der Bus ist überfüllt. Wie so oft. In meinen Ohren stecken Kopfhörer, ich bin tief versunken in die Welt von Coldplay, Yannick Noah, Stress und Stornoway. Ich habe mir ein Plätzchen ganz vorne ergattert, stehe dort beim Buschauffer, an der vordersten Tür. An Haltestelle Nummer fünf steigt ein Jugendlicher ein, ich schätze ihn ein bisschen jünger als mich selber. Er scheint eine leichte Behinderung zu haben. Der Junge setzt sich auf einen der zwei freien Plätze ganz vorne, dort, wo ich stehe. Er drückt auf seinem Handy herum. Plötzlich mischen sich zum zarten Gesang von Avril Lavigne raue HipHop-Töne. Sie kommen aus dem Handy in der Hand des Jungen. Ich beobachte die anderen Passagiere. Inzwischen sind wir zwischen Haltestelle sechs und sieben. Die Leute schauen auf, suchen die Lärmquelle, finden sie, gucken genervt, seufzen, drehen den Kopf weg. Wir sind an Haltestelle Nummer sieben. Der Buschauffer blickt über die Schulter. Der Junge sagt: "Was?" Der Buschauffer dreht sein Radio lauter. Und fährt weiter. Ich kann die Abneigung förmlich spüren. Das "Mitleid". Mindestens 47 der 52 Menschen im Bus fühlen sich gestört. Oder 47,5. Ich bin der halbe Mensch. Mich stört es nämlich nur ein bisschen. Aber ich kann ja meine Musik auch lauter drehen, dann höre ich seine nicht mehr. Aber so ein ganz klein wenig stört es mich schon noch. Wir haben inzwischen Haltestelle Nummer neun passiert. An Haltestelle Nummer zehn steigt der Junge aus. Es folgen ihm böse Blicke. Und Blicke der Überlegenheit. Wir sind besser als du. Du kennst kein Benehmen. Aber niemand hat etwas gesagt. Niemand hat sich getraut, ihn zu bitten, die Musik auszumachen. Vielleicht hätte er es gemacht. Niemand. Ich auch nicht. Ein junger Mann, eineinhalb Meter von mir entfernt, leicht behindert. Ich habe mich nicht getraut.

Dienstag, 12. April 2011

200 Bäume, Kakteen und Turtles

Für den zweihundertsten Eintrag (ja, wirklich!) habe ich mir ein ganz besonderes Lied aufgehoben (nicht wirklich, aber egal). Als ich es das erste Mal hörte, fand ich es schrecklich. Doch dann sickerte plötzlich der Text zu mir durch - und nun finde ich das Lied so toll, dass ich es niemandem vorenthalten möchte. Man will immer das, was man nicht hat; Es ist nicht immer leicht ich zu sein; The grass is always greener on the other side. Oder eben so:

The flower said I wish I was a tree,
The tree said I wish I could be
A different kind of tree,
The cat wished that it was a bee,
The turtle wished that it could fly
Really high into the sky,
Over rooftops and then dive
Deep into the sea.

And in the sea there is a fish,
A fish that has a secret wish,
A wish to be a big cactus
With a pink flower on it.
...


Montag, 11. April 2011

danach

Ruhe. Innen, nicht aussen.
leben. hektik. verlangen. fordern.
erfüllt leer beides
?
nichts und alles
zu
zu viel zu wenig zu langsam zu schnell
zu anders
geschlossen

abgeschlossen.
ausgeschlossen.
eingeschlossen.
in
Ruhe. Innen, nicht aussen.
Angefüllt mit Sonnenstrahlen.





Sonntag, 10. April 2011

Trauer - Eva Strittmatter

Vor andern schützen mich die Lügen,
Sind sie nur gut genug.
Aber mich selber zu betrügen,
Ist sinnlos. Selbstbetrug
Hilft nicht bei Trauer.
Sie ist untäuschbar. Und sie liegt
In mir wie ein Polyp auf Lauer,
Der tausend Arme hat und siegt.
Ich zwing sie nieder für zwei Stunden,
Und das verfluchte Selbstmitleid
Verjage ich mit scharfen Hunden.
Doch fliehn die beiden niemals weit.
Sie kehrn versteckt zurück und springen
Mich aus dem Dunkel wieder an.
Ich helfe mir mit lautem Singen,
Wenn ich mir nicht mehr helfen kann.
Nach aussen heisst das: Ich bin heiter.
Warum auch nicht? Das Leben zieht
Mit mir als Vorspann ruhig weiter.
Und keiner weiss, was mir geschieht.

