— NO FREESTYLE ENGLISH VERSION BELOW THIS TIME - SORRY GUYS - MAYBE NEXT TIME AGAIN! —
Hej!
Lang ist’s her, seit der letzte Bericht von mir kam. Das lag vor allem an Leipzig: Nach einem harzigen Anfang (die Fänge der Einsamkeit können manchmal ganz schön fest zugreifen - das gehört zu der Umzieherei dazu und ist doch immer wieder überraschend und erdrückend) habe ich mich in dieser wunderbar grünen und lebendigen Stadt eingelebt und ein neues Zuhause gefunden. Dazu gleich mehr. Jetzt aber die wichtigste Info vorweg: Ab dem 1. März wohne ich im Gundeli im schönen Basel, Schweiz (die genaue Adresse darf gerne erfragt werden). Grund dafür ist meine neue bzw. erste Arbeitsstelle, ebenfalls ab dem 1. März in Biel. Auch dazu gleich mehr. Wie immer ist Post sehr willkommen, Besuch natürlich auch!
Nun also zu den letzten Monaten:
Leipzig
Hej!
Lang ist’s her, seit der letzte Bericht von mir kam. Das lag vor allem an Leipzig: Nach einem harzigen Anfang (die Fänge der Einsamkeit können manchmal ganz schön fest zugreifen - das gehört zu der Umzieherei dazu und ist doch immer wieder überraschend und erdrückend) habe ich mich in dieser wunderbar grünen und lebendigen Stadt eingelebt und ein neues Zuhause gefunden. Dazu gleich mehr. Jetzt aber die wichtigste Info vorweg: Ab dem 1. März wohne ich im Gundeli im schönen Basel, Schweiz (die genaue Adresse darf gerne erfragt werden). Grund dafür ist meine neue bzw. erste Arbeitsstelle, ebenfalls ab dem 1. März in Biel. Auch dazu gleich mehr. Wie immer ist Post sehr willkommen, Besuch natürlich auch!
Nun also zu den letzten Monaten:
Leipzig
- Leipzig ist, wie gesagt, sehr grün. Mein Weg in die Innenstadt, zur Bibliothek oder zum Arabisch führte immer durch einen einzigen, riesigen Park, der eigentlich eher ein kleiner Wald ist. Das werde ich sicherlich vermissen, tut es doch gut, ein bisschen Natur in der Stadt zu haben. Diesmal habe ich es auch wirklich durchgezogen und bin immer mit meinem Fahrrad gefahren - auch ein tolles Gefühl der Freiheit. Die körperliche Betätigung war ein guter Ausgleich zu vielen Schreibtischstunden, und nun kann ich definitiv kaputte Reifen (also Schläuche… und auch nur vorne… aber immerhin!) selbstständig austauschen.
- Leipzig lässt auch die Veganer-Seele höher schlagen - so viele Angebote, überall, eine Freude. Kulinarisch war das Leben wirklich gut hier…
- … und auch kulturell. Kino, Filmfestivals, Konzerte, Märkte, Ausstellungen… was das Herz begehrt. Fertig geworden bin ich noch lange nicht mit allem, Gewandhaus und Oper haben noch keinen Platz gefunden, Besuche in Leipzig sind also unumgänglich.
- Was meine Zeit in Leipzig aber am meisten prägte, war die KSG (Katholische Studentengemeinde), mit deren Wochenprogramm mein Kalender immer gut gefüllt war: Messe mit anschliessendem Essen, Laudes um 7 Uhr morgens mit Frühstück, Gemeindeabend mit Abendessen (ja, kulinarische Köstlichkeiten sind eben auch wichtig!) und Diskussionsrunden zu Themen, Internationale Abende und diverse Aktionen wie die musikalische Begleitung von Gefängnisgottesdiensten oder gemeinsames Kochen für die Messebesucher… Hinzu kamen Dinge wie der mehr oder weniger regelmässige Doppelkopftreff, den ich sehr vermissen werde. (Aber wer weiss, vielleicht lässt sich in der Schweiz ja ein Grüppchen zum Jassen finden.) So durfte ich, obwohl ich nie an der Leipziger Uni war, viele tolle (liebenswerte, lustige, herzensgute, diskussionsfreudige, interessante, unterschiedliche, einzigartige…) Studierende kennenlernen. Ich werde sie vermissen, wie auch die Gemeinschaft als Ganzes, die mir schnell das Gefühl von Heimat, angekommen und willkommen sein vermittelt hat.
