Leben, das ist das Allerseltenste in der Welt - die meisten Menschen existieren nur. ... Oscar Wilde



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Freitag, 12. April 2013

To understand the world - From Halcolm’s Methodological Chronicle

And the children said unto Halcolm, “We want to understand the world. Tell us, O Sage, what we must do to know the world.”
“Have you read the works of our great thinkers?”
“Yes, Master, everyone of them as we were instructed.”
“And have you practiced diligently your meditations so as to become one with infinity of the universe?”
“We have, Master, with devotion and discipline.”
“Have you studied the experiments, the surveys, and the mathematical models of the Sciences?”
“Beyond even the examinations, Master, we have studied in the innermost chambers where the experiments and surveys are analyzed, and where the mathematical models are developed and tested.”
“Still you are not satisfied? You would know more?”
“Yes, Master. We want to understand the world.”

“Then, my children, you must go out into the world. Live among the peoples of the world as they live. Learn their language. Participate in their rituals and routines. Taste of the world. Smell it. Watch and listen. Touch and be touched. Write down what you see and hear, how they think and how you feel.

Enter into the world. Observe and wonder. Experience and reflect. To understand a world you must become part of that world while at the same time remaining separate. A part of and apart from.”

Ich darf also Harry Potter lesen ("learn their language"), Feste feiern und Fika machen ("participate in their rituals and routines"), Kanelbullar essen ("taste"), Kanelbullar riechen ("smell"), ins Kino und an Konzerte gehen ("watch and listen"), und... ("touch and be touched"). Und danach soll ich sogar darüber schreiben! Was für eine tolle Anleitung.

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Die nächste Reise

Und wieder einmal packe ich meine Koffer und Taschen. Verstaue alles in Kisten und Tüten. Wie immer landen alle Bücher in einer Kiste, bis ich merke, dass ich sie dann nicht mehr tragen kann. Also wieder auspacken, Karton mit Kleidern auffüllen, Bücher verteilen. In die Tassen werden Socken gestopft, in die Schuhe auch, zwischen die vielen Schals kommen die feinen Kerzenhalter und andere zerbrechliche Dinge. Säuberlich wird alles beschriftet ("Bücher, Kleider, Schuhe" oder "CD's, Bücher, Kleider" oder "Badezimmer, Küche, Bücher") und gestapelt, bis ich umgeben bin von ganzen Karton-Türmen. Meine Holz-Kisten staple ich ineinander, ich fühle mich wie in einem lebensgrossen Tetris-Spiel. Nägel werden aus der Wand gezogen, Bilder abgehenkt, Klebestreifen abgekratzt. Und immer wieder stellt sich die eine Frage: "Behalten oder wegwerfen?" Auch andere Gedanken kehren beständig und zuverlässig zurück, wie bestellt: "Hier werde ich nie wieder duschen. Oder kochen. Joghurt essen. In den Türrahmen laufen, weil ich morgens noch nichts sehe. Frieren, weil die Heizung ausgefallen ist. Ich werde mich nie wieder über dieses WC beugen, weil es verstopft ist. Nie wieder diesen Boden staubsaugen, die Fenster putzen, die Haustür abschliessen." Stück für Stück trage ich meinen Besitz aus meinem Zuhause, aus meinem Zimmer raus. Es wird immer leerer. Ich auch. Ganz zum Schluss kratze ich die Aufkleber von der Tür. Sie hinterlassen dunkle Stellen, reissen den Lack mit sich. Pinsel, Farbtopf - einmal drüber gestrichen, schon ist nichts mehr zu sehen. Bald wird die Tür getrocknet sein, bereit, für die nächsten Aufkleber. Das Zimmer, bereit, für den nächsten Bewohner. Bereit, wieder ein Zuhause zu sein. Meines ist es nicht mehr.

Freitag, 16. März 2012

Klassentreffen

Wenn man merkt, dass man plötzlich nicht mehr in diese Welt gehört. In eine Welt, deren Teil man früher war. Wenn man merkt, dass sich der Schwerpunkt verschoben hat. Dass man nicht mehr über das Gleiche redet. Wenn man merkt, dass man sich entfernt hat, viel weiter als Erde und Mond voneinander entfernt sind. Wenn man merkt, dass man unterschiedliche Leben hat, dass andere Sachen wichtig sind, andere Dinge erfreuen und den Schlaf rauben. Dann hat wohl jemand die Tapete gewechselt. Und man kann noch so sehr versuchen, die alten Zeiten wieder aufleben zu lassen - man wird es nicht schaffen, man wird versagen, man wird nicht wieder Teil dieser Welt. Nie wieder. Jede Welt hat ihre Zeit.

