--- FREESTYLE ENGLISH VERSION BELOW ---
Hej! - ! سلام
Hej! - ! سلام
Es ist wieder einmal Zeit. Gerade ist Himmelfahrt vorbei – am gleichen Tag wurde hier in Israel auch des Holocausts gedacht, wie auch der Nachtreise Mohameds nach Jerusalem und seine Himmelfahrt – und ich geniesse die milden Abendstunden nach einem weiteren heissen Tag. Mittlerweile sind Temperaturen von teilweise weit über 30°C an der Tagesordnung, die Felder sind gelb, grüne Oasen gibt es nur noch wenige. Wie das Grün schwindet auch meine verbleibende Zeit hier. In vier Wochen werde ich bereits zurück sein und in Deutschland und der Schweiz herum tingeln. Wie die Zeit vergeht. Vielleicht wundert ihr euch, dass ich schon wieder zurückkomme. Es ist an der Zeit. Die Datensammlung für die Masterarbeit wird dann abgeschlossen sein, zum Schreiben geht man bekanntlich lieber woanders hin. Zudem fängt kurz darauf der Ramadan an, in dem tagsüber nichts gegessen (oder getrunken) werden darf und viele kaum bis gar nicht arbeiten. Auch die Temperaturen werden von jetzt an nur noch steigen – kurzum, ich will es vermeiden, mich mit dem Projekt Israel bis über die Grenzen hinaus zu überfordern und den Bogen verschiedenster Toleranzen zu überspannen. Deshalb soll es nach vier erlebnisreichen Monaten wieder gen bekannte Gefilde gehen. Soviel dazu.
Arbeit
Auch bei der Arbeit vergeht die Zeit. Die Eröffnung scheint schon Monate her zu sein. Alltag ist eingekehrt, sofern es hier je einen Alltag gibt. Ich tue immer noch dies und das, alles und nichts zugleich, irgendetwas fällt immer an. Letzte Woche haben wir in einem sehr (!) entlegenen Dorf einen Garten angelegt. Beziehungsweise für eine Familie, die in einem einzelnen Haus (... eher Hütte...) irgendwo in der Wüste lebt. Alleine findet man den Weg dorthin kaum, das Haus liegt zwischen den kahlen Hügeln einige Kilometer vom Rest des Dorfes entfernt. Der Boden besteht aus Sand und Stein, schon nach wenigen Minuten hatten wir alle zahlreiche Blasen an den Händen. Dazu kamen unmenschliche Temperaturen von etwa 40°C. Wie diese Familie dort lebt – keine Ahnung. Die vielen Kinder liefen alle barfuss über den rauen Boden, der mit Müll (Dosen, Zahnbürsten, Kleider, Rasierer, ein Ventilator, Verpackungen – alles!) übersäht war, innerhalb der Hauswände gab es irgendwie nichts und man fragt sich, wo diese Menschen leben und schlafen. Ein Mädchen trank Wasser aus einer der Tonnen, in denen das Regenwasser gesammelt wird. Was hat sie wohl eine Zukunft vor sich? Dass es diese Armut gibt – keine Frage, das ist ja irgendwie bekannt. Aber dass es sie, in diesem Ausmass, in Israel gibt? Einem Land, dass sich selbst gerne als fortschrittlich darstellt? Das überall WLAN anbietet, pünktliche Züge hat und in das unfassbare Mengen an Geld fliessen? In solchen Momenten kommt einem die Welt besonders ungerecht vor.
