Leben, das ist das Allerseltenste in der Welt - die meisten Menschen existieren nur. ... Oscar Wilde



Montag, 29. April 2013

Gästewechsel - Teil 17

Hej!

Wieder ein Montag. Wieder bin ich nicht allein in meinem schönen Zuhause - der dritte beste Besuch ist angereist. Aber nun zum gewohnten Rückblick über letzte Woche - diesmal mit einer Preisfrage am Schluss!
  • Der Dienstag wurde einkaufend in Malmö verbracht. Dabei ging es zu und her wie in den amerikanischen Filmen: Der Mann trägt die Taschen, die Frau probiert begeistert Kleider und Schuhe und dies und jenes an. Aber sie war emanzipiert genug, um ihre Sachen selber zu bezahlen.
  • Der Film "More than honey" ist nun auch in Schweden angekommen. Sehr sehenswert!
  • In den Rundmails kam zweimal das erste Eis der Saison vor. Eine aufmerksame Leserin hat dies bemerkt. Hier die Erklärung: Das erste erste Eis der Saison ist ein eingepacktes Supermarkteis, ganz unspektakulär. Das zweite erste Eis der Saison ist dann das erste Waffel-Kugel-Eis draussen auf einer sonnenbeschienenen (vier en's in einem Wort - wow) Bank. So ist das.
  • In der Uni versuchten wir diese Woche, den Begriff "Armut" zu definieren. Wir scheiterten kläglich.
  • Es gibt hier viele tolle Angebot und Organisationen. Eine davon organisierte ein "Backen mit Schokolade". Leider kam ich zwei Stunden zu spät, aber so durfte ich einfach alles probieren ohne einen Finger dafür zu krümmen. Toll, oder? Und: Well done ihr Bäcker, es war delicious! Und: Schweden hat zwar keine gute Schokolade, aber gute Schokoladengebäcke.
  • Wegen der vielen sonnigen und warmen Tage wurde für Freitag ein Grossausflug auf die Insel Ven geplant. Diese Insel liegt zwischen Dänemark und Schweden und ist nur 7.5 km2 gross. Leider war das Wetter dann doch nicht soooo sonnig, aber die Stimmung war gut. Auf Ven mietet man sich ein gelbes Fahrrad und fährt damit über die ganze Insel. Herrlich!! Wir versuchten uns mit dem Tandem… Keine weiteren Details hierzu. Jedenfalls entdeckten wir zahlreiche Rehe, Fasan-Pärchen, Hasen und verschiedenste Vögelchen. Wir trafen fast keine anderen Touristen (bzw. Menschen), doch leider hatte deshalb auch kein einziges Café / Restaurant geöffnet. Also wurde Nahrung im Dorfladen beschafft (DA fanden sich dann allerdings ein paar Menschen - Dorftreff??!) und auf einer nassen Bank verzehrt. Insgesamt eine besuchenswerte Insel und ein toller Tag.
  • Noch ein Tipp: Fahrpläne immer GANZ angucken. Farben haben meistens eine Bedeutung, wie auch kleine Buchstaben.
  • Als Entspannung vom Tandemerlebnis ging es abends noch zum Fussball. Bruder Björn (von den Dominikanern) ist nun für ein Jahr in Helsinki und versucht alles, damit unsere Gemeinschaft nicht auseinander bricht. So hat er auch den Kauf und die Nutzung eines Fussballs angeordnet. Leider waren wir nur fünf Personen und es nieselte zeitweise, aber die Intensität, der Spass, der Einsatz und die Tore waren da. Der Muskelkater am nächsten Tag auch. Was aber der Hauptschluss hiervon ist: Die Fussballsaison ist eröffnet und somit auch der Frühling DEFINITIV da. Und hier um zu bleiben. Jawohl.
  • Am Samstag stand dann die Abreise des ersten besten Besuches und ein weiteres Fussballspiel an. Diesmal spielte der FC FUN (anderer Namensvorschlag: FC International), sprich Finnen, ein Iraner, eine Italienerin und Schweizer. Nach einer Fussballrunde und dem Gefühl, zu wenig gerannt zu sein, gingen wir zu Brennball über (ähnlich wie Baseball aber ohne Schläger), danach noch einmal zu Fussball. Insgesamt zweieinhalb intensive Stunden die alle Muskeln so richtig entstaubten. Als Belohnung gabs dann Falafel und Eis. Das Leben kann auch schön sein.
  • Abgeschlossen wurde die Woche durch intensive Hausarbeiten (putzen, waschen, backen und so weiter) und einem Filmabend. "The Tree of Life" - ein langer und spezieller Film, Leuten mit Sitzfleisch und Vorliebe zu Abstraktem zu empfehlen, finde ich.
Dank der fotografischen Künste des ersten besten Besuchs gibt es wieder drei Bilder. Bild Nr. 1: So sieht es hier aus. Knospen, scheue Blüten, grün, Leben. Bild Nr. 2: Selbsterklärend. Mein Kampf mit dem Tandem. Bild Nr. 3: Suchbild: Wer findet das Reh? Einsendeschluss ist der 6. Mai. Reh rot einkreisen, Foto mit eigener Postadresse per Mail an mich zurück schicken und sich vom Preis überraschen lassen.