Sonntag, 11. März 2012

Nach dem Tag

Ich vermisse sie. Zu lächeln. Zu fragen und zu antworten. Haare aus dem Gesicht zu streichen. Einladen und einladen zu lassen. Die Gedanken schweifen zu lassen, die Fantasie aufzuwecken, das Unmögliche auszuprobieren. Ich vermisse sie schon jetzt, die Freiheit.

Dienstag, 29. November 2011

Umbruch

Umbruch.
Da bricht was. -
Auseinander
-
Gehen. Und kommen.
Geben. Und nehmen.
Verabschieden. Begrüssen.
Entfernen. Hinzufügen.
Abnehmen. Aufhängen.
Umgestalten.

Umbruch.

Dienstag, 1. November 2011

Aus dem klaffenden Schnitt strömte das Blut.

Manche Leute verletzen sich nie.
Andere haben eine gute Wundheilung, es entstehen keine Narben, die Wunden gehen vergessen.
Wieder andere werden wochen-, monate-, gar jahrelang an den Schmerz erinnert. Durch einen feinen Strich auf der Haut oder eine weisse, glatte Fläche. Irgendwann ist der Strich vollends in die restliche Haut integriert und hebt sich nicht mehr ab. Er wird Teil des Menschen, lässt uns nur noch kurz und blitzartig an bestimmte Ereignisse zurück denken.
Dann gibt es da noch eine letzte Gruppe. Dazu gehören die Leute, die sich heldenhaft mit ihren Wunden schmücken, mehr oder auch weniger nach aussen hin getragen. Die sie immer wieder aufkratzen. Die den Schmerz immer wieder neu empfinden. Die sich nicht helfen lassen, die keine Pflaster, Salben und Verbände wollen. So sind Narben aus dem Januar noch im November frisch, und Wunden aus dem August heilen nie.

Donnerstag, 29. September 2011

Und die Statue stürzte vom Sockel.

Wenn du merkst, dass die Helden deiner Kindheit, deine Vorbilder und Idole, die, zu denen du voller Bewunderung aufgeschaut hast - wenn du merkst, dass sie gar nicht so toll sind. Dass sie gar nicht so viel wissen, so viel können, dass sie gar nicht so gut sind wie du immer gedacht hast. Wenn du merkst, dass du sie überholt hast, weil sie stehen geblieben sind. Dass DU nun IHR Vorbild bist. Wenn du ihre Gesellschaft nicht mehr schätzt, weil dich ihre Beschränktheit in den Wahnsinn treibt. Und wenn es dich wütend macht, wie du andere Menschen auf einen Sockel stellst - nur um sie dann früher oder später herunterkippen zu sehen.
Dann weisst du einmal mehr, dass du älter wirst, dass du dich veränderst, und die Welt sich mit dir. Und dass nichts so ist wie du es siehst.

Donnerstag, 25. August 2011

V.H., c/o

Ich habe es satt, dieses c/o in meiner Anschrift. Seit einigen Jahren ist es da, manchmal nur gefühlt, meistens aber echt. c/o in Häusern, Zimmern, bei Familien, fremden Leuten. Immer c/o. Bei. Zu Gast. Auf Zeit. Ich will kein c/o sein. Wenn ich meinen Absender auf einen Brief schreibe, möchte ich vier Linien haben. Name, Strasse, Ortschaft, Land. Und nicht noch ein c/o und das Ablaufdatum dieser Adresse.
Ausserdem habe ich es satt, meinen Facebookstatus mit "V. H. packt" zu füttern. Packt aus. Kommt heim. Stellt den Koffer in die Ecke. Ja. Aber nicht schon wieder packen, auspacken, einpacken, umpacken, aufhängen, abhängen, kennen lernen und so weiter. V.H. lässt sich nieder.
Bald gehts nämlich auf an den ersten Ort seit langem, an dem ich definitiv aupacke. Wo es kein geschriebenes c/o gibt. Hoffentlich gibt es dort auch kein gefühltes c/o. Mein Name steht schon auf dem Briefkasten. Er bleibt hoffentlich für eine Weile da. Und auf dem Estrich ist genug Platz für Koffer und Kisten, die sich einstauben lassen können. Ich bin bereit.
Mein Zuhause. Mein. Zuhause.