Wochenende - Unterwegs gesichtet
Schon wieder durfte ich mir ein paar Tage frei nehmen und mit meinen zwei Begleitern durch das Land reisen. Mit dabei war stets halb Israel, denn dummerweise hatten wir die Pessach-Woche erwischt, in der das ganze Land unterwegs zu sein scheint. Unsere Tour führte uns mit einem Mietauto (ganz frisch, es hatte 29km auf dem Zähler und war noch in Plastik eingepackt) am ersten Tag von Tel Aviv (immer noch eine tolle Stadt, die nicht zum restlichen Land passt – eine Bubble eben; aber baden kann man gut!) über Ashdod (auch da wurde gebadet) nach Lakiya. Am nächsten Tag wurde Masada erklommen – ein Fels, eine Klippe, auf der eine ganze Stadt erbaut wurde. Als sie einmal von den Römern belagert wurde, entschieden sich die Bewohner dafür, kollektiven Selbstmord zu begehen und sprangen alle in den Abgrund. Wir quälten uns in sengender Hitze die vielen Stufen nach oben („Aufstiegszeit je nach Fitness zwischen 45min und 3h“... wir standen nach genau 45min oben!), von den faulen Touris in der Seilbahn seicht belächelt. Die Aussicht war wundervoll und die Steine der Stadt ganz hübsch anzuschauen – mit Archäologie kann ich leider nicht so viel anfangen. Dafür war der Film im Informationszentrum am Fusse des Felsens ein absolutes Highlight für mich, wäre der Geschichtsunterricht nur halb so witzig gewesen... Zur Erfrischung ging es dann ins Tote Meer, wobei das Wasser weniger Abkühlungs- und mehr Badewannencharakter hatte. Weiter ging es nach Jerusalem, wo erneut die Klagemauer (überfüllt, weil Pessach) und der Felsendom (friedlich und wunderschön) besucht wurden. Ein besonderes Erlebnis war der Ausflug nach Bethlehem im Westjordanland, das etwa eine halbe Stunde von Jerusalem entfernt liegt. Nach einer Schlenderei über den Markt liessen wir uns von einem Taxifahrer einpacken, der uns versicherte, unser Freund zu sein und uns einen guten Preis zu machen. Er brachte uns zu einer Kirche (die steht da, wo die Hirten auf dem Feld waren, als ihnen die Engel die Geburt Jesu verkündigten), zu allen Banksy-Graffitis und der Mauer (Beeindruckend. Sowas stand bis „vor kurzem“ noch in Deutschland. Und doch ist das schon so lange her, jetzt erinnert fast nur noch eine Linie auf dem Boden daran. Wird dieser Tag hier je kommen?) und auf einen Hügel (Herodion, eine Fluchtburg und das Grab von Herodes, das man erst 2007 entdeckte – wieder ein paar Steine und beeindruckende Tunnel). Danach handelten wir eine Weile mit ihm und fuhren nach Hebron. Hebron liegt etwa 40km südlich von Bethlehem im Süden des Westjordanlandes, gar nicht so weit von meinem Wohnort entfernt. Hebron ist eine besondere Stadt, in vielerlei Hinsicht. Hier steht eine berühmte Moschee, in der Abraham, Sara, Jakob und Lea liegen. Auch für Rebekka und Isaak gibt es einen Platz, wie auch für Joseph (nur für die Muslime, die Juden glauben, seine Gebeine lägen in Sichem bei Nablus). Hebron besteht aus zwei Zonen, auch die Moschee ist zweigeteilt: Christen dürfen in beide Teile, Juden und Muslime jeweils nur in den ihren (der muslimische Teil ist eine ehemalige Kreuzfahrerkirche). Abrahams Grab stellt dabei die Grenze dar, in können beide „sehen“, da er für beide Religionen eine äusserst relevante Person war. Grund für die Teilung ist ein Massaker eines jüdischen Arztes im Jahr 1994. Einmal mehr erschien mir das alles sehr abstrus und unwirklich. Unser arabischer Guide führte uns dann ein wenig die Strasse hinunter und wies uns den Weg. Er könne nicht in die Innenstadt, für Araber sei die gesperrt. Grund dafür sind die etwa 400 jüdische Siedler, die im Stadtzentrum wohnen und von abartig (wirklich, unfassbar!) vielen Soldaten bewacht werden. Die Strassen, früher das Zentrum einer belebten und florierenden Handelsstadt, waren wie ausgestorben. „Geisterstadt“ ist das einzig passende Wort. Hie und da hängt Propaganda herum, Soldaten ziehen durch die leeren Gassen, einige andere Touristen, ab und zu fährt ein Auto oder Bus vorbei. Aber sonst – einfach nichts. Von einem Dach oberhalb eines etwas mickrigen arabischen Suk (eine Art Markt) aus sahen wir die zusätzliche militärische Überwachung: auf Dächern verteilte Posten, Wachtürme etc. Und das ist Alltag. Es fällt mir schwer, die Atmosphäre aus Hebron in Worte zu fassen. Ein jüdischer Autofahrer hielt an, um mit uns ein Schwätzchen zu halten, in einem arabischen Strassenladen unterhielten wir uns mit einem jungen Araber – alles irgendwie Menschen. Die ganze Westbank ist zudem in Zonen unterteilt, die für Touristen kaum erkennbar sind, doch unser Taxifahrer kannte die Grenzen alle. Er trug in den von den Israelis kontrollierten Gebieten einen Sicherheitsgurt, schnallte sich jedoch konsequent ab, sobald wir in eine palästinensische Zone kamen. Schwierig, einfach sehr schwierig das alles.
