Leben, das ist das Allerseltenste in der Welt - die meisten Menschen existieren nur. ... Oscar Wilde



Freitag, 30. September 2011

Vom Träumen.

Manche Menschen sehen die Dinge wie sie sind und fragen: "Warum?" Ich träume von Dingen, die es noch nie gegeben hat, und frage: "Warum nicht?"
George Bernard Shaw

Allein die Möglichkeit, dass ein Traum wahr werden könnte, macht das Leben lebenswert.
Paulo Coelho


Die Welt unterteilt sich in Menschen, die dir erzählen, dass deine Träume unerreichbar sind und in solche, die dich auf ihre Schultern heben, damit du besser herankommst. Ich lasse mich lieber zu den Sternen heben als am Boden festnageln.
Katie Kacvinsky in "Die Rebellion der Maddie Freeman"

Donnerstag, 29. September 2011

Und die Statue stürzte vom Sockel.

Wenn du merkst, dass die Helden deiner Kindheit, deine Vorbilder und Idole, die, zu denen du voller Bewunderung aufgeschaut hast - wenn du merkst, dass sie gar nicht so toll sind. Dass sie gar nicht so viel wissen, so viel können, dass sie gar nicht so gut sind wie du immer gedacht hast. Wenn du merkst, dass du sie überholt hast, weil sie stehen geblieben sind. Dass DU nun IHR Vorbild bist. Wenn du ihre Gesellschaft nicht mehr schätzt, weil dich ihre Beschränktheit in den Wahnsinn treibt. Und wenn es dich wütend macht, wie du andere Menschen auf einen Sockel stellst - nur um sie dann früher oder später herunterkippen zu sehen.
Dann weisst du einmal mehr, dass du älter wirst, dass du dich veränderst, und die Welt sich mit dir. Und dass nichts so ist wie du es siehst.

Mittwoch, 28. September 2011

Schifffahrt

Ich fahre gerne mit dem Schiff. Die Kinder freuen sich, weil es etwas Besonderes ist. Und auch die Erwachsenen scheinen entspannter auf dem sanft schaukelnden Untergrund. Sie ruhen, denn weg können sie sowieso nicht. Ihr Körper jedenfalls kann nicht weg. Aber alles andere nimmt der Wind, er trägt es davon. Alle Sorgen, Ängste, Gedanken, Gefühle. Bis nur noch die wehenden Haare übrig bleiben.

Montag, 26. September 2011

Teeren und Lehren

"Es macht ja schon einen ziemlichen Unterschied, ob man sagen kann 'Ich habe das und das studiert' oder ob man sagen muss 'Ich habe heute die Strasse vor dem Haus geteert'."

Zu dieser Aussage stelle man sich einen überheblich wirkenden, gut gekleideten und kleinen Studenten vor, der wie ein Muttersöhnchen aussieht und die Nase hoch im Himmel trägt. Er ist ganz offensichtlich stolz auf seinen Studentenausweis, vermutlich hat er seine Zulassung gerahmt und übers Bett gehängt. Er kauft sich morgens einen Vitaminriegel, fährt zur Uni, benutzt die Toilette, kommt nach Hause, öffnet einen Brief und fällt müde in sein bequemes Bett. Dass dafür eine Verkäuferin, ein Busfahrer, eine Putzfrau, ein Briefträger und ein Möbelmensch nötig sind - und das nur an vorderster Front, ganz zu schweigen von den Menschen, die die Waren lagern, transportieren, abpacken, herstellen... - daran verschwendet der junge Mann keinen Gedanken. Viel zu sehr ist er damit beschäftigt, sich ganz seiner hochrangigen Bildung zu widmen. So erforscht er Sprachprobleme und Facetten der Gesellschaft. Er liest Bücher und schreibt Arbeiten. Er bildet sich und kann am Ende stundenlang referieren. Aber als er nach all den Jahren der Bildung sein Zertifikat (er ist nun Professor) an die Wand hängen möchte, kann er den Hammer nicht mehr halten. Seine Hände sind abgefault. Das Blut wurde im Kopf gebraucht. Tja, dumm gelaufen. Es ist schon ein Unterschied, ob man sagen muss 'Meine Hände arbeiten nicht mehr' oder ob man sagen kann 'Ich arbeite mit meinen Händen'.

Sonntag, 25. September 2011

Das Wissen machts

Manchmal muss ich nicht am Meer sein,
und nicht auf dem Gipfel;
manchmal brauch' ich keine Wälder und Wiesen,
und auch keine Musik.
Manchmal ist die Sonne nicht da,
und du auch nicht,
und es geht mir trotzdem gut.
Denn manchmal reicht es
zu wissen,
dass es all diese Dinge gibt.
Dass es dich gibt.
Irgendwo.