Samstag, 16. Juli 2011

Vorwärts oder Der Hausbau

Ich freue mich auf die Zukunft. Auf meine Zukunft.
Jeder baut sich seine Zukunft selber. Die Vergangenheit ist das Fundament, unser Tun und Handeln sind die Bausteine und zusammengehalten wird das ganze von Träumen, Wünschen und Hoffnung. Manchmal wackelt alles ein bisschen - aber einstürzen tut unser Bauwerk erst, wenn keine Hoffnung mehr da ist. Nicht das kleinste Fünkchen. Keine Träume, keine Wünsche. Nichts mehr. Denn ohne Mörtel hält kein Stein auf dem anderen.
Jeder baut sich seine Zukunft selber. Die einen sind die geborenen Architekten, die anderen brauchen ein bisschen länger, um herauszufinden, auf welchen Grund sie ihre Pfeiler und Grundmauern stellen müssen.
Ich freue mich auf meine Zukunft. Ich baue sie selber. Vielleicht ändert sich noch das ein oder andere Zimmer im 1. Stock. Vielleicht kommt noch ein Anbau dazu, irgendwann, oder ich werfe die Pläne für das Dach komplett über den Haufen. Vielleicht wechsle ich plötzlich das Material oder gar den Standort. (Ja, das geht.)
Im Moment ist mir das egal. Ich freue mich auf meine Zukunft. Ich baue sie mir selber. Das, was schon steht, gefällt mir. Das, was geplant ist, gefällt mir auch. Und das, was effektiv werden wird - naja, mit dem werde ich mich schon anfreunden können.

Mittwoch, 6. Juli 2011

Züglete und anderes.

Umbruch.
Altes wird zu Neuem.
Wegwerfen.
Kriegen.
Schenken.
Entdecken.
Staunen.
Finden.
Suchen.
Entscheiden.

Mittwoch, 22. Juni 2011

Wasserglas

Manchmal, da bist du voller Fragen. Willst wissen, wohin die Reise gehen wird, was sie wohl bringt, wem du begegnen wirst. Manchmal, da willst du alles. Jetzt und sofort. Und manchmal, da willst du sogar noch mehr. Manchmal, da bist du neugierig, willst entdecken, erleben, erfahren. Da willst du spüren, Freud und Leid, Schmerz und Heilung. Du willst leben.

Aber manchmal, da ist dir auch alles egal. Da bist du die Gleichgültigkeit in Person, teilnahmslos, emotionslos, ohne Interesse an deiner Umwelt und deinen Mitmenschen. In diesen Zeiten bist du nicht gerade entscheidungsfreudig. Ist ja sowieso alles egal. Total egal. Alles.

Einpendeln tut sich das nie. Hauptsache, du findest immer noch den Weg zurück.

Vielleicht ist man so, wie man das Glas sieht. Halb voll oder halb leer.

Sonntag, 19. Juni 2011

Entfernungen

Manchen Menschen ist man näher, wenn man ganz weit voneinander entfernt ist.

Montag, 23. Mai 2011

Abreise

Mir gönd, ein Schritt um de ander. De Koffer röllelet hinder üs, me ghörten guet uf de Pflaschterstei. Dezue hemmer au no en Rucksack wo schwer uf de Schultere laschtet. Döt isch all da viele Züüg drin, wo mer mit üs umeträget. Wie viel vo däm ächt überflüssig isch...?! Ich weiss es nöd. Mir gönd, ein Schritt um de ander. Tip Tap Tip Tap. Mir drüllet üs um und winked. I chume is stolpere, aber i cha mi feschthebä, am Koffer, mitem ganze Züüg drin. Und au de Rucksack bütet mer Halt. Ich stoh wieder fescht uf beidne Bei und mir gönd, ein Schritt um de ander.