Freitag, 8. April 2011

Ja, ich will. Oder doch nicht?

Woher weiss man, dass man etwas will? Wie kann man sich sicher sein, dass man es nicht nur will, weil es andere wollen? Oder dass man es nicht nur nicht will, weil man es sollte? Meistens habe ich das Gefühl, mein Wille ist unabhängig, gehört mir, und nur mir. Aber manchmal, zuerst selten, jetzt immer öfter, beschleicht mich der Verdacht, dass ich eigentlich gar nichts in der Hand habe. Dass mein Wille von den anderen gesteuert wird. Oder von meinem Pflichtbewusstsein. Oder von sonst etwas. Jedenfalls nicht von mir, also nicht von meinem aktiven Teil, meinem Kopf oder wie man das auch immer nennen mag. Woher also weiss man, was man will und ob man es wirklich will?
Oder ist das wollen am Ende unwichtig?

Donnerstag, 7. April 2011

Altern oder Die Zeit vergeht wie der Wind

Und plötzlich gehörst du zu den Alten. Plötzlich siezen dich die Leute, stehen im Bus für dich auf, wollen dich stützen. Plötzlich siehst du lauter unbekannte Sachen in den Regalen - alle anderen laufen und kaufen sie wie selbstverständlich, als wären diese Dinge schon immer da gewesen. Plötzlich wünscht sich dein Kind, dein Göttibueb oder deine Enkelin etwas, von dem du noch nie gehört hast. Oder bringt dir etwas bei - wie wir heutzutage das SMS oder Internet an die älteren Generationen vermitteln. Plötzlich sagst du Sätze wie "Das wirst du auch noch erleben." oder "Früher, da..." oder "Ich rede aus Erfahrung." Tauschst dich über den Job, die Kinder, das Haus, später über die Gebrechen und Enkel aus.

Und plötzlich steht dein Jahrgang auf den Todesanzeigen in der Zeitung.

Arbeitsalltag

"MedContour ist eine neue, sichere und wirksame Alternative zur Fettabsaugung. Diese Methode ist ein innovatives System zur Behandlung von loklisierten Fettdepots und Cellulite aller Schweregrade. Mit Kavitation zur Wunschfigur. MedContour modelliert die Körperkonturen sanft und schafft eine völlig neue Silhouette.
HCG Diät: Ein spezieller Diätplan, kombiniert mit körpereigenen Substanzen, reduziert die so genannten inaktiven Fettdepots. Die 40tägige Diät garantiert den Erfolg, ohne zu hungern, nachhaltig, und der Jo-Jo-Effekt bleibt aus. Auch bei Männern ist ein grosser Erfolg garantiert."

Aaaah! Zum Schreien!!
Mit solchen Texten schlage ich mich nun schon den ganzen Tag herum. Dazwischen war nur kurz Zeit für eine Pressevorstellung im Kino. ("World Invasion - Battle Los Angeles" war der Titel. 100 verschwendete Minuten, die ich besser dazu genutzt hätte, mir einen Sonnenbrand trotz DayLong 50+ zu holen.) Zurück zum Text.
Alternative zur Fettabsaugung. Sucht lieber nach Alternativen für den ganzen Mist, der hier passiert!
Fettdepots und Cellulite aller Schweregrade. Aller Schweregrade. ES INTERESSIERT NIEMANDEN, wie tief die Furchen auf deinem Oberschenkel sind. Verwendet euer medizinisches Wissen, um Menschen zu helfen, und zwar richtig zu helfen!
Schafft eine völlig neue Silhouette. Wen interessiert die Silhouette? Möchte ich eine völlige neue Silhouette haben? Helft lieber denen, die von vorne wie eine Silhouette aussehen!
Reduziert die inaktiven Fettdepots. Ohne hungern. Der Jojo-Effekt bleibt aus. Auch bei Männern ein Erfolg. Aaaaaaah! Da sterben Menschen, weil sie nicht genug zu essen haben. Und ihr redet über inaktive Fettdepots. Alle drei Sekunden verhungert jemand. Und ihr redet vom Abnehmen ohne hungern, vom Jojo-Effekt, und dass auch gesunde Männer bei diesem Wahnsinn mitmachen dürfen.