Über die Liebe

Bevor der Verstand sich entschliesst, einen Schritt zu tun, hat die Liebe den siebenten Himmel erreicht. (Dschelaled-Din Rumi)

Liebe auf den ersten Blick ist einfach zu begreifen. Aber wenn zwei Menschen sich jahrelang angeschaut haben, dann wird sie ein Wunder. (Sam Levenson)

Liebe fordert nicht, Liebe ist ein Entgegenkommen. Sie ergreift nicht Besitz; sie gibt Freiheit. (Caren Casey)

Zuhause ist man, wo das Herz ohne Scheu lachen und in Ruhe seine Tränen trocknen lassen kann. (Unbekannt)

Es gibt nicht Schöneres als geliebt zu werden, geliebt um seiner selbst willen, oder vielmehr trotz seiner selbst. (Victor Hugo)

Das Leben ist Liebe - erfreue dich an ihr. (Mutter Theresa)

Alles bezwingt die Liebe. (Vergil)

Worth to think about it

"I think we've been through a period where too many people have been given to understand that if they have a problem, it's the government's job to cope with it. 'I have a problem, I'll get a grant.' 'I'm homeless, the government must house me.' They're casting their problem on society. And, you know, there is no such thing as society. There are individual men and women, and there are families. And no government can do anything except through people, and people must look to themselves first. It's our duty to look after ourselves and then, also to look after our neighbour. People have got the entitlements too much in mind, without the obligations. There's no such thing as entitlement, unless someone has first met an obligation."

Prime minister Margaret Thatcher, talking to
Women's Own magazine, October 31 1987

Dienstag, 6. September 2011

Breathe!

Breathe and you know that you are alive.
Breathe and you know that all is helping you.
Breathe and you know that you are the world.
Breathe and you know that the flower is breathing too.
Breathe for yourself and you breathe for the world.
Breathe in compassion and breathe out joy.

Breathe and be one with the air that you breathe.
Breathe and be one with the river that flows.
Breathe and be one with the earth that you tread.
Breathe and be one with the fire that glows.
Breathe and you break the thought of birth and death.
Breathe and you see that impermanence is life.

Breathe for your joy to be steady and calm.
Breathe for your sorrow to flow away.
Breathe to renew every cell in your blood.
Breathe to renew the depths of consciousness.
Breathe and you dwell in the here and now.
Breathe and all you touch is new and real.

Breathe. You are alive.

Anabel Laity

14 Tage später

Ramshyttan:
- Schwedisch, Englisch, mit Händen und Füssen, Deutsch und dann auch noch FRANZÖSISCH (Ich liebe den Akzent im Englisch der Franzosen.) - zu viel für meinen überforderten Kopf.
- Pilze sammeln ist genauso gefährlich wie Beeren pflücken.
- Mousse au chocolat muss nicht moussig sein. Es schmeckt auch, wenn es die Konsistenz von Schokoladencreme hat.
- Ein grosses Abschieds-Pancake-Essen mit selbst gepflückten Beeren.
- Es war nicht das letzte Mal an diesem atemberaubenden Ort. Ganz sicher.

Fiddlersfarm:
- Kleine Wanderungen mit grossen Rucksäcken - naja. Hauptsache, man kommt am Ziel an.
- Ich mag herzliche Begrüssungen. Und ich sehe gerne, dass sich nicht viel verändert hat. Die einen nennen das langweilig, ich nenne das beständig.
- Ein bisschen was HAT sich verändert: Das Chaos und der Dreck sind etwa um ein Viertel zurück gegangen. Immer noch unvorstellbar gross, aber besser. Hoffnung!
- Auch Kinder können sich weiterentwickeln. Die Grundzüge bleiben aber immer gleich.
- Zu viert (mit Bruder, einer Deutschen und einer Franzosin) macht die Arbeit doch gleich viel mehr Spass.
- Arbeit: "Wolken machen" oder auch Wolle von klebrigen Stellen befreien. An und für sich keine schlimme Arbeit, vor allem bei strömendem Regen - bis man die ersten Maden mit seinen Fingern zerquetscht hat. SIE WAREN ÜBERALL. Iih. Dann doch lieber keine weissen Weihnachten.
Ausserdem den Garten entrümpeln. Karotten, rote Beete, Kartoffeln, Zwiebeln ... - und alles im Überfluss. So hiess es denn dieses Jahr (anstatt "Lingonsylt und Apfelringe") Gemüse schnippeln (zum Teil mit der musikalischen Begleitung von Laifs Schülern - super!), kochen und in den Tiefkühler verfrachten.
Und wieder durfte ich malen: Diesmal eine Scheune, aber glücklicherweise im gleichen Farbton wie schon Maries Haus. Meine Hosen hätten sonst unmöglich ausgesehen, mit lauter bunten Farbtupfern... Dazu noch eine Feststellung: Eine lange Doppelleiter auf einem Traktor vermittelt einem nicht wirklich das Gefühl von Sicherheit. Dazu ein orkanartiger Wind und das Arbeitsklima ist perfekt.
- Hühner, Hasen, Katzen, Menschen, Pferde - alle wollen sie Essen haben.
- Auf der Fiddlersfarm gibts ein Klavier. JUHU!
- Ausflüge an die Küste und nach Halmstad zeigen: Auch dieser Teil des Landes ist noch genauso schön wie letztes Jahr.
- Laifs Brot ist lecker.
- Es gibt Menschen, deren Sätze zu 50 % lustig sind. Jeder zweite Satz bringt einen zum Lachen. Wahnsinn. Wenn ich diese Gedanken hätte, würde ich mich nur noch auf dem Boden kugeln.
- Riesentrampoline sind TOLL.
Es war eine rundum entspannte Woche, mit vielen guten Gesprächen und Momenten. Zeit zum Ankommen und Sein.

