Und wieder einmal packe ich meine Koffer und Taschen. Verstaue alles in Kisten und Tüten. Wie immer landen alle Bücher in einer Kiste, bis ich merke, dass ich sie dann nicht mehr tragen kann. Also wieder auspacken, Karton mit Kleidern auffüllen, Bücher verteilen. In die Tassen werden Socken gestopft, in die Schuhe auch, zwischen die vielen Schals kommen die feinen Kerzenhalter und andere zerbrechliche Dinge. Säuberlich wird alles beschriftet ("Bücher, Kleider, Schuhe" oder "CD's, Bücher, Kleider" oder "Badezimmer, Küche, Bücher") und gestapelt, bis ich umgeben bin von ganzen Karton-Türmen. Meine Holz-Kisten staple ich ineinander, ich fühle mich wie in einem lebensgrossen Tetris-Spiel. Nägel werden aus der Wand gezogen, Bilder abgehenkt, Klebestreifen abgekratzt. Und immer wieder stellt sich die eine Frage: "Behalten oder wegwerfen?" Auch andere Gedanken kehren beständig und zuverlässig zurück, wie bestellt: "Hier werde ich nie wieder duschen. Oder kochen. Joghurt essen. In den Türrahmen laufen, weil ich morgens noch nichts sehe. Frieren, weil die Heizung ausgefallen ist. Ich werde mich nie wieder über dieses WC beugen, weil es verstopft ist. Nie wieder diesen Boden staubsaugen, die Fenster putzen, die Haustür abschliessen." Stück für Stück trage ich meinen Besitz aus meinem Zuhause, aus meinem Zimmer raus. Es wird immer leerer. Ich auch. Ganz zum Schluss kratze ich die Aufkleber von der Tür. Sie hinterlassen dunkle Stellen, reissen den Lack mit sich. Pinsel, Farbtopf - einmal drüber gestrichen, schon ist nichts mehr zu sehen. Bald wird die Tür getrocknet sein, bereit, für die nächsten Aufkleber. Das Zimmer, bereit, für den nächsten Bewohner. Bereit, wieder ein Zuhause zu sein. Meines ist es nicht mehr.
Jetzt schon?
AntwortenLöschenWir sprechen morgen darüber!