Dienstag, 10. Mai 2011

Der Lauf der Zeit

Und wieder einmal weine ich. Ich trauere. Ich trauere, weil alles vergänglich ist. Weil die Uhr in schlechten Zeiten still zu stehen scheint, und weil man in guten gar nicht hinterher kommt mit geniessen. Ich trauere, weil ich voller Wehmut zurück blicken werde. Bleibt nur zu hoffen, dass ich den Blick nach vorne nicht verlieren werde. Ich trauere, weil man nichts, un sei es auch noch so schön, festhalten oder verlängern kann. Es wird vergehen. Wie alles. It's slipping through my fingers.
Es ist mir vollkommen klar, dass das so ist, dass wir es nicht ändern können, dass es gut so ist, dass wir die Erinnerungen haben, eines der grössten Geschenke. Aber trotzdem - oder vielleicht grade deshalb - trauere ich. Und weine.

Montag, 9. Mai 2011

Lauf nicht weg, komm mit

Komm, lass uns aus dem Fenster springen, barfuss über die Wolken laufen.
Komm, legen wir uns ins Gras, lassen uns von den Halmen kitzeln.
Komm, hüllen wir uns ein im Nebel, schweben über die Strassen.
Komm, versinken wir im Sand, so weich und so nah am rauen Meer.
Komm, klettern wir auf einen Baum, packen uns im Blätterdach ein.
Komm, komm mit mir, wohin auch immer.

Dienstag, 26. April 2011

Hanna

Ich kenne eine Frau, die will Gefängnispfarrerin werden. Oder Flughafenpfarrerin. Oder so etwas. Sie sagt, sie möge Leute, die ankommen und weggehen, die auf dem Weg sind. Sie sagt, sie möge Menschen mit Gepäck. Für mich heisst das irgendwie, dass sie alle Menschen mag. Denn jeder ist doch irgendwie auf dem Weg. Es gibt keinen Stillstand. Und jeder schleppt das ein oder andere Dingens mit sich rum, vielleicht nur etwas ganz kleines in der Manteltasche, vielleicht ein Rollkoffer, den man hinter sich herziehen kann, vielleicht eine Reisetasche mit abgerissenen Trageriemen und vielleicht lastet das Gepäck auch in einem grossen Rucksack auf den Schultern. Aber man ist ständig auf dem Weg von da nach dort, man nimmt dies mit und lässt jenes zurück. Sei es nun von Gate A nach Gate D mit einem Plastiksack voller Mitbringsel aus einem fremden Land, sei es auf dem Weg der Einsicht, mit einem Fass voller Reue, oder auch einfach nur auf dem Weg durch die Zeit, mit Bildern und Erinnerungen.
We all are people on the way. And we all are people with luggage.

Sonntag, 17. April 2011

Wandern durch die Zeit

Ich mache mich auf. Ich mache mich auf eine Reise, ohne Ziel, ohne Plan. Planlos, ziellos. Aber ich mache mich auf. Sie wird mich über Hügel und durch Flüsse führen, durch einsame Steppen und belebte Wälder. Ich werde sicher vor dem ein oder anderen Abgrund stehen - aber ich werde Brücken suchen und finden. Und wenn nicht, steige ich eben hinunter, bis ganz nach unten. Und auf der anderen Seite wieder hoch. Ich begebe mich auf eine Reise in die Ungewissheit, ins Innerste. Niemand weiss, was mich erwartet. Ob mich überhaupt etwas erwartet. Ich erwarte nämlich nichts. Ich lasse alles auf mich zukommen. Obwohl - nein, ich mache mich ja auf, ich gehe darauf zu. Wie auch immer, ich mache mich auf, auf eine Reise, ohne Ziel, ohne Plan, in die Ungewissheit, ins Innerste. Wir werden sehen, wie und ob ich zurückkehren werde, ob sie mich prägen oder verändern wird. Ich werde Bilder sammeln, und Gerüche, und Gesichter und Wortfetzen. Und dann werde ich alles Bündeln und fest verstauen, nachdem ich es ausgiebig betrachtet habe. Aber zuerst einmal mache ich mich auf und gehe sammeln. Ich mache mich auf, auf ins Unbekannte.