Der letzte Tag führte uns in eine nicht weniger schwierige Gegend: in die Golanhöhen im Norden Israels. Dort herrscht Knatsch mit Syrien, wieder geht es um Landesgrenzen. Auf unserer Wanderung (Laut Angabe 2h45min lang... wir benötigten mit ausgiebigem Picknick und einer guten halben Stunde Nickerchen etwa 1h30... Jaja, interkulturelle Kommunikation.) kamen wir an alten Schützengräben und Panzern vorbei, mit den Augen sahen wir das heutige Syrien, die ehemalige Grenze war nur eine Nasenlänge entfernt. Die Infotafeln waren wieder voller Propaganda, Israel als der grosse Beschützer des Jordan. Wieder war die Stimmung bedrückend: Sonnenschein, Vögel zwitschern, Natur – und nur wenige Kilometer entfernt beginnt ein Land, das jetzt gerade zu Schutt und Asche zerfällt. Aus dem sich zahlreiche Menschen auf eine wochenlange, gefährliche und teure Reise aufmachen. Und mein Besuch stieg ein paar Stunden später in den Flieger und landete bald darauf in der Schweiz. Einfach so. Verrückte Welt!
Der Tag endete jedenfalls mit einem sehr guten Falafel in einem Drusendorf (Die Kellnerin schmiss die Teller auf den Tisch, als wären sie Frisbees, und als wir nach drei Millisekunden noch kein Gericht ausgewählt hatten, wollte sie uns unbedingt den Salat verkaufen – wohl das einzige englische Wort, das sie beherrschte. Der Besitzer hatte Geldscheine und –münzen aus aller Welt an einer Pinnwand hängen, die er uns stolz präsentierte: Franken, Euro, Dollar etc., aber auch ein Schein von den Fiji-Inseln waren vertreten!), in dem wir uns auch mit typischen Süssigkeiten eindeckten, und mit einem elendigen (ja, das Wort gibt es) Stau rund um den See Genezareth (Pessach...). Nun ist die Reisezeit erst einmal wieder vorbei, viel haben wir gesehen, viel gelernt, schön wars, anstrengend auch.
Everyday in Israel
Fährt man hier mit dem Auto an einem Samstag durch ein streng orthodoxes, jüdisches Viertel, kann es schon mal sein, dass man da nicht unbeschädigt rauskommt. Mit unserem Mietwagen hatten wir zwar Glück und begegneten nur einer Fäuste schwingenden Frau (das Navi kennt leider keine Religionen...), doch einer unserer Mitarbeiter hatte weniger Glück. Er war mit zwei Beduinenfrauen auf dem Heimweg von einem Basar und geriet aus Versehen in eben jenes Viertel. Am Samstag. Resultat war eine zersprungene Frontscheibe, denn es wurde ein riesiger Stein von einer Mauer herunter frontal auf das Auto geworfen. Der Stein hatte locker eine tödliche Grösse – doch als die Polizei am Telefon erfuhr, dass es sich nicht um werfende Araber und betroffene Juden sondern das Gegenteil handelt, war der Vorfall nicht mehr von Belang. So funktioniert der Rechtsstaat hier – und alles, was bleibt, sind Wut und Frust.
Eine willkommene Abwechslung war der Brotbackabend vor einigen Tagen. Meine Hausherrin holte mich in die angrenzende „Küche“ (mehr eine Art Zelt oder Unterstand), in der sie einen Ofen eingeheizt hatte. Diesmal buk sie nicht das traditionelle flache Beduinenfladenbrot sondern die zweite hier bekannte Brotsorte, eine Art Pita. Dafür hat man wieder einen mit Holz befeuerten Ofen, diesmal aber mit einer beweglichen, flachen, runden Platte, die man rein und raus schieben bzw. ziehen kann. Auf diese Platte legt man den Teig und ehe man gucken kann, bläst er sich zu Ballons auf. Ein unbeschreibliches Spektakel, wir hatten viel Spass (ich durfte irgendwann sogar den Teig auf die Platte werfen – ja!), auch wenn wir keine gemeinsame Sprache haben. In dem Moment, als meine Hausherrin das letzte Brot aus dem Ofen holte, kam ihre Tochter herein – in der Hand hielt sie ein grosses Glas Nutella und einen Suppenlöffel. Die Freude war gross, plötzlich wuselten überall Kinder herum und es wurden Nutellabrote en masse verschlungen. Was für ein Fest!