Nächste Woche wird dann genauestens über Valborg und den 1. Mai berichtet. Bis dahin - lasst es euch gut gehen!

Hälsningar.




Montag, 22. April 2013

Mit Gästen - Teil 16

Hej

Nach backen, kochen, Wäsche waschen und putzen zeigt die Uhr nun schon wieder Zahlen in den Zwanzigern - eigentlich Zeit fürs Bett. Hier aber noch kurz die letzte Woche in Stichworten, wie immer.
  • Der beste Besuch ist sicher angekommen und immer noch hier. Bis jetzt steht mein Appartment noch. Und ich musste schon eine ganze Woche nicht abwaschen… Toll, oder?
  • Es ist Frühling hier in Schweden. Deshalb hat gestern auch unser Frühlingskonzert statt gefunden. Es war toll, wieder in einem Chor zu singen und diese Stimmung mitzuerleben. Auch wenn wir mehr Sänger (150) als Zuschauer waren, hat es riesigen Spass gemacht. Abends gabs dann noch ein Sittning (3-Gänge-Menü in schicken Kleidern essen) und ich habe mich wacker auf Schwedisch durchgeschlagen, sogar bei Themen wie Militärpflicht und Kernphysik. Jaa, wirklich!! Da bin ich schon ein bisschen stolz drauf. Und ich danke Harry Potter (immer noch Band 4, leider).
  • Das erste Eis der Saison!
  • Mit Gästen erkundet man die Umgebung: Lommar und Bjärred sind zwei windige Küstendörfchen. Auf jeden Fall einen Besuch wert, allerdings wohl eher bei Sonne und so.
  • Auch ein Tag Lund-Tour stand an, dank anderen Gästen aus der Schweiz / Kopenhagen. Dabei lerne auch ich immer wieder neue Gassen, schöne Plätze und noch nicht gekannte Wege kennen. Zum Beispiel die Steinausstellung im Botanischen Garten.
  • Am Samstag sollte dann eigentlich die Stadtparksaison eingesessen werden - leider war es dann aber doch nicht so wirklich warm und Sonnencreme, Buch und Decke wurden sehr bald wieder in der Tasche verstaut. Aber wo schon vom Stadtpark die Rede ist:
  • Alle reden nur noch über Valborg, auch "der letzte Tag im April" genannt. Tausende von Menschen werden sich im Stadtpark (2 min von hier, juhu!) einfinden (morgens um 8 Uhr!!) und den ganzen Tag dort verbringen. Essen, trinken, feiern. Mal sehen, wie mir das gefällt… Immerhin wird es dieses Jahr 30 Toiletten mehr geben, insgesamt also 130. Das ist sehr positiv.
Die grösste und tollste und beste und überhaupt richtig gute Neuigkeit dieser Woche ist aber die hier: Die Uni hat sich nun, nach 1000000 Mails und noch mehr Besuchen, endlosen Gesprächen und einiger Tränen endlich dazu bereit erklärt, mir in der Landlord-Geschichte zu helfen. Meine Koordinatorin meinte nur: "Wärst du von Anfang an gekommen, wäre das alles viel einfacher gewesen." Dass sie nie anwesend war, nicht auf Mails reagiert hat und mich auch der International Desk abgewiesen hat, ignorierte sie dabei geflissentlich. Naja, immerhin helfen sie mir jetzt wirklich, sie nehmen die Sache in die Hand, denken auch schön selbstständig und ich bin sehr erleichtert. Es ist schon gut zu wissen, dass es da eine Stelle gibt, die einem wirklich zur Seite steht.

