Hej!
Wie vermutlich die meisten bereits wissen, werde ich die nächsten Monate in Südschweden verbringen, genauer gesagt in Lund. Lund liegt in Skåne, 45 Zugminuten von Kopenhagen entfernt und hat gut 80'000 Einwohner. Etwa die Hälfte davon gehören zur gleichen Sparte wie ich, sind also fleissige Universitätsbesucher. Wohnen werde ich ein bisschen ausserhalb der Kleinstadt bei einem (hoffentlich) netten Mann, dessen (vegetarische) Töchter ebenfalls zwecks Universitätsbesuch in alle Welt ausgeflogen sind. Er hat ein Klavier, trinkt viel Tee und betreibt Forstforschung. Es dürfte also eine interessante Zeit werden... Auch diesmal werde ich es mir nicht nehmen lassen, mehr oder weniger oft von den kleinen und grossen Abenteuern zu berichten, die meinen Lebensweg kreuzen werden.
Wie vermutlich die meisten bereits wissen, werde ich die nächsten Monate in Südschweden verbringen, genauer gesagt in Lund. Lund liegt in Skåne, 45 Zugminuten von Kopenhagen entfernt und hat gut 80'000 Einwohner. Etwa die Hälfte davon gehören zur gleichen Sparte wie ich, sind also fleissige Universitätsbesucher. Wohnen werde ich ein bisschen ausserhalb der Kleinstadt bei einem (hoffentlich) netten Mann, dessen (vegetarische) Töchter ebenfalls zwecks Universitätsbesuch in alle Welt ausgeflogen sind. Er hat ein Klavier, trinkt viel Tee und betreibt Forstforschung. Es dürfte also eine interessante Zeit werden... Auch diesmal werde ich es mir nicht nehmen lassen, mehr oder weniger oft von den kleinen und grossen Abenteuern zu berichten, die meinen Lebensweg kreuzen werden.
Den Anfang machen dieses Mal ausnahmsweise
nicht die bekannten Stichworte. Es ist zwei Abende vor der Abfahrt und ich
slitze (halb sitzen, halb liegen) auf meiner Matratze, die eigentlich der WG
gehört. Um mich herum liegen ein fast ganz gepackter Rucksack, eine fast leere
Kiste, verschiedene Abfallhaufen und noch andere uninteressante Dinge. Bei einem
so unabgerundetem Bild kann man einfach keine Satzbruchstücke verfassen.
Deshalb eben ein Fliesstext.
Es ist schon sehr merkwürdig, sein fast ganzes Hab und Gut, auch wenn es mehr oder weniger problemlos in ein 10qm2 – Zimmer passt, in Kisten zu packen und fremden Männern mitzugeben. Die hieven meine Fotoalben, Bücher, Lieblingstrainerhosen, meine selbst geblasene Vase und meine alten Tagebücher einfach auf ihre Schultern und stapeln sie in einer Lagerhalle zu einem hohen Turm. Möge er sicher und stabil für die nächsten acht Monate dort stehen.
Es ist schon sehr merkwürdig, sein fast ganzes Hab und Gut, auch wenn es mehr oder weniger problemlos in ein 10qm2 – Zimmer passt, in Kisten zu packen und fremden Männern mitzugeben. Die hieven meine Fotoalben, Bücher, Lieblingstrainerhosen, meine selbst geblasene Vase und meine alten Tagebücher einfach auf ihre Schultern und stapeln sie in einer Lagerhalle zu einem hohen Turm. Möge er sicher und stabil für die nächsten acht Monate dort stehen.
Auch merkwürdig ist, wie viele Menschen
Platz in einem einzigen Herzen haben. Und wie schwer einem der Abschied fällt,
obwohl man manche sowieso nicht häufiger als selten sieht. Oder dass in meinem
Reich nun ein anderer Mensch wohnen und es mit neuen Geschichten und
Erinnerungen füllen wird.
Was ganz und gar nicht merkwürdig sondern sonnenklar und absolut mühsam ist, ist der begrenzte Platz eines Rucksacks. Und die begrenzte Anzahl Hände eines Menschen. Wer von Januar bis Juni für das Studentenleben im fernen Norden gerüstet sein will, der braucht Muskeln, das ist mir jetzt klar. Anders kann die ganze Bagage ja nicht transportiert werden. Am schwierigsten ist die Wahl der Halswärmer. Grundsätzlich befolge ich strikt diese Regel: Nimm nur so viele Schals mit, wie du Wochen in die Ferien fährst. Für drei Wochen Sommerurlaub darf ich also drei Halstücher und zwei Schals einpacken (weil die Halstücher doch so dünn sind...). Wie sieht das aber aus, wenn man mehr als zwanzig Wochen wegfährt? Ich müsste immer noch die Hälfte meiner Sammlung zurück lassen, doch ich könnte weder Hosen noch Schuhe oder meine Wollsocken mitnehmen – was ungünstig wäre, denn gegen Eisklotzfüsse helfen auch zwanzig Schals (Schale? Schäler?) nicht viel. Fazit: Ich habe eine grausame Selektierung hinter mich bringen müssen...
Was ganz und gar nicht merkwürdig sondern sonnenklar und absolut mühsam ist, ist der begrenzte Platz eines Rucksacks. Und die begrenzte Anzahl Hände eines Menschen. Wer von Januar bis Juni für das Studentenleben im fernen Norden gerüstet sein will, der braucht Muskeln, das ist mir jetzt klar. Anders kann die ganze Bagage ja nicht transportiert werden. Am schwierigsten ist die Wahl der Halswärmer. Grundsätzlich befolge ich strikt diese Regel: Nimm nur so viele Schals mit, wie du Wochen in die Ferien fährst. Für drei Wochen Sommerurlaub darf ich also drei Halstücher und zwei Schals einpacken (weil die Halstücher doch so dünn sind...). Wie sieht das aber aus, wenn man mehr als zwanzig Wochen wegfährt? Ich müsste immer noch die Hälfte meiner Sammlung zurück lassen, doch ich könnte weder Hosen noch Schuhe oder meine Wollsocken mitnehmen – was ungünstig wäre, denn gegen Eisklotzfüsse helfen auch zwanzig Schals (Schale? Schäler?) nicht viel. Fazit: Ich habe eine grausame Selektierung hinter mich bringen müssen...
Nun ist der Kampf mit den Reisverschlüssen bald beendet und die Reise geht los. Mit vielen guten Wünschen, einem schwedischen Vokabular-Büchlein und einer Notration Schweizer Schokolade bin ich bestens gerüstet für das Abenteuer „Erasmus in Lund“.
Natürlich freue ich mich immer auf
Rückmeldungen von euch. Falls euch das Post-Fieber überkommt – nur nach der Adresse fragen!
Jetzt wünsche ich euch von Herzen eine
gute Woche, einen guten Monat, ein gutes Jahr. Ich melde mich vermutlich
wieder, wenn es Meldenswertes gibt. Sonst auch, so wie ich mich kenne.
Bästa hälsningar, zum
vorerst letzten Mal aus Kleinbasel!
Und wieder diese kleine, feine Ungenauigkeit: Nein, liebe Veronika, dein Hab und Gut passt nicht problemlos in ein 10 m2 Zimmer, und es ist auch nicht identisch mit dem, was fremde Männer jetzt in einer Lagerhalle zu einem hohen Turm stapeln. --- Tipp einer Profischreiberin: bevor du einen Satz der Öffentlichkeit übergibst, frage dich: Hört sich das einfach gut an, oder ist es die Wahrheit?
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