Auch sonst kann hier kaum Alltag einkehren – es gibt einfach zu viele Feiertage. Am 1. Mai wurde zwar gearbeitet, doch kurz darauf wurde irgendwas gefeiert (was genau habe ich leider verpasst, ich glaube, es war Mohameds Himmelfahrt), am Donnerstag fand eine grosse Demo („not a demonstration, a WALK!“) zum Unabhängigkeitstag statt (Israels Unabhängigkeit, die Demo war von den Palästinensern – „March of Return“, um darauf aufmerksam zu machen, dass die Israelis das „Recht der Rückkehr“ haben, die Palästinenser jedoch nicht), am Tag vorher wurde all der Opfer dieses Krieges gedacht und und und.
Letztes Mal kündigte ich den Englischunterricht mit den wunderbaren Frauen aus einem der Dörfer an. Er fand tatsächlich statt. Ein Mal, bis jetzt. Die Logistik ist uns leider ein Hindernis, denn der Weg ist weit und ich sehr unmobil. Doch mehr zu diesem einen Nachmittag: Nach einer abenteuerlichen Autofahrt in einem Auto ohne jegliches Interieur und ohne Klimaanlage (bei 40°C!) kamen wir im Dorf an. Zuerst wurden mir alle Kinder meiner „Gastfamilie“ vorgestellt, dann unterhielten der Vater und ich uns, während die Mutter das Essen auftrug. Wir assen auf dem Boden vor dem Haus, auf einer ausgebreiteten Plastikplane. Plastik wird hier sowieso oft verwendet, auch das Geschirr, Besteck und die Becher sind immer aus Plastik und werden nach jedem Essen weggeworfen. Das war bis jetzt überall der Fall – keine Ahnung, ob es an mir liegt oder ob die Menschen das hier generell so handhaben. Nach dem Festmahl (wirklich!) trudelten so langsam mehr und mehr Frauen ein. Sie brachten alle ihre Kinder mit, die älteren Töchter sassen gesittet mit uns im Kreis. Alle Frauen (irgendwann war gefühlt das ganze Dorf anwesend) starrten mich an und versuchten abwechslungsweise, meine Aufmerksamkeit zu erhaschen. So redete ich drei Sätze Englisch hier, zwei da, dann wieder ein paar Brocken Arabisch – ein heilloses Durcheinander von Sprachen, Menschen und Themen. Es war wahnsinnig spannend und ich musste erkennen, dass Beduinen nicht wissen, was Lasagne ist. Lasagne! Das Essen aller Essen! Meine Beschreibung scheiterte grandios und am liebsten hätte ich sie alle einfach eingepackt und wäre mit ihnen Lasagne essen gefahren. Stattdessen machten wir uns jedoch auf und erklommen den „Hügel hinterm Haus“. Steil ging es nach oben, die Kinder sprangen in Flipflops um uns herum, die Frauen bissen auf die Zähne. Und wir wurden belohnt. Die Aussicht über das weite Land war fantastisch, das Tote Meer und die Hügelketten Jordaniens erahnbar und das Gefühl von Gemeinschaft einfach unbeschreiblich. Frauen und Kinder rissen sich um meine Aufmerksamkeit, für ein Selfie nach dem anderen musste ich still halten, ein Volksfest. Wieder unten angekommen wurden mir noch stolz die Schafherde und die Ziegen präsentiert. Letztere hatten sogar ganz frische Zicklein (einen Tag alt!) und wurden extra gemolken. Zwar hatten wir die vegan-Diskussion an diesem Punkt schon hinter uns gebracht (ich muss mich hier weit weniger intensiv rechtfertigen als an anderen Orten!), doch demonstrieren wollten sie es mir trotzdem noch. Der Abend endete mit einer gemütlichen Runde, einer Tour durchs Haus (eine Küche, ein Raum mit Sofas, ein Elternschlafzimmer, eine Toilette, ein Raum mit fünf Betten und fünf Schränken für die Kinder – fliessend Wasser oder Strom gibt es nicht, man muss sich mit Sonnenkollektoren und ähnlichem zufrieden geben) und einer Einladung zum Übernachten. Eine solche Einladung habe ich inzwischen schon mehrmals erhalten, auch von Menschen aus meinem Dorf (z.B. von der Tochter meiner Hausherrin, dabei weiss die ja am besten, dass ich durchaus ein Bett habe...) und ich konnte noch nicht herausfinden, ob es damit etwas Besonderes auf sich hat. Nach sechs Stunden Dauer-Aufmerksamkeit und englisch-arabischen Small-Talk waren bei mir die Batterien jedoch am Limit, weshalb ich dankend ablehnte. Doch dieser Nachmittag und Abend war eines der berührendsten und eindrucksvollsten Erlebnisse hier im Negev. Ausserordentliche Gastfreundschaft durfte ich schon an vielen Orten erfahren – doch mit diesen Frauen gibt es irgendwie eine besondere Verbindung.