Zum Abschluss noch drei Bildchen: Zweimal der Eingang zu meinem Wohnblock - das Vordach lässt sich für verschiedenste Dinge zweckentfremden. Und dann noch ein Ausblick von Bjärred nach Malmö an einem kalten, sehr sehr sehr sehr windigen Tag.

Das war's - lasst es euch gut gehen!
Hälsningar



Dienstag, 16. April 2013

Wirklich Frühling - Teil 15

Hej!

Für eine Einleitung bleibt keine Zeit, denn:
  • DAS WASSER IN LUND IST VERSEUCHT! Nein, Scherz. Es war. Das war das Thema der Woche: Bakterienwasser. Am Dienstag machte die schockierende Nachricht zum ersten Mal die Runde: Lunds Wasser ist verseucht. Es hiess also abkochen und Witze reissen. Seit gestern darf man das frische Nass aber wieder ungehemmt geniessen - wurde auch Zeit, das Thermometer stieg nämlich schon in bedenkliche Höhen, da ist Hahnenwasser ein Muss!
  • Genau, das Thermometer. Hier ist Frühling! Ja, wirklich! Definitiv! Nach Kälte und Regen spriessen nun bunte Blumen, die Gelateria hat geöffnet und die weiblichen Bewohner dieser Stadt tragen nun kurze Röcke OHNE Strümpfe. Frühling!
  • Harry Potter 4 ist angefangen! Es geht vorwärts…
  • Was meinen Schwedischkenntnissen ebenfalls gut tut: Eine schwedische Gesprächsgruppe der katholischen Gemeinde. Wir diskutieren das Thema "Heiligkeit" und verschiedene Heilige. Sehr interessant, sehr ermüdend, sehr vokabularbereichernd.
  • Der wöchentliche Filmtipp: Broken. Britisches Drama mit guter Musik, einer wahnsinnig guten Hauptdarstellerin, spannenden Charakteren und ergreifender Handlung.
  • Wöchentlicher "Darüber-sollte-man-sich-informieren-Tipp": Lest etwas über Uruguays Präsidenten. Eine inspirierende Persönlichkeit.
  • Und noch etwas Allgemeinwissen - vielleicht scheint es euch unangemessen in einem Rundmail, ich finde, hier ist genau der richtige Platz dafür: Amnesty International veröffentlichte Zahlen zur Todesstrafe. Mindestens 682 Menschen wurden 2012 durch die Todesstrafe umgebracht. Das bedeutet ein +2 zu 2011. Ausserdem haben Japan, Pakistan und Indien die Todesstrafe erneut eingeführt. Mehr Infos hier: http://amnesty.org/en/news/death-penalty-2012-despite-setbacks-death-penalty-free-world-came-closer-2013-04-10-0
  • Manche Diskussionen nehmen merkwürdige Wendungen. So kam ein Gesprächsparter vom Militär plötzlich darauf, dass Obama mit Hitler und Stalin zu vergleichen wäre. Mir fielen da nur noch zwei Worte ein (nein, nicht "du spinnst", das wäre wenig diplomatisch gewesen): I disagree.
  • Was das Leben schön macht: Sonne, ein sehr gutes Konzert mit tollen Leuten (Daugther), Spinat-Crêpes mit Lingonsylt, Reste essen, eine Holländerin die extra für mich eine Packung Schuddebuikjes importiert (Spekulatiusstückchen die man aufs Brot streut), ein repariertes Fahrrad, keine Mütze mitnehmen zu müssen, liebe E-Mails und Briefe, tolle Pläne - und so weiter. Ihr seht, eine ganze Menge.
  • Was das Leben mühsam macht: Coordinators (meine Ansprechperson von der Universität) die nie da sind, schon gar nicht zu ihren Bürozeiten. Oder diese Leute vom International Desk. Der International Desk ist eine Einrichtung, die Austauschstudenten bei Problemen und Fragen hilft. Ausser deutsch-schweizer Studentinnen, die aus ihrem Zimmer rausgeworfen wurden, um viel Geld kämpfen und um Hilfe schreien. Per Mail und Telefon sind sie Meister im Abwimmeln. Aber meinem persönlichen Charme konnten sie nach einer ganzen Stunde (!!) Bearbeitung meinerseits nicht widerstehen. So konnten sie mir dann plötzlich doch helfen. Zum Schreien ist das, zum Schreien. Die sind einfach zu beschäftigt, ihre Newsletter zu schreiben...
  • …auch diese Infos hier, ein Nachtrag zu Ostern, wurden aus dem Newsletter des International Desk entnommen: During Easter Swedes eat approximately 2000 tons of egg and drink a lot of schnapps. If you don't like eggs: Buy an empty egg shell of paper and fill it with your favorite Swedish sweets (“lösgodis”). Swedes eat approx. 6000 tons of candy during Easter. Important are also the Easter witches. The idea of Easter witches origins from the 1700’s century. According to Swedish folk belief the Easter witches fly on their brooms to Blåkulla to party with the devil. Today, children dress up as Easter witches; with colored headscarves and red-painted cheeks, they go from house to house in the neighborhood and present the occupants with paintings and drawings in the hope of getting sweets in return. (Wer kein Englisch kann: Schweden essen viel Eier und Süssigkeiten, ausserdem trinken sie Schnaps an Ostern. Und sie feiern gleichzeitig das amerikanische Halloween, irgendwie.)
  • Oh, und am 12. April war Licorice Day. Sehr wichtig.
So, nun ruft aber das Bett - morgen kommt der erste beste Besuch zum zweiten Mal, da will Frau schön geschlafen sein… Ausserdem war heute ein anstrengender Tag. Ich habe nämlich eine Feldstudie durchgeführt und den ganzen Tag Menschen, Regale, Produkte etc. in zwei Supermärkten beobachtet. Fazit: Im Lidl gibt es über 50 Tiefkühltruhen, Gitarren, Motorsägen, Toilettensitze. Im Willy's gibt es meterhohe Regale, Nagellack und nur grosse Nutellagläser.