Mittwoch, 13. April 2011

Bus fahren leicht gemacht

Der 201. Eintrag - und ein ganz "normales" Erlebnis:

Ich fahre Bus. Wieder einmal. Der Bus ist überfüllt. Wie so oft. In meinen Ohren stecken Kopfhörer, ich bin tief versunken in die Welt von Coldplay, Yannick Noah, Stress und Stornoway. Ich habe mir ein Plätzchen ganz vorne ergattert, stehe dort beim Buschauffer, an der vordersten Tür. An Haltestelle Nummer fünf steigt ein Jugendlicher ein, ich schätze ihn ein bisschen jünger als mich selber. Er scheint eine leichte Behinderung zu haben. Der Junge setzt sich auf einen der zwei freien Plätze ganz vorne, dort, wo ich stehe. Er drückt auf seinem Handy herum. Plötzlich mischen sich zum zarten Gesang von Avril Lavigne raue HipHop-Töne. Sie kommen aus dem Handy in der Hand des Jungen. Ich beobachte die anderen Passagiere. Inzwischen sind wir zwischen Haltestelle sechs und sieben. Die Leute schauen auf, suchen die Lärmquelle, finden sie, gucken genervt, seufzen, drehen den Kopf weg. Wir sind an Haltestelle Nummer sieben. Der Buschauffer blickt über die Schulter. Der Junge sagt: "Was?" Der Buschauffer dreht sein Radio lauter. Und fährt weiter. Ich kann die Abneigung förmlich spüren. Das "Mitleid". Mindestens 47 der 52 Menschen im Bus fühlen sich gestört. Oder 47,5. Ich bin der halbe Mensch. Mich stört es nämlich nur ein bisschen. Aber ich kann ja meine Musik auch lauter drehen, dann höre ich seine nicht mehr. Aber so ein ganz klein wenig stört es mich schon noch. Wir haben inzwischen Haltestelle Nummer neun passiert. An Haltestelle Nummer zehn steigt der Junge aus. Es folgen ihm böse Blicke. Und Blicke der Überlegenheit. Wir sind besser als du. Du kennst kein Benehmen. Aber niemand hat etwas gesagt. Niemand hat sich getraut, ihn zu bitten, die Musik auszumachen. Vielleicht hätte er es gemacht. Niemand. Ich auch nicht. Ein junger Mann, eineinhalb Meter von mir entfernt, leicht behindert. Ich habe mich nicht getraut.

Donnerstag, 7. April 2011

Altern oder Die Zeit vergeht wie der Wind

Und plötzlich gehörst du zu den Alten. Plötzlich siezen dich die Leute, stehen im Bus für dich auf, wollen dich stützen. Plötzlich siehst du lauter unbekannte Sachen in den Regalen - alle anderen laufen und kaufen sie wie selbstverständlich, als wären diese Dinge schon immer da gewesen. Plötzlich wünscht sich dein Kind, dein Göttibueb oder deine Enkelin etwas, von dem du noch nie gehört hast. Oder bringt dir etwas bei - wie wir heutzutage das SMS oder Internet an die älteren Generationen vermitteln. Plötzlich sagst du Sätze wie "Das wirst du auch noch erleben." oder "Früher, da..." oder "Ich rede aus Erfahrung." Tauschst dich über den Job, die Kinder, das Haus, später über die Gebrechen und Enkel aus.

Und plötzlich steht dein Jahrgang auf den Todesanzeigen in der Zeitung.

Donnerstag, 17. März 2011

Wir Menschen sind doch alle Forellen

Du musst anders sein als die anderen, du musst ein Individuum sein, du musst gegen den Strom schwimmen.
Das hören wir immer wieder. Und wir geben unser Bestes, individuell zu sein, uns von der Masse abzuheben, uns zu etwas Besonderem zu machen. Anfangs fand ich das toll. Doch mit der Zeit kam immer mehr das Gefühl auf, einige Menschen schütteln zu wollen. Du musst nicht um des Anders-Sein-Willens anders sein! Sei einfach so, wie du bist. Geh deinen Weg. Manchmal führt dein Weg vielleicht in die gleiche Richtung wie der Strom fliesst. Dann gehst du mit ihm. Und manchmal geht der Weg aber auch wieder in eine andere Richtung. Dann schwimmst du gegen ihn.
So einfach ist das.