Leben, das ist das Allerseltenste in der Welt - die meisten Menschen existieren nur. ... Oscar Wilde



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Dienstag, 24. April 2012

Überraschungsgeschenk

Lily liebt Helmut. Und Helmut liebt Lily. Lily ist ein Krokodil. Und Helmut ist ein Frosch. Mit einem Cape. Das kann durchaus ein Problem sein. Nicht das Cape, die Verschiedenheit. Ist es aber nicht, denn Lily liebt Helmut wirklich und Helmut liebt Lily wirklich. Am Anfang waren sie kurz getrennt. Lily wusste nicht, ob sie Helmut jemals wiedersehen würde. Und sie wusste nicht, ob sie ihn wiedersehen wollte. Deshalb tröstete sie sich mit einem hässlichen Matrosen. Aber dann kamen zwei Fremde und brachten sie zu Helmut. Sobald sie Helmut sah, war der Matrose vergessen und die Liebe tief und innig.
Die beiden sehen sich leider nicht regelmässig. Aber Lily fühlt sich sehr wohl, dort, wo sie jetzt ist. Sie denkt viel an Helmut und kuschelt sich unter ihre warme Decke. Und sie freut sich auf ein Wiedersehen. Und sie dankt den Fremden von ganzem Herzen (auch Stoffkrokodile haben Herzen, ganze Herzen), dass sie da waren und da sind und dem Schicksal geholfen haben.

Mittwoch, 21. März 2012

Deutschstudenten erobern die Küche oder Katastrophale Reime

zwei kleine deutschstudenten hatten nicht gern bier,
kekse backen pizza essen, da warens plötzlich vier.

vier kleine deutschstudenten luden ein ganz nach belieben
den und die und die und den, da warens plötzlich sieben.

sieben kleine deutschstudenten, eins davon verhex-t (-liebt)
seifenblasen, träumliwelt, da warens nur noch sechs.

sechs kleine deutschstudenten, eins mit dicken lymph'
krank war es und lag im bett, da warens nur noch fünf.

fünf kleine deutschstudenten, eins ein herdentier
musste sich mit andern treff'n, da warens nur noch vier.

Donnerstag, 16. Februar 2012

Abflug

Wenn ich etwas machen könnte, das eigentlich unmöglich ist, würde ich den Wolkenstrand erfinden. Man kann sich auf dem flauschigen Nichts räkeln oder darüber schlendern, es durch die Zehen rieseln lassen oder eine Abkühlung im blauen Himmel nehmen. Über den Wolken ist die Freiheit grenzenlos und das Wetter immer schön. Man kann in der Wolle versinken oder sich ganz davon tragen lassen. Man kann sich darin einwickeln bis nur noch die Nasenspitze rausguckt. Und man bräuchte niemals einen Sonnenschirm.

Freitag, 10. Februar 2012

abschied

sie halten sich im arm
und schauen aneinander
vorbei.
und
sie fühlt ein ziehen
und er vielleicht auch.
er fragt
es ist zeit.
sie fragt
es ist zeit.
liebt er sie?
liebt sie ihn?
wer sind die sies
und der er
die alle ein bisschen lieben.
er hält sie im arm
und schaut an ihr vorbei
bis sie geht.

Donnerstag, 9. Februar 2012

wiedersehen

er hält sie im arm
und schaut sie an
und sie fühlt sich gut dabei.
und er fühlt sich auch gut.
und er sagt
du bist schön
ich hatte ganz vergessen
wie schön du bist.
und sie sagt
dass sie ihn vermisst hätte.
sie fühlt sich wohl
wie zu hause.
liebst du sie?
ja, schon.
liebst du ihn?
wahrscheinlich.
sie halten sich im arm
und lieben
und sind beste freunde.

Freitag, 2. Dezember 2011

Schöne Worte

Cordis speculator. Der ins Herz schaut.

Sonntag, 19. Juni 2011

C'est ça!

Wir haben die Lösung.
Wir haben die Lösung für das Energieproblem gefunden. Ohne Witz.
Die Menschheit wächst an, braucht immer mehr Energie, will gleichzeitig aber AKW's reduzieren. Woher aber soll dann die Energie kommen?