Bästa hälsningar.

Freitag, 12. April 2013

To understand the world - From Halcolm’s Methodological Chronicle

And the children said unto Halcolm, “We want to understand the world. Tell us, O Sage, what we must do to know the world.”
“Have you read the works of our great thinkers?”
“Yes, Master, everyone of them as we were instructed.”
“And have you practiced diligently your meditations so as to become one with infinity of the universe?”
“We have, Master, with devotion and discipline.”
“Have you studied the experiments, the surveys, and the mathematical models of the Sciences?”
“Beyond even the examinations, Master, we have studied in the innermost chambers where the experiments and surveys are analyzed, and where the mathematical models are developed and tested.”
“Still you are not satisfied? You would know more?”
“Yes, Master. We want to understand the world.”

“Then, my children, you must go out into the world. Live among the peoples of the world as they live. Learn their language. Participate in their rituals and routines. Taste of the world. Smell it. Watch and listen. Touch and be touched. Write down what you see and hear, how they think and how you feel.

Enter into the world. Observe and wonder. Experience and reflect. To understand a world you must become part of that world while at the same time remaining separate. A part of and apart from.”

Ich darf also Harry Potter lesen ("learn their language"), Feste feiern und Fika machen ("participate in their rituals and routines"), Kanelbullar essen ("taste"), Kanelbullar riechen ("smell"), ins Kino und an Konzerte gehen ("watch and listen"), und... ("touch and be touched"). Und danach soll ich sogar darüber schreiben! Was für eine tolle Anleitung.

Dienstag, 9. April 2013

Spät, aber ein Teil 14

Hej

Nein, es war wirklich kein Aprilscherz letzte Woche. Zu eurer Beruhigung kann ich euch aber mitteilen, dass mein Aufsatz pünktlich fertig geworden ist. Ob gut oder nicht steht hier nicht zur Diskussion - fertig und das zum Abgabetermin, das ist das was zählt, oder?
Nun werde ich aber von zwei Wochen berichten müssen, und das mitten in der Nacht - bitte seid mir also nicht böse, wenn vielleicht ein paar merkwürdige Sätze oder Buchstabenfolgen entstehen.
  • Nachdem der Blühende wieder abgereist war genoss ich mein Appartment für ganze 15 Stunden. Dann ging es auf nach Kopenhagen. Zwei Tage lang strich ich alleine durch die Strassen, fröhnte dem Kaffee-Hopping, sonnte in den Stadtparks und genoss es, mit mir selbst zu sein. Oh, und es war warm genug für das erste Eis der Saison!
  • Die Ostertage wurden mehrheitlich schlafend und schreibend verbracht. Ostersamstag ging es dann aber abends in die Domkirche zum Osternachtsgottesdienst. Zwar ist mein Schwedisch noch nicht gut genug, um die Bibellesung zu verstehen, aber es war trotzdem sehr eindrücklich - überall waren Kerzen und Lichter, für den "Er ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!" - Wechsel quetschten sich alle in die bekerzte Krypta, dann ging es weiter mit Wasserbespritzen, Frieden wünschen etc. Am Ausgang gabs dann sogar Schokoladeneier - man kann also behaupten, dass es sich wirklich gelohnt hat, so lange aufzubleiben.
  • Nach der Auferstehung eine traurige Nachricht: Vernon Dursley ist tot. Also der Schauspieler, der den Vernon Dursley in Harry Potter spielt. Da ich momentan im dritten Buch bin und bald selbigen Film schauen werde, ist das von Wichtigkeit.
