Heute war eine Pressekonferenz zum Matriarchatskongress. Ich wäre am liebsten schreiend nach draussen gelaufen. Meine Gedanken wurden wild durcheinander gewürfelt, sie streunten umher, stürzten sich auf andere Gedanken, die friedlich seit Ewigkeiten irgendwo vor sich hin dümpelten - und so weiter. Da das hier mein Platz ist, fühle ich mich nicht verpflichtet, irgendwas zu ordnen. Deshalb, in der ganzen Schönheit des Chaoses (Chaoses? Des Chaos? Hmm...):
Lehrer lehren. Woher weiss ich, dass das, was mir gelehrt wurde, stimmt? Wurde mir die Wahrheit beigebracht, was ist Lüge, gibt es eine rote Pille? Will ich überhaupt die rote Pille, will ich hinter meine Weltbildgrenzen schauen? Hat irgendetwas Bestand?
Aussage von A: "Ich beschäftige mich schon mein Leben lang damit, was für ein Gefühl das ,Leben' einem gibt." Oke... Ist das Leben dafür nicht ein bisschen zu kurz? Kann man es nicht besser nutzen?
Aussage von B: "Die Mutter schenkt Leben." Ja, das mag stimmen. Aber. Ohne Vater geht nix. Es müsste also richtig heissen: Die Mutter und der Vater schenken Leben. Zum Beispiel.
Aussage von C: "Das Mütterliche ist gut. Die Männer übernehmen mütterliche Dinge, zum Beispiel können sie schützend werden." Wo bleibt dann aber das väterliche? "Die Frauen übernehmen auch Dinge von den Männern, zum Beispiel können auch Frauen autoritär sein." Äh... super. Menschen beeinflussen sich gegenseitig. Meiner Meinung nach ist das sehr gesucht und bringt nicht wirklich weiter. Aber vielleicht sehe ich einfach den Punkt noch nicht?
Es waren neunzig sehr fragwürdige Minuten. Ich finde die Weiblichkeit sehr wichtig, wie auch die Überlegungen zur Matriarchalen Gesellschaft. Aber wenn 1. Dinge nicht in einer Sprache erklärt werden können, in denen das Volk, welches am Ende ja der wichtigste Bestandteil ist, sie versteht, und wenn 2. die Männer dermassen aussen vor gelassen und negativ dargestellt werden, dann hört's bei mir auf. Schade.