Wir, drei junge bis sehr junge Frauen, haben an einem wettertechnisch ungewöhnlichem Sonntagmorgen, der eigentlich schon Mittag war, zeitlich gesehen, es war nämlich schon nach eins, jedenfalls haben wir an diesem Tag in einem normal besonderem oder besonders normalem Haus im Toggenburg, genauer genommen im Eingangsbereich dieses Hauses, zwischen Ballerinas, nassen Turnschuhen, ich war nämlich vor diesem Ereignis Fussball spielen, als es plötzlich anfing, Katzen und Hunde zu regnen, ja, genau, Katzen und Hunde, it was raining cats and dogs, wieso sollte das denn nur in englischsprachigen Gebieten möglich sein?; also, zwischen Ballerinas, den durchnässten Turnschuhen und Puschelhausschuhen zufälligerweise die Lösung gefunden. Sie lag einfach so herum. Und wir sind drüber gestolpert. Ja, man kann zu dritt stolpern. "Akkordstolpern" sozusagen.

Also zurück zur Lösung, die ihr alle erfahren sollt, denn wenn nur wir sie wissen, bringt sie ja nichts und ist demnach keine Lösung. Eine Lösung sollte nämlich immer weiterhelfen. Hier kommt also unsere grandiose Idee, die wir oder die uns gefunden haben oder hat:

Glatzen.
Wir rasieren uns alle eine Glatze. Denn die Energie, die der Rasierer dafür benötigt, ist minimal im Gegensatz zu der Energie, die ein Mensch mit Glatze einsparen kann:

1. Glatzen brauchen beim Duschen weniger Wasser.

2. Glatzen brauchen beim Duschen weniger (oder gar kein?) Shampoo.

3. Glatzen brauchen keine Föne.

4. Glatzen brauchen keine Bürsten, die deshalb nicht gekauft, nicht importiert, nicht hergestellt werden müssen. Das mit den Arbeitsplätzen wäre problematisch, aber hier geht's ja um Energie.

5. Glatzen wollen mit schönen Tüchern oder Mützen bedeckt werden. Auch im Haus. Das heisst auch, dass man weniger heizen muss.

6. Glatzen sparen Zeit (vgl. Punkte 1-5). Diese könnte genutzt werden, um mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, mit Glatze wäre man aus aerodynamischen Gründen sogar richtig schnell, oder man könnte einen Kompost anlegen. Für sowas muss man nur der Stadtabfallentsorgung ein Mail schreiben. Die leiten einen dann weiter, und nach ein paar freundlichen Mailwechseln ist man dann schliesslich bei IHM angelangt. Beim persönlichen Kompostberater. Dieser macht einen dann zum Mitglied des Kompostiervereins des jeweiligen Quartiers und weist einen in sämtliche Geheimnisse des Kompostierens ein. Das wäre doch sinnvoll genutzte Zeit.
Ausserdem ist Zeit Geld, gesparte Zeit gespartes Geld und gespartes Geld könnte in Solarzellen oder eine Wärmepumpe umgewandelt werden.

7. Glatzen vermeiden Neid. Vermutlich würden wir nach einer Weile anfangen, uns um die Kopfform des jeweils anderen zu beneiden. Aber zumindest zu Beginn wären Probleme wie "Ich habe einen Bad-Hair-Day" oder "Was für eine Frisur soll ich nur machen?" (Oh, genau, Haarschmuck bräuchte man auch nicht mehr, Vgl. Punkt 4) oder "Du hast die Haare schön!" (Die Musikindustrie würde sich schon erholen) schlichtweg nicht mehr vorhanden, weshalb diese Energie in andere Projekte fliessen könnte. Auch für Männer fortgeschrittenen Alters, also so um die 25, die sich Sorgen um ihre sich verflüchtigende Kopfbehaarung machen, wären "Glatzen für alle" die Lösung. Sie müssten kein Haarwuchsmittel kaufen, ihr verbliebenen drei Strähnen nicht jeden Morgen eine halbe Stunde lang zurecht legen und mit Haarspray festpappen. Ganz abgesehen von der Energie, die durch die nicht mehr vorhandenen Sorgen (Ich hab Angst, meine Haar fallen aus!) gewonnen werden könnte.

Sicherlich gibt es noch ein paar weitere Energiesparmöglichkeiten im Zusammenhang mit Glatzen. Aber die grundsätzliche Aussage ist klar: Glatzen sind extrem ökologisch.

Morgen reichen wir die Petition ein: "Nein zur Atomkraft, Ja zu den Glatzen!"