  • Auch von Wichtigkeit ist unser Konzert am 21. April. Ich bin seit etwa zwei Wochen Mitglied eines Chores. Bald haben wir ein Konzert, für das wir fleissig üben. Gesungen werden schwedische und slowakische Volkslieder, was sprachlich herausfordernd ist. Aber es macht Spass und tut meinem Schwedisch sicher gut.
  • Wo wir schon beim Schwedisch sind: Mein neuer Lehrer hat einen laaangen Vollbart und ist überhaupt ein cooler Typ. Er besitzt eine Ukulele und singt Lieder wie die hier vor: http://www.youtube.com/watch?v=x-vJmhrUjNw Ausserdem kann er die ganze Klasse dazu bringen, mitzusingen. Starke Leistung, finde ich.
  • Nachdem herrlichster Frühling eingekehrt war (windig, aber Frühling), fegte am Sonntag plötzlich ein Hagel- und Schneesturm über das Land. Gruselig. Jetzt ist aber wieder Frühling. Jawohl.
  • Frühling war auch letzten Freitag. Da machten wir - sechs Finnen und ich - Malmö unsicher. Von einer Bar zur nächsten, einmal sassen wir sogar draussen (ja, open-air!) und tranken unsere heisse Schokolade. Dabei lernte ich auch ein bisschen Finnisch. Zum Beispiel weiss ich jetzt, dass man eine ganze Konversation mit den Buchstaben K und O führen kann. Das geht etwa so: "Koko, koko kokokoko kokoko." "Koko kokoko?" "Koko koko kokoko koko." So ähnlich. Also so hats jedenfalls geklungen. Mit verschiedenen Melodien. Und so. Und ich konnte das Verb gehen konjugieren. Für etwa drei Minuten, dann hatte ich es schon wieder vergessen. Aber ich weiss jetzt: Wenn ich eine neue Herausforderung suche, lerne ich Finnisch. eine wunderschöne Sprache, ganz ohne Ironie!!
  • Ansonsten geht das Leben seinen gewohnten Gang. Taizé-Gebete mit spannenden Diskussionen, Fika hier und Fika dort, Uni-Veranstaltungen mit hitzigen Diskussionen über die Definition von Mainstream und Alternative, Chorproben, Lunches in den Nations… und dazwischen immer mal wieder ein Anruf bei der Polizei, ein Besuch beim Gericht und so weiter. Abriss einer Konversation bei Hyresnämnden, einer Art Spezial-Gericht für Mieter und Vermieter:
  Dame: Ich denke, Sie sollten sich einen Anwalt suchen.
  Ich: Und wo finde ich den? Ich bin Studentin = kein Geld.
  Dame: Googeln!
Da blieb alles zusammen Weg - Worte, Spucke, was auch immer sonst noch weg bleiben kann. Google. Natürlich. Darauf wäre ich ja nicht gekommen. Toller Tipp, danke! Es ist also offiziell: Ich brauche einen Anwalt, logischerweise einen aus Schweden. Wer da Kontakte hat, darf sich sehr gerne bei mir melden.
  • Nun noch zur Erklärung der Sendeuhrzeit: Heute wurde mein neues Daheim endlich gebührend eingeweiht, mit viel Essen und noch mehr tollen Leuten. Gleichzeitig war auch die so lang erhoffte und hart (und teuer) erkämpfte Mitgliedschaft im "neutralen Käseländchen" Grund zum Feiern. Zweierlei kann ich mir nun gewiss sein: Erstens bekommt man als Schweizerin nicht weniger Schokolade geschenkt (richtig so!) und zweitens passen doch eine ganze Menge Leute auf etwa 20 Quadratmeter.
  • Oh, und noch zum Highlight der Woche: Der König war in Lund! Schwedens König!! Ich war aber zu faul, in der Menschenmenge auf ihn zu warten und hab ihn mir deshalb nur auf Fotos angeguckt. Kronprinzessin Victoria wird die erste Königin seit Ulrika Eleonore sein, die Anfang des 18. Jahrhunderts regierte. Denn erst 1980 wurde das Gesetz im Reichstag wieder geändert, das Frauen als Thronfolgerinnen ignorierte.
Das war es soweit wieder. Ich hoffe immer noch, dass ein wenig Normalität einkehren möge und ich die Landlord-Geschichte irgendwie abgeben kann. Wir werden sehen. Wenigstens das Knie hat sich entschieden, mir meine Ruhe zu gönnen - wofür ich sehr dankbar bin.

