Leben, das ist das Allerseltenste in der Welt - die meisten Menschen existieren nur. ... Oscar Wilde



Donnerstag, 15. März 2012

Eine andere Welt, gleich hinterm Haus

Wer auf einer Zugfahrt ein Ticket für die Uhren- und Schmuckmesse Basel geschenkt kriegt, darf dieses Geschenk nicht einfach so missachten. Also begab ich mich an die BaselWorld 2012, voller Interesse und Neugier, gespannt auf diese andere Welt. Meine Eindrücke:

- Alle Kleidung ist schwarz. Ausser die weissen Hemden der Herren. Und ausser mein violetter Pullover.
- Die Menschen scheinen ganz steif zu sein, ausserdem kann ich kaum jemanden finden, der so aussieht, als würde er (oder sie) sich amüsieren.
- Echte Fische in der Hauswand und Hufeisen im Schaufenster, dazu ein paar Billiardkugeln. Uhren zu vermarkten ist nicht einfach.
- Man sieht Asiaten und hört französisch.
- "Ich habe immer noch die Uhr von meinem Exfreund."
- Es gibt Frauen, die tragen halbe Bäume um den Hals.
- Es gibt Ringe mit Fell rundrum.
- Es gibt Schaufenster, in denen rechts und links ein Glas Wasser steht. Falls die Uhren, Ketten und Ringe durstig werden. Glaubs.
- Ich habe nun die biggest peacock-colored Tahitian cultured pearl ever found gesehen, mit einer size von 18,3 mm. Ja!
- Ganz ganz viele Leute werden einfach nur fürs Rumstehen bezahlt.
- Früher gab es Ritterkämpfe, heute entscheidet der teuerste Ring darüber, wer die schönste Frau ist.
- An Messen dürfen die Männer hemmungslos gucken. Und zwar angucken, die Hostessen, von oben bis unten. Und zurück.
- Glitzer, Reichtum, Eleganz. Und mittendrin Prix Garantie Kleenex, gut & günstig Kaffeesahne und ein ganz gewöhnlicher Müllsack mittem im Gang. Ein bisschen Alltag, wie erfrischend.
- Manche Aussteller lassen nur geladene Gäste in ihre Häuschen, um die Uhren anzuschauen. Die "normalen" Besucher müssen draussen bleiben und sich mit Katalogen zufrieden geben.

Fazit: Nie wieder ohne sehr sehr guten Grund.

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