Freitag, 17. Juni 2011

Kreatives Loch

Die geniale Idee ist gekommen - und wieder gegangen. Es scheint, als wäre sie niemals da gewesen. Wäre da nicht der bittere Geschmack des Verlusts auf der Zunge.

Freitag, 10. Juni 2011

Der Ja-Sager

"Kannst du auch Nein sagen?"
"Ja."
"Na dann sag mal!"
"Nein."
"Wieso denn nicht?"
"..."

Püühü.

Mittwoch, 8. Juni 2011

C'est qui?

Der falsche Zug,
das falsche Tram,
der falsche Mann.

Geplatzter Joghurt in der Tasche,
erdrückt von zu viel Liebe.
                                                                                           Sich schön fühlen
- ausnahmsweise - 
aber der Spiegel zerbricht beim Reingucken.

Im unangenehmen Teil vom Monat vergessen,
keine weisse Hose anzuziehen.

Chaotisch, aber gereizt von Schranktüren,
die nicht ganz zugehen.

Sich im Kreis drehen,
immer und immer wieder,
aber von Karussells kotzen.

Die Latte hoch legen,
zu hoch,
und sich ärgern, wenn sie runterfällt.

Beim Putzen mehr dreckig machen
Beim Trösten mehr zerstören
Beim Leben mehr töten

Auf Fotos immer die Augen zu haben
und auch sonst
nicht über den Tellerrand gucken.

Kopfstehen
aber alle Löffelchen
müssen in eine Richtung gucken.

Ein Kabel zum darüber stolpern
Ein Laternenpfahl zum dagegen laufen
Ein Baum zum darauf klettern

Der Fleck
muss weg.

Zu viel trinken
und nie wissen,
wo die Toilette ist.

Immer laut,
nur wenn's drum geht,
still.

Donnerstag, 2. Juni 2011

Kennst du's?

Kennt ihr das, wenn ihr einen Liedanfang hört und denkt: "Wow, tolles Lied!" und ihr euch darauf freut es zu hören, ihr dann aber in irgendwelche Gedankengänge geratet aus denen ihr erst wieder herauskommt, wenn der letzte Ton des Liedes erklingt? Mir geht das andauernd so.

Wie kann man so optimistisch sein, Schuhe mit einem Loch in der Sohle bei Regen anzuziehen und wirklich daran zu glauben, dass der Regen 30 km weiter "nicht sein" wird und die Strassen trocken sein werden? Ich war es. Und wurde wieder einmal enttäuscht.

Kennt jemand weibliche Superhelden? Also ausser Catwoman, Wonderwoman und Heidi.

Wie nennt man das Phänomen des leeren Platzes zwischen zwei Grüppchen im Kino? Pärchen - freier Platz - Mädchengruppe - freier Platz - Familie - ...

Habt ihr schon einmal die Dusche wieder angestellt obwohl ihr, abgetrocknet, mit Handtuch, noch unter ihr standet? Und habt ihr schon einmal mit Kleidern gebadet? Oder im Regen getanzt, bis ihr klatschnass ward, so bis auf die Haut?

Donnerstag, 19. Mai 2011

Böllälli

Die Kugel rollt.
Sie rollt den Abhang runter.
Unten wird sie von Sisyphus in Empfang genommen,
der sich dann wieder daran macht,
den Hügel empor zu kommen.



Die Kugel rollt
denn ihr tut was ihr wollt
und nicht was ihr sollt.

Die Kugel rollt
denn ihr tut was ihr sollt
und nicht was ihr wollt.

Die Kugel rollt und rollt und rollt.

Die Kugel eckt an.
Dabei hat sie doch gar keine Ecken.



Gehst du ins Licht
wenn die Kugel zerbricht?

Dienstag, 3. Mai 2011

die show

vorstellen
ich stelle vor
ich stelle mir vor
ich stelle mich vor
ich stelle mich vor etwas
vorstellung
illusion
show 

Donnerstag, 28. April 2011

ehrlichkeit

unüberlegt
vorschnell
herzklopfen
anmelden
nervös
erzählen
reue
abwägen
rückgängig
spannung
gewissen
angst
antwort
desiderio
müde
teilen
sein

vertrauen

Montag, 11. April 2011

danach

Ruhe. Innen, nicht aussen.
leben. hektik. verlangen. fordern.
erfüllt leer beides
?
nichts und alles
zu
zu viel zu wenig zu langsam zu schnell
zu anders
geschlossen

abgeschlossen.
ausgeschlossen.
eingeschlossen.
in
Ruhe. Innen, nicht aussen.
Angefüllt mit Sonnenstrahlen.