Studium / Arbeit
- Die Masterarbeit wurde, wie schon vermutet, in einem Kraftakt und unter zeitlichem Druck Anfang Dezember zu Ende gebracht. Die mündliche Verteidigung folgt in einer Woche, danach ist das Kapitel Universität erst einmal abgeschlossen. Darüber bin ich doch ganz froh, auch wenn mein Wissensdurst alles andere als gestillt ist. Aber Wissensdurst und Uni hängen ja auch nicht zwingend zusammen… (Wer Interesse an der (auf Englisch verfassten) Arbeit hat, kann sie auf Nachfrage gerne per PDF geschickt bekommen. Titel: „Don’t give me a fish, teach me how to fish!“ - A Qualitative Study on Bedouin Boys’ Perception of their Prospects and Gender Roles in the Bedouin Community in the Negev)
- Weiter geht es nun ab dem 1. März mit einer Stelle als „Graduate Trainee in Talent Management and Communication“ bei cinfo. Das ist eine Organisation, die im Bereich der Internationalen Zusammenarbeit verknüpft, informiert, weiterbildet. So ganz grob gesagt. Wer mehr wissen will, darf mich gerne fragen, googlen gehen oder auf den nächsten Bericht warten, wo ich evtl. beschreiben werde, was ich da den ganzen Tag so tue. Ich freue mich auf jeden Fall, nach einer Prüfung und einem zweiründigen Interviewparkour diese Stelle bekommen zu haben. Sie ist auf 12 Monate befristet und gibt mir damit die Gelegenheit, einen Einblick zu bekommen und dann besser zu entscheiden, wo der Weg konkret hingehen soll. Ich bin gespannt und freue mich sehr, auch wenn mich die Vorstellung von zwölf Monaten 100 % erwerbs-arbeiten noch ein wenig abschreckt.
Reiserei
- Im November hatte ich das grosse Vergnügen, ein liebliches „Chalet“ im Toggenburg hüten zu dürfen. Dort fand ich die nötige Ruhe (chrm…), um an meiner Masterarbeit zu schreiben. Aber auch eine Wanderung im Appenzellerland, das Auffrischen vieler sozialer Kontakte (Klassentreffen, Freunde in St. Gallen, Basel und Bern besuchen, ein Abstecher ins Engadin, eine Schneeballschlacht auf der Wolzenalp…) und Teilnahme an Aktivitäten wie dem dörflichen Adventsmarkt oder einer Filmvernissage fanden Platz in diesem Monat.
- Nach einem Zwischenstopp in Leipzig ging es für die Vorweihnachts- und Weihnachtstage nach Vilnius (ein schönes Städtchen mit einem sehr… interessanten… Weihnachtsbaum), danach zum Taizé-Jugendtreffen nach Riga. Dort durfte ich dieses Jahr im Presseteam mithelfen, was viel Gerenne bedeutete. Auch viele Interviews durfte ich geben, unter anderem für das französische Radio und lettische Fernsehen. Es war schön, meine Fähigkeiten und Sprachen einsetzen zu können, noch dazu für etwas, das ich als sehr sinnvoll erachte. Natürlich (bzw. nicht natürlich, aber zu meiner grossen Freude) bin ich auch dort wieder einer Menge wundervoller Menschen begegnet. Ich hoffe sehr, einige von ihnen in Basel begrüssen zu werden, denn - JA! - dort wird das nächste Europäische Jugendtreffen stattfinden! Taizé und Jugendliche aus aller Welt, vornehmlich Europa, werden über Silvester 2017/2018 in Basel zu Gast sein, worauf ich mich riesig freue. Nicht zuletzt deshalb habe ich mich dazu entschlossen, meinen Wohnsitz nicht nach Biel (zukünftige Arbeitsstelle) sondern wieder nach Basel zu verlegen.
- Teil der Reisereien war auch immer wieder München. Auch dort pflege ich noch Kontakte zur Hochschulgemeinde und anderen lieben Menschen. Besonders gefreut hat mich, zwei Eramus-Freundinnen (eine aus der Zeit in Rennes, eine aus Lund) in Germersheim und Dortmund besuchen zu können. Viele Monate haben wir uns nicht mehr gesehen, doch wenn man dann merkt, dass die Wellenlänge noch immer stimmt, dann ist das irgendwie beruhigend und schön.
- Weiter geht es nun mit einem Abstecher nach München (Verteidigung) und Wien (das ich seit dem Sommermonat schmerzlich vermisse), danach geht es in die Schweiz und das strikte Arbeitsleben beginnt. Viel Zeit zu Auslandsreisen wird da wohl kaum bleiben, doch auch innerhalb der Landesgrenzen gibt es ja noch viiiiiel zu entdecken… Besonders die Bergwelt möchte ich gerne noch mehr erkunden - wir werden sehen, wie realisierbar das sein wird.
Sonstiges
- Besonders wichtig war in letzter Zeit auch das Thema Gefängnisseelsorge. Dazu besuchte ich im Oktober ein Seminar des Schwarzen Kreuzes in Hannover, bei dem ich tolle Menschen treffen und zu interessanten Themen diskutieren durfte. Eine Tagung in Bad Boll setzte diesen Weg fort, die musikalischen Einsätze in Gefängnisgottesdiensten mit der KSG taten ihr übriges, um vollends mein Interesse für dieses Feld zu wecken. Ich bin gespannt, wie sich das in der Schweiz weiter verfolgen lässt.