Ausblick
Wer sich hier jetzt nähere Infos zur Masterarbeit erhofft, den muss ich leider enttäuschen. Dieses Projekt gestaltet sich als ein wenig schwieriger als zuerst angenommen und die Pläne ändern praktisch täglich. Ohne Herausforderungen geht es halt nicht und ich versuche, die bestmögliche Limonade aus den Zitronen zu machen, die mir das Leben gerade so zuwirft. Zur allergrössten Not gibt es ja dann immer noch Salz und Tequilla... ;-)
Ansonsten bin ich im Geiste ein wenig schwummerig, mal noch ganz gefangen hier, mal schon weit weg und in der Zukunft. Den Juni werde ich halb halb in meinen Heimatländern verbringen, Juli und August sind noch in der kreativen Phase (die Stadt Wien wird dabei aber eine zentrale Rolle einnehmen) und ab September ist nun definitiv Leipzig das Ziel – Tipps und Ratschläge bezüglich – naja, eigentlich allem, Essen, Wohnen, Kultur... – sind sehr willkommen, auch wenn die Leipziger Monate wohl sehr schreibtischlastig werden, bis im Dezember der Spuk dann vorbei ist, inshallah.
Bis dahin werde ich noch einiges zu tun haben, vermutlich eine weitere Hochzeit besuchen, einen Teamausflug nach Akko miterleben (inkl. Hamam, also türkischem Bad), Brotbackmeisterin werden – ihr werdet davon hören.
Und - wenn ihr jetzt etwas losschickt, dann kommt es noch an... ;-)
Seid von Herzen gegrüsst, bleibt behütet und gesegnete Pfingsten!
Bästa hälsningar - سلام
(P.S.: Bilder wie gewohnt, diesmal in Zusammenarbeit mit meinen Reisegefährten)
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Hej! - ! سلام
It’s time again. Ascension Day just passed – on the same day Muslims remembered Mohamed’s nightly travel to Jerusalem and his ascension and this year it was also the Memorial Day for the holocaust – and I’m enjoying the gentle evening hours after a very hot day. Meanwhile, temperatures partly far over 30°C are a daily occurrence, the fields are yellow, just a few green oases are left over. The disappearing green is similar to my time here: In four weeks I’ll be already back again and dawdling through Germany and Switzerland. Time passes fast. Maybe you’re wondering why I’m already coming back. But it’s time. The data collection for my thesis will be finished by then and I have to be in another place to write. Also Ramadan starts, when you can’t eat or drink anything throughout the day and many aren’t working a lot (or even not at all). Also the temperatures are constantly rising – in short, I want to avoid challenging myself beyond what’s good with the “project Israel” and also overstretching various tolerance limits. Hence, after four exciting months I’ll return to more familiar regions. That’s that.