Macht euch das nicht wütend? Also mich macht das wütend. Ich könnte heulen vor Wut. Wäre sie Wärme, meine Wut, dann würde jedes Wässerchen dieser Erde verdampfen. Zisch. Nein, ich bin nicht auf 180 Grad. Ich bin auf 360.

Mittwoch, 6. April 2011

Lebensweisheiten, Fragen und Aussagen

Hast du gewusst, dass der Deutsche Duden auf Platz 8 der Sachbuchliste steht?

Eine Flasche läuft nicht nur aus, wenn sie offen ist. Sie läuft auch aus, wenn man sie nicht ganz zu macht.

Ich lege die Löffel im Besteckfach immer in die gleiche Richtung, und den rechten Kopfhörer tue ich immer ins rechte Ohr. Ein bisschen Ordnung muss sein.

Wie befreit man sich von jemandem, aus der Umarmung von jemandem, von dem man sich eigentlich wünscht, dass er einen ganz dolle festhält?

Ein Mann im Zug sagte zum Abschluss einer Unterhaltung zu mir: "Ich wünsche Ihnen ein gutes Studium, einen guten Abschluss, einen guten Job und einen guten Mann." Danke, dann habe ich ja alles, was ich brauche...

"Denken Sie beim Telefonieren auch an Ihre Mitreisenden." Was bringt es denen, wenn ich an sie denke? Wenn ich telefoniere, konzentriere ich mich auf die andere Seite der Leitung. Wenn ich an jemanden denke, dann telefoniere ich nicht nebenbei noch. Jeder verdient doch 100 % Aufmerksamkeit, nicht? Wieso also soll ich an meine Mitreisenden denken?

"Wer anderen hilft, hat mehr vom Leben." Aha. Wieso? Woher? Jeder (der lebt) kriegt das Leben. Jeder kriegt die ganze Torte. Es werden keine halben Torten oder einzelne Stücke verteilt. Du hast also nicht mehr vom Leben, wenn du anderen hilfst. Meiner Meinung nach. Vielleicht geht es dir besser, du fühlst dich gut oder sonst irgendetwas. Aber du hast nicht mehr vom Leben.

Je grösser du wirst, desto kleiner wird die Welt.

Sind wir nicht alle irgendwann mal das graue Entlein? Weshalb gehen wir dann so nachlässig mit anderen Menschen um?

Ende

Loslassen tut weh.
Festhalten auch.

Was soll man also tun?

Erst gar nichts annehmen?
Alles abweisen?

Das Leben kann so grausam sein.

Dienstag, 5. April 2011

Wichtig, dringend und keins von beidem

Ist es nicht erstaunlich, dass es einem so oft an Zeit fehlt, um dies oder jenes zu tun; dass man aber trotzdem gerade dann immer einige Minuten für irgendwelchen Schwachsinn übrig hat? Im Moment zum Beispiel stapelt sich bei mir die Arbeit, ich sage "Ich habe keine Zeit". Aber gleichzeitig schreibe ich komische Sachen (und das nicht zu knapp), lese Zeitung (müsste in diesem Ausmass auch nicht sein), gehe spazieren, ins Kino, höre Musik, besuche regelmässig Facebook und so weiter. So vieles von dem müsste nicht sein. Ich müsste es nicht tun und könnte dafür sagen "Ich habe Zeit", oder zumindest wäre meine Arbeit fristgerecht erledigt, ohne dass ich Augenringe bis zum Südpol habe. Wieso also tut man immer das, für das man eigentlich keine Zeit hat? Worin liegt der Reiz des Überflüssigen?
Ich beende diesen Eintrag hier. Ich habe noch viel zu tun.

Geht mal die "Eisenhower-Matrix" googlen.