Schweden ist vorbei, diesmal ganz ohne Elch-Erlebnis. Mein Wortschatz hat sich um "Fliegenpilz", "Strick" und "Muskelkater" erweitert. Da werde ich wohl nochmal nach Schweden reisen müssen. Nach Amerika, Südafrika, Israel und Norwegen. Ach ach, das Fernweh, schon da, noch aus der Ferne.

Gatersleben:
Nach einer Woche gings dann weiter in die "alte Heimat", mit Bruderherz im Gepäck. Nach 12 Stunden und einer schönen Schiffsüberfahrt trafen wir in Gatersleben ein. Auch dort hat sich nicht viel verändert. Wie schön und entspannend nach den vielen neuen Eindrücken.
- Die Tierfrau bleibt eben eine Tierfrau. So teilten wir die Wohnung mit zwei Turmfalken, Mäusen, Ratten, einer Taube und einem Dutzend Schmetterlingspuppen. Die Insekten habe ich bewusst nicht aufgezählt, das würde den Rahmen sprengen.
- Nach einem Ausflug in das schöne Städtchen Quedlinburg (Cafe's über Cafe's - wäre eine perfekte Stadt für Cafe-Hopping; die alte Musikschule, wo noch immer die gleiche Flötenlehrerin arbeitet; viele schöne Fachwerkhäuser...), der dank der Deutschen Bahn übrigens sechs Stunden dauerte, von denen wir nur zweieinhalb in der Stadt selber waren, lasen wir eine kleine Schwalbe auf. Und mussten leider zusehen, wie sie wenig später starb, trotz fachmännischer Betreuung durch unsere Tierfrau. Fips ist jetzt im Schwalbenhimmel - da gibts ganz viele Mücken, die hat sie besonders gern. (Im Mückenhimmel gibts übrigens ganz viele Menschen.)
- Die Bürgermeisterin muss man nicht erkennen, wenn man seit 10 Jahren nicht mehr in dem Ort lebt. Oder?
- Ein Spaziergang zum ehemaligen Kindergarten. Schwelgen in Erinnerungen. Nostalgie. Ach ach. Da möchte man doch glatt nochmal Kind sein.

Nach drei Tagen ging es dann, diesmal alleine, weiter nach Wernigerode, zu meinen lieben Verwandten. Auch dort ist es immer wieder schön. Morgens habe ich Zeit für mich (die ich grösstenteils mit schlafen zubringe... Ich muss ja ausgeruht sein für die kommende Woche!) und nachmittags machen wir Stadtbummel, basteln, spielen Gitarre, lesen ... Abends gings dann ins Tischtennis, wo ich von einem über 80-jährigen Profi unterrichtet wurde - ich hoffe, er hatte danach keine Alpträume. Erkenntnis: Wernigerode und der Harz sind so schön wie eh und je. Und liebe Menschen bleiben liebe Menschen. Und Auto fahren macht Spass. Und Dachfenster (mit Regen drauf) sind ein MUST-HAVE. Ein zu schönes Geräusch, um es zu verpassen.

Morgen ist es soweit: Die letzte Etappe der Reise beginnt. Eine Woche darf ich mit dem cantacanti (Schulchor) Konzerte geben, Leute treffen, Zeit verbringen. Zuerst am Eurotreff in Wolfenbüttel, danach im Rahmen eines schon längst fälligen Gegenbesuchs bei unserem lieben Ahrensburger Chor (bei Hamburg). Es wird höchste Zeit für ein bisschen Musik!