Work
Also at work time is moving fast. The opening seems months ago, everyday life is taking over – if there is such thing as everyday life here. I’m still busy with this and that, everything and nothing at the same time; there is always something to do. Last week we build a garden in a very (!) far-flung village. Or rather for one family who is living in a single house (…rather a hut…) somewhere out in the desert. It’s almost impossible to find the way out there alone, the house is situated between bare hills several kilometres away from the village. The soil consists of sand and stone and we all had numerous blisters on our hands after just a few minutes work. In addition, the temperature was around 40°C. How this family lives there – I don’t know. The children were running barefoot over the rough soil, which was covered in trash (cans, toothbrushes, clothes, razors, a fan, packages – everything!). Inside the house there was basically nothing and one can just wonder, where these people live and sleep. A girl was drinking water from one of the rain barrels. What future will she be facing? That this kind of poverty exists – no question, we all know that somehow. But that it exists here, in Israel, to that extend? In a country, that likes to present itself as modern? That offers WLAN everywhere, has punctual trains and that receives massive amounts of money? In moments like this the world seems to be extraordinarily unfair.
Weekend – Seen on the road – Small town life
Again I had the opportunity to take some days off and travel through the country with my two companions. Also half Israel was joining us since we had made the unfortunate choice of going travelling during the week of Passover, when the whole country seems to be on the road. With our rental car (it was brand-new, only 29km and still covered with plastic!) we went on our first day from Tel Aviv (still a great city that doesn’t fit with the rest of the country – a bubble; but bathing is amazing there!) via Ashdod (there we went swimming too) to my home. On the next day we climed all the way up to Masada – a cliff, a rock on which a whole city was build. When the Romans were besetting them, the inhabitants decided to commit collective suicide and jumped over the abyss. We struggled in the heat to climb the endless stairs (“ascent time depending on fitness between 45min and 3h”… we made it in exact 45min!), the lazy tourists in the cable car laughed at us. But the view was amazing, the stones of the city were nice to look at – as you might realize I don’t really feel very passionate about archaeology. A total highlight for me was the movie in the information centre at the bottom of the cliff – if history class had been half as funny… For refreshment we went to the Dead Sea, tough the water was less refreshment and more bathtub-tempered. The next stop was Jerusalem, where we visited the Western Wall (overcrowded, Passover) and the Al-Aqsa Mosque (peaceful and beautiful). A very intense experience was the excursion to Bethlehem in the West bank that is about half an hour away from Jerusalem. After strolling around on the market we let a taxi driver take us with him – he assured us to make a good price and to be our friend. He brought us to a church (which is standing where the angels proclaimed Jesus’ birth to the shepherds in the fields), to all the Banksy-graffitis and the wall (Impressive. Something like this has been reality in Germany just “recently”. Still it seems so long ago, now there is almost nothing but a line in the ground reminding of that massive frontier. Will this day ever arrive here?) and a hill (Herodion, a refuge fort and the tomb of Herod that has only been discovered in 2007 – again some stones and impressive tunnels). After that we negotiated a little and went to Hebron. Hebron is situated around 40km south of Bethlehem in the South of the West bank, not that far away from my current hometown. Hebron is a unique city in several ways. Here you can find the famous mosque where Abraham, Sara, Jacob and Lea are buried. There is also a place for Rebekka and Isaak, as well as for Joseph (just for the Muslims, the Jews believe that his remains lie in Sichem close to Nablus). Hebron has two zones, also the mosque is split: Christians are allowed in both parts, Jews and Muslims only in their respective part (the Muslim part is an ancient crusader-church). Abrahams grave is standing on the border, both sides have a window to see his “coffin” since he was a highly relevant person for both religions. The reason for this division was a massacre from a Jewish doctor in 1994. Once more all of this seemed very unreal and abstruse to me. Our Arab guide lead us down the read, then he showed us the way and said that he couldn’t come with us. The core of the city is blocked for Arabs due to 400 Jewish settlers who live in the city centre and who are protected by a deviant (seriously, unbelievable!) amount of soldiers. These streets, previously the centre of a vivid and flourishing trading town, were empty. “Ghost town” is the only fitting word. Propaganda was hanging on the walls, soldiers patrolling through the empty lanes, some other tourists, every now and then a car or a bus was passing by. But apart from that – nothing, just nothing. From a roof above the pathetic Arab Suk (like a market) we could see all the other military control: different posts on the roofs everywhere, watchtowers etc. And that is everyday life. I can’t really catch the atmosphere in Hebron with words. A Jewish car stopped, the man wanted to chat with us; in an Arabic shop we talked to a young Arab – they are all somehow humans. In addition, the whole West bank is divided in three different zones, not visible for tourists, but our taxi driver knew them all. In the areas controlled by the Israelis he wore a seat belt, but he consequently unfastened the belt as soon as we entered a Palestinian area. Difficult, all of this is very difficult.