Seid alle lieb gegrüsst und mit einem der hier so füllig vorhandenen Sonnenstrahlen "versorgt", will heissen gewärmt und erhellt.

Bästa hälsningar.

P.S.: An die Schweizer: GESUCHT: 2-Tages-Ticket für das Openair St. Gallen, allenfalls auch zwei. Zu bieten: 4-Tages-Ticket…
Ausserdem GESUCHT: Wohngelegenheit in BASEL ab SEPTEMBER.

Montag, 1. April 2013

Kein Teil 13

Hej

Aufgrund dringender Universitäts-Verpflichtungen (sprich: Essay über Development und Globalization, 3000 Wörter), die bis morgen 17 Uhr erledigt sein wollen und sollen, es aber noch nicht sind (wegen…naja…also mit der Motivation ist das immer so eine Sache…dafür ist meine Wohnung jetzt blitzblank glänzend sauber geputzt!), muss die dieswöchige Ausgabe von "Grössere und kleinere Katastrophen in Lund" leider ausfallen. Geniesst die Ruhe! Oh, und unten noch ein Bild, wie es am Ostertag hier aussah. Leider nur aus dem Fenster fotografiert, der Essay macht meine Wohnung zum Gefängnis. Für alle die, die im Schnee und unter grauem Himmel sitzen.

Nachträglich "Glad Påsk" und wie immer
Bästa hälsningar