Mittwoch, 6. April 2011

Lebensweisheiten, Fragen und Aussagen

Hast du gewusst, dass der Deutsche Duden auf Platz 8 der Sachbuchliste steht?

Eine Flasche läuft nicht nur aus, wenn sie offen ist. Sie läuft auch aus, wenn man sie nicht ganz zu macht.

Ich lege die Löffel im Besteckfach immer in die gleiche Richtung, und den rechten Kopfhörer tue ich immer ins rechte Ohr. Ein bisschen Ordnung muss sein.

Wie befreit man sich von jemandem, aus der Umarmung von jemandem, von dem man sich eigentlich wünscht, dass er einen ganz dolle festhält?

Ein Mann im Zug sagte zum Abschluss einer Unterhaltung zu mir: "Ich wünsche Ihnen ein gutes Studium, einen guten Abschluss, einen guten Job und einen guten Mann." Danke, dann habe ich ja alles, was ich brauche...

"Denken Sie beim Telefonieren auch an Ihre Mitreisenden." Was bringt es denen, wenn ich an sie denke? Wenn ich telefoniere, konzentriere ich mich auf die andere Seite der Leitung. Wenn ich an jemanden denke, dann telefoniere ich nicht nebenbei noch. Jeder verdient doch 100 % Aufmerksamkeit, nicht? Wieso also soll ich an meine Mitreisenden denken?

"Wer anderen hilft, hat mehr vom Leben." Aha. Wieso? Woher? Jeder (der lebt) kriegt das Leben. Jeder kriegt die ganze Torte. Es werden keine halben Torten oder einzelne Stücke verteilt. Du hast also nicht mehr vom Leben, wenn du anderen hilfst. Meiner Meinung nach. Vielleicht geht es dir besser, du fühlst dich gut oder sonst irgendetwas. Aber du hast nicht mehr vom Leben.

Je grösser du wirst, desto kleiner wird die Welt.

Sind wir nicht alle irgendwann mal das graue Entlein? Weshalb gehen wir dann so nachlässig mit anderen Menschen um?

Freitag, 1. April 2011

So und anders

Haben Dosen-Mandarinen Vitamine?
Haben Fische Gefühle?
Oder umgekehrt, haben Dosen-Mandarinen Gefühle und Fische Vitamine?

Was denkt meine Pflanze von mir?
Wie schmeckt Meerschweinchen?
Oder umgekehrt, was denkt das Meerschweinchen und wie schmeckt die Pflanze?

Wohin gehst du?
Werden wir zusammen sein?
Oder umgekehrt, gehen wir zusammen und bist du du?

Mittwoch, 16. März 2011

Frühlingsputz

Die Kaffebohnen tanzen mit dem Reiskorn,
das Mehlstäubchen umarmt das Zückerchen.
Die grünen Linsen diskutieren mit den Schokospänen,
das Cornflakes bewundert die leere Spaghetti-Packung.

Der Kohlrabi küsst den Schimmelkäse,
das Speckstückchen kuschelt sich an das Bier.
Die Spaghetti von vorgestern gesellen sich zum Brotkanten,
im Konfiglas entsteht intelligentes Leben.

Mittendrin bin ich.
Drehe mich im Kreis.
Und tanze mit dem Schwamm, dem Lappen, dem Wischmob
mit Cilit Bang, Vanish und Calgon.

Frühlingsputz.

Mittwoch, 9. März 2011

Liebe, Lust und Leiden

Warum Ameisen nur noch Ameisensäure haben? Weil eine Ameise namens Lola, die Schokolade liebte, ganz viele Tränen vergoss, ihre und die aller anderen Ameisen auch. Sie füllte damit das Nichts um sich herum. Sie stand dort, wo heute der Bodensee ist. Jedenfalls floss all das Wasser ins Nichts, sodass die heutigen Ameisen nur noch Säure haben. Sie sind also sauer. Und leiden sehr darunter. Nur wenn sie Lust auf Schokolade bekommen, so wie Lola das hatte, dann sind sie lustig.

Schreibwettbewerbe regen die Kreativität an, definitiv.

Dienstag, 8. März 2011

Fastenzeit

Vierzig Tage ohne
Vierzig Tage mit
das macht dann zusammen
in vierzig Tagen fit.