On the last day we went to a region not less difficult: the Golan Heights in the North of Israel. Syria and Israel are not on the same page concerning the exact frontier line. On our hike (The instructions said 2h45min… we were done incl. an extensive picnic and a 30min-powernap in 1h30… Once again, intercultural communication.) we passed old dugouts and tanks, Syria was in eye-sight and the former border was just one arm-length away. The information signs were full of propaganda, Israel as Jordan’s big protector. Again the atmosphere was depressing: sunshine, singing birds, nature – and just a few kilometres away there was a country that is falling apart right now. A country from where so many people flee; they go on a long, dangerous and expensive journey. And my visitors went on a plane just a few hours later and landed safely in Switzerland four hours later. Just like this. Strange world!
The day ended with a very good falafel in a Druse village (The waitress smashed the tables on the table as if it was a Frisbee, and when we hadn’t chosen a meal after three milliseconds she insisted on selling us salad – possibly the only English word she knew. The owner had money from all over the world which he presented proudly: Swiss francs, euro, dollar etc., but also some money from the Fiji-islands!), where we also stocked up on typical sweets, and a horrible traffic jam around the Sea of Galilee (Passover…). Now the time of travelling has passed again, we saw a lot, we learned a lot, it was a wonderful experience, and also exhausting.
Everyday in Israel
When you pass an Jewish orthodox quarter on a Saturday by car, it might happen that you don’t exit without being harmed. We were lucky with our rental car, we only saw one women, throwing her fists into the air (unfortunately the navigation system doesn’t know any religions…), but one of our staff members was less fortunate. He was on the way home with two Bedouin women, coming from a bazaar in Jerusalem, and by accident ended up in the same quarter. On a Saturday. The result was a broken front window, because a huge stone was thrown on the car from a little wall above the street. The stone could have been deadly – but when the police on the telephone realized, that it wasn’t Arabs who had thrown the stone towards Jews but the other way around, the incident wasn’t of any interest anymore. That’s how the rule of law works here – and everything that stays are anger and frustration.
A very welcome change was the bread baking some days ago. My landlady took me to the “kitchen” (it’s closer to a tent or a shelter) next to my “apartment”, where she had heated the oven. This time she didn’t bake the traditional flat Bedouin bread, but the second famous bread they use around here, some kind of pita. For this bread we also used a oven with wood, but this time with a movable, flat, round plate that you could draw out or push in. On this plate we put the dough and before you know it they blow up like balloons. An incredible spectacle, we had a lot of fun (they even let ME throw the dough on the plate – yes!), even though we don’t have a common language. Right at the moment my landlady was taking the last bread out of the oven, her daughter entered the room – in her hand she was holding a big nutella jar and a huge spoon. The joy was immense, suddenly many children were strolling around and we all ate bread with nutella. What a party!
Anyhow, everyday life is non-existent here – there are just too many holidays. On the 1st May we worked, but just a few days later we celebrated something (I missed what it was about, I think it was Mohameds ascension), Thursday we had a big demonstration (“not a demonstration, a WALK!”) for Independence Day (Israel’s independence, the demonstration was from the Palestinians – “march of return”, to remember that Israelis have a “right of return” while Palestinians haven’t), one day before we remembered all the victims of that war and so on.