- Im Oktober war es erneut Zeit für einen Halbmarathon - die 2-Stunden-Marke wurde wegen 75 Sekunden nicht geknackt, doch der Spass war da, ich kam ins Ziel und durfte dort sogar einen Laib Brot in Empfang nehmen. Der Muskelkater am nächsten Tag war… spürbar… aber noch ist der Körper mehr oder weniger jung und war somit nach einigen Tagen wieder wie neu.
- Zum Schluss nun ein Ausblick - in Gedankenfetzen: Verteidigung der Masterarbeit und damit Abschied aus der akademischen Laufbahn, Wien, Umzug (und damit verbundenes Ausmisten), neue WG (wir sind zu siebt in einem Haus im Gundeli - mit Garten und Gemüsekorb und allem!), neue Arbeit, lange Pendlerwege, zurück in Basel (juhuuu!! <3), Fasnacht (die drey scheenschte Dääg!)… Momentan sehe ich der Zukunft ganz vertrauensvoll entgegen, obwohl es gleichzeitig genug Themen gibt, die mich beschäftigen und die eher „globaler Natur“ sind. Aber das ist ja auch gut und soll wohl so sein.
Nun bleibt mir nichts weiter, als euch für eure Unterstützung in den letzten Monaten zu danken (sei das mit lieben Worten und Gedanken, mit Briefen, Besuchen oder dem Korrekturlesen meiner Arbeit, sei das durch die Gastfreundlichkeit, die ich vielerorts erfahren durfte, die gestrickten Wollsocken oder ein aufmunterndes Skype-Gespräch… DANKE!) und euch mit einem Random Fact in die zweite Wochenhälfte zu entlassen.
Random Fact: Bei einem Spaziergang mit meinem Biologen-Vater durfte ich erfahren, wie sich Misteln verbreiten. Das ist ziemlich spektakulär. Zuerst muss ein bestimmter Vogel eine Mistelbeere fressen. Die ist nicht wirklich verdaulich und kommt dann früher oder später wieder hinten raus. Optimalerweise fliegt der Vogel genau dann über einen Baum, der anfällig für Misteln ist (also z.B. evtl. schon ein wenig krank). Die Scheisse muss dann auch noch auf einen jungen Ast treffen - auf zu dicken Ästen funktioniert der Trick nicht mehr. Die zähe Beere (also wie eine Beere sieht sie nach dem Weg durch den Vogel nicht mehr aus… aber halt so ungefähr) bleibt dann jedenfalls an einem jungen, eher dünnen Ast kleben und rammt nach und nach ihre Wurzeln in diesen Ast. Und schon hat man eine neue Mistel, sozusagen - die wächst dann lange lange lange, bis sie als diese typische „Kugel“ in den Ästen der Bäume gesichtet werden kann. Für jede „Kugel“ muss aber wieder eine neue zerquetschte Beere auf einen jungen Ast treffen - also per Glück durchs runterfallen und draufkrachen oder per Umweg durch den Vogel. Wahnsinn, oder? (Mein Vater wird sich nun die Haare raufen ob meiner sicherlich mangelhaften Darstellung. Aber so blieb es bei mir hängen (quasi wie die Mistelbeeren-Vogelscheisse auf dem Ast, haha), es wird auch kein Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit erhoben.
Nun bleibt behütet und seid von Herzen gegrüsst - bästa hälsningar!
Random Fact: Bei einem Spaziergang mit meinem Biologen-Vater durfte ich erfahren, wie sich Misteln verbreiten. Das ist ziemlich spektakulär. Zuerst muss ein bestimmter Vogel eine Mistelbeere fressen. Die ist nicht wirklich verdaulich und kommt dann früher oder später wieder hinten raus. Optimalerweise fliegt der Vogel genau dann über einen Baum, der anfällig für Misteln ist (also z.B. evtl. schon ein wenig krank). Die Scheisse muss dann auch noch auf einen jungen Ast treffen - auf zu dicken Ästen funktioniert der Trick nicht mehr. Die zähe Beere (also wie eine Beere sieht sie nach dem Weg durch den Vogel nicht mehr aus… aber halt so ungefähr) bleibt dann jedenfalls an einem jungen, eher dünnen Ast kleben und rammt nach und nach ihre Wurzeln in diesen Ast. Und schon hat man eine neue Mistel, sozusagen - die wächst dann lange lange lange, bis sie als diese typische „Kugel“ in den Ästen der Bäume gesichtet werden kann. Für jede „Kugel“ muss aber wieder eine neue zerquetschte Beere auf einen jungen Ast treffen - also per Glück durchs runterfallen und draufkrachen oder per Umweg durch den Vogel. Wahnsinn, oder? (Mein Vater wird sich nun die Haare raufen ob meiner sicherlich mangelhaften Darstellung. Aber so blieb es bei mir hängen (quasi wie die Mistelbeeren-Vogelscheisse auf dem Ast, haha), es wird auch kein Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit erhoben.
Nun bleibt behütet und seid von Herzen gegrüsst - bästa hälsningar!