Gib nicht auf.
Diesen Satz hört man so häufig. Ich jedenfalls. Es fängt an, wenn man Fahrrad fahren lernt, geht weiter, wenn man an einer Stange hochklettern will oder wenn man übt, in hohen Schuhen zu laufen. Ich hörte diesen Satz, als ich versuchte, hinter die Geheimnisse der Mathematik zu kommen und als ich mich durch den obligatorischen 20-Minuten-Lauf kämpfte. Manchmal wird dieser Satz, "Gib nicht auf!", auch ausgesprochen, wenn man erfolglos auf der Suche nach dem richtigen Kleid oder der perfekten Hose ist.
Gib nicht auf.
Natürlich werden die drei Worte auch in diversen Lebenskrisen als gut gemeinte Ratschläge benutzt. Als Ansporn, Motivation, Ermutigung, Hilfe.
Aber vielleicht werden sie auch manchmal zu oft benutzt. So oft, dass sie an Bedeutung verlieren. Oder in Situationen, in denen sie unangebracht sind. Denn vielleicht MUSS man manchmal aufgeben. Vielleicht ist manchmal aufgeben der richtige Weg. Vielleicht muss man sich manchmal eingestehen, dass es nicht geht, dass es nichts mehr zu geben gibt, dass es besser ist, zu gehen. Dass es besser ist, aufzugeben.
Vielleicht ist aufgeben manchmal stärker als kämpfen.