Last time I announced English classes with the amazing women from one of the villages. It really happened. One time, so far. Logistics are a challenge, unfortunately, because they are far away and I’m not very mobile. But more about that one afternoon: After an adventurous ride in a car without any interior and without AC (at 40°C!) we arrived at the village. First they introduced me to all the children of my “host family”, then I had a chat with the father while the mother was preparing the food. We ate on the floor in front of the house, on a plastic tarp. Plastic is being used a lot here, also plates, cups, forks and knifes are always made of plastic and are thrown away after the meal. That has been the case everywhere so far – no clue whether it’s me (“a guest”) or if people here generally do it like this. After the feast (seriously!) more and more women began to drop in. They brought their children along, the older daughters sat with us. All the women (at one point, literally the whole village was there) stared at me and tried to catch my attention. So I spoke two sentences English here, three there, then some words in Arab – a “dog’s dinner” of languages, people and subjects. It was incredibly interesting and I had to learn that Bedouins don’t know lasagne. Lasagne!! The food of all foods! My descriptions weren’t really of any help and I would have loved to just take them all to a restaurant to have their first lasagne ever. Instead we climbed the “hill behind the house”. It was very steep and the children run around in their flip-flops, the women fought their fitness. And it was worth it. The view over the wide land was fantastic, the Dead Sea and Jordan’s rolling hills were almost in our sight and the feeling of community was just beyond words. Women and children queuing up to get my attention, I had to hold still for one selfie after the other, a real fair. As soon as we arrived at the house again they showed me proudly their herd of sheep and the goats. The goats even had some goatlings (one day old!!) and were milked just for me. Even though we’ve already had the vegan-discussion at that point (I have to justify my choices far less here than in some other places in the world!), they absolutely wanted to demonstrate this for me. The evening ended with a cosy round, a tour through the house (a kitchen, a room with sofas, one parental bedroom, a toilet, a room with five beds and five wardrobes for the children – running water or electricity are non-existent and you have to be satisfied with the solar panels and stuff like that) and an invitation for a sleepover. I received several invitations like this so far, also from people in my village (for example from my landlady’s daughter, although she should know best that I have a bed…) and I couldn’t figure out yet if this is something special. After six hours constant attention and English-Arab-small talk my batteries were almost empty, which is why I had to kindly decline that well-meant offer. But this afternoon and evening were one of the most touching and impressive experiences here in the Negev. I’ve been lucky to experience extraordinary hospitality in many places – but with these women there is a unique connection.
Outlook
Who was hoping for more information concerning my master thesis – I have to disappoint you. This project seems to be a little more complicated then I first thought and plans are changing on a daily basis. Apparantly, it never works without challenges and I’m trying to create the best lemonade ever with the lemons live is currently throwing at me. And if it comes to the worst there are always salt and tequila, right? ;-)
Who was hoping for more information concerning my master thesis – I have to disappoint you. This project seems to be a little more complicated then I first thought and plans are changing on a daily basis. Apparantly, it never works without challenges and I’m trying to create the best lemonade ever with the lemons live is currently throwing at me. And if it comes to the worst there are always salt and tequila, right? ;-)
Apart from that I am a little dizzy, one moment totally captured here, the next moment far far away and in the future. June I’ll spend half, half in my “countries of origin”, July and August are still in the creative phase (the city of Vienna is playing a key role) and from September on I’ll definitely be in Leipzig – tips and advice concerning – actually everything, food, housing, culture… - are more than welcome, even though I’ll spend a big part of my months in Leipzig on the desk, until the chapter “master thesis” is finished in December, inshallah.
Until then I’ll still have a lot to do, participate in another wedding and a team excursion to Akko (incl. Hamam, a Turkish bath), become professional bread-baker – you’ll hear from me.
And – if you send something now it will still arrive… ;-)
All the best and be safe.
Bästa hälsningar – سلام
Bästa hälsningar – سلام
(P.S.: Pictures as usually, this time in collaboration with my travel companions)
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| Ausblick von Masada, inkl. Totem Meer - View from Masada, incl. Dead Sea |
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| Wieder Masada, diesmal mit Seilbahn - Again Masada, this time with cable car. |
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| Ausblick von Herodion - View from Herodion |
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| Die Mauer - The Wall |
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| Banksy |
| Im Hintergrund ist der Checkpoint zu sehen, den Araber nicht passieren können. - In the back you can see the checkpoint that Arabs can't pass. |
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| Einst ein belebtes Stadtzentrum, jetzt eine ausgestorbene Geisterstadt. - Once a flourishing city centre, not a ghost town. |
| Klagemauer in Jerusalem zur Pessach-Zeit - Western Wall at Passover |
| Nochmal der Felsendom, weil es dort so schön ist. - Again the Al-Aqsa mosque, because it's amazing there. |
| Ehemals Syrien, ehemals Kriegsgebiet. - Former Syria, former war zone. |
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| Das abgelegene "Dorf", in dem wir einen Garten anglegten. - The "village" in the countryside where we built a garden. |
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| Ausblick vom Hügel hinterm Haus - es hat sich gelohnt! - View from the hill behind the house - it was worth it! |
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| Brotbäckerei - Baking bread |
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| Nach getaner Arbeit... - After work... |
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| Dieses Mal ist es einfacher... - This time it's easier... |































