Leben, das ist das Allerseltenste in der Welt - die meisten Menschen existieren nur. ... Oscar Wilde



Mittwoch, 23. März 2011

Aus der Ecke

Manchmal (schon wieder dieses manchmal), manchmal jedenfalls wäre ich gern nur Zuschauer. Bei Festen zum Beispiel. Da würde ich mich gerne von Zeit zu Zeit in meinem Stuhl zurücklehnen und nur die Menschen betrachten, wie sie sich freuen, sich austauschen, wie sie tanzen und lachen, wie sie sich bewegen und wie sie ihre Mimik, ihre Körpersprache sprechen lassen, wie sie sich verhalten. Oder an einem Frühlingstag wie heute. Da würde ich gerne von 10 Metern Höhe - oder so - auf die Leute herab schauen. Und zugucken, wie sie die ersten Blumen bestaunen, die Sonne geniessen, einen Spaziergang machen oder das Fahrrad aus der Garage holen. Auch bei schwierigen Sitzungen wäre ich manchmal gern Betrachter. Dann könnte ich mit Abstand analysieren, was falsch und richtig läuft. Ich könnte die Leute besser einschätzen. Ich würde mich nicht über sinnlose Dinge aufregen.
Manchmal wäre ich gern nur Zuschauer.
Manchmal habe ich das Leben so satt, dass ich gerne aussetzen würde, um den anderen dabei zuzusehen, anstatt selbst zu leben. Denn immer in diesen Momenten, in diesen Aussetzern, oder danach, weiss ich wieder, weshalb ich lebe. Das ist ein schönes Gefühl.

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