Sein und nicht sein

Ich bin kein Maler, und doch betrachte ich gerne Farben und Bilder.
Ich bin kein Musiker, und doch lausche ich gerne Tönen und Melodien.
Ich bin kein Koch, und doch rieche ich gerne Gewürze und koste.
Ich bin kein Autor, und doch spiele ich gerne mit Worten und Sätzen.
Ich bin kein Künstler, und doch gestalte, fotografiere, forme ich gerne.


Ich bin ein Mensch, mit Fehlern, und doch fühle ich mich wohl. Meistens.

Montag, 4. April 2011

Plitsch Platsch

Ich finde es gemein, dass die Sonne den Begriff "gutes Wetter" für sich gepachtet hat. Wieso schauen heute alle (wenn ich "alle" schreibe, meine ich natürlich nicht alle, das wäre ja Schubladisierung. Ich meine die Allgemeinheit, den Grossteil, den Standard-Menschen.) also, wieso schauen heute alle aus dem Fenster und sagen: "Läck, ist das schlechtes Wetter da draussen!" Das ist doch einfach unfair! Die Sonne zum Beispiel hat am Wochenende ganz fies meine Haut verbrannt. Der Regen aber plätschert vor sich hin, trommelt gegen mein Fenster (Vormerken: Die nächste Wohnung wird eine Dachwohnung - mit Dachfenstern.), klatscht mit riesigen Tropfen in mein Gesicht, bewässert die Blümchen, wäscht den Dreck weg, stillt den Durst, sammelt sich in Pfützen und bahnt sich dann seinen Weg durch die Furchen des Erdbodens. Und manchmal vermag er es auch, das ein oder andere Gemüt abzukühlen. Der Regen ist so vielseitig. Wieso also muss er immer dieses "schlechte Wetter" aufgedrückt kriegen?

Sonntag, 3. April 2011

Schokolade, Sterne oder Schnee?

Es gibt nichts Schöneres, als morgens aufzustehen und dann nochmals ins warme Bett zu kriechen.
Naja, vielleicht ist ein Spaziergang in der Sonne, mit einem angenehmen Lüftchen doch schöner? Oder ein Sonntagsbrunch mit lieben Leuten, bei dem man über ganz viele unwichtige Themen spricht? Hm, den ersten Schmetterling der Saison sehen, den ersten Schnee mit der Zunge auffangen, nachts die Sterne betrachten, ein schöner Sonnenuntergang, ein nettes Gespräch im Zug, von jemandem zum Kaffee eingeladen werden, oder auch selber jemanden einladen, all das könnten auch die schönsten Momente sein. Oder wenn man merkt, dass etwas gar nicht so schlimm ist, wie man gedacht hat. Wenn man über etwas lachen kann, das einem früher Tränen in die Augen getrieben hat. Ein schönes Lied, mit Herz gespielt. Ein paar Stunden zwischen den Seiten eines guten Buchs. Ein Stück Schokolade auf der Zunge. Vielleicht ist etwas davon das Schönste?
Ich kann mich gar nicht entscheiden. Unsere Welt ist voller Schönheit. Und trotzdem würde ich, glaube ich, wenn ich mich entscheiden müsste, sagen, dass ein Stündchen erholsamer Schlaf das Schönste ist, das es gibt. Und das, obwohl ich gerade erst aufgestanden bin.

Alle Jahre wieder

Wenn die Jahreszeiten Worte wären wären - wie würden sie dann heissen?
Bei mir so:

Herbst - bunte Blätter
Winter - Schnee
Frühling - Blumen
Sommer - gelb, blau, grün

Jaja, ich weiss, sehr standardmässig. Ich bin eben ein Durchschnittsmensch. Na und? Oh, und ist dir was aufgefallen? Es sind alles Naturbilder... Wie sieht's denn bei dir aus?

Freitag, 1. April 2011

So und anders

Haben Dosen-Mandarinen Vitamine?
Haben Fische Gefühle?
Oder umgekehrt, haben Dosen-Mandarinen Gefühle und Fische Vitamine?

Was denkt meine Pflanze von mir?
Wie schmeckt Meerschweinchen?
Oder umgekehrt, was denkt das Meerschweinchen und wie schmeckt die Pflanze?

Wohin gehst du?
Werden wir zusammen sein?
Oder umgekehrt, gehen wir zusammen und bist du du?