Für eine Einleitung bleibt keine Zeit, denn:
- DAS WASSER IN LUND IST VERSEUCHT! Nein, Scherz. Es war. Das war das Thema der Woche: Bakterienwasser. Am Dienstag machte die schockierende Nachricht zum ersten Mal die Runde: Lunds Wasser ist verseucht. Es hiess also abkochen und Witze reissen. Seit gestern darf man das frische Nass aber wieder ungehemmt geniessen - wurde auch Zeit, das Thermometer stieg nämlich schon in bedenkliche Höhen, da ist Hahnenwasser ein Muss!
- Genau, das Thermometer. Hier ist Frühling! Ja, wirklich! Definitiv! Nach Kälte und Regen spriessen nun bunte Blumen, die Gelateria hat geöffnet und die weiblichen Bewohner dieser Stadt tragen nun kurze Röcke OHNE Strümpfe. Frühling!
- Harry Potter 4 ist angefangen! Es geht vorwärts…
- Was meinen Schwedischkenntnissen ebenfalls gut tut: Eine schwedische Gesprächsgruppe der katholischen Gemeinde. Wir diskutieren das Thema "Heiligkeit" und verschiedene Heilige. Sehr interessant, sehr ermüdend, sehr vokabularbereichernd.
- Der wöchentliche Filmtipp: Broken. Britisches Drama mit guter Musik, einer wahnsinnig guten Hauptdarstellerin, spannenden Charakteren und ergreifender Handlung.
- Wöchentlicher "Darüber-sollte-man-sich-informieren-Tipp": Lest etwas über Uruguays Präsidenten. Eine inspirierende Persönlichkeit.
- Und noch etwas Allgemeinwissen - vielleicht scheint es euch unangemessen in einem Rundmail, ich finde, hier ist genau der richtige Platz dafür: Amnesty International veröffentlichte Zahlen zur Todesstrafe. Mindestens 682 Menschen wurden 2012 durch die Todesstrafe umgebracht. Das bedeutet ein +2 zu 2011. Ausserdem haben Japan, Pakistan und Indien die Todesstrafe erneut eingeführt. Mehr Infos hier: http://amnesty.org/en/news/death-penalty-2012-despite-setbacks-death-penalty-free-world-came-closer-2013-04-10-0
- Manche Diskussionen nehmen merkwürdige Wendungen. So kam ein Gesprächsparter vom Militär plötzlich darauf, dass Obama mit Hitler und Stalin zu vergleichen wäre. Mir fielen da nur noch zwei Worte ein (nein, nicht "du spinnst", das wäre wenig diplomatisch gewesen): I disagree.
- Was das Leben schön macht: Sonne, ein sehr gutes Konzert mit tollen Leuten (Daugther), Spinat-Crêpes mit Lingonsylt, Reste essen, eine Holländerin die extra für mich eine Packung Schuddebuikjes importiert (Spekulatiusstückchen die man aufs Brot streut), ein repariertes Fahrrad, keine Mütze mitnehmen zu müssen, liebe E-Mails und Briefe, tolle Pläne - und so weiter. Ihr seht, eine ganze Menge.
- Was das Leben mühsam macht: Coordinators (meine Ansprechperson von der Universität) die nie da sind, schon gar nicht zu ihren Bürozeiten. Oder diese Leute vom International Desk. Der International Desk ist eine Einrichtung, die Austauschstudenten bei Problemen und Fragen hilft. Ausser deutsch-schweizer Studentinnen, die aus ihrem Zimmer rausgeworfen wurden, um viel Geld kämpfen und um Hilfe schreien. Per Mail und Telefon sind sie Meister im Abwimmeln. Aber meinem persönlichen Charme konnten sie nach einer ganzen Stunde (!!) Bearbeitung meinerseits nicht widerstehen. So konnten sie mir dann plötzlich doch helfen. Zum Schreien ist das, zum Schreien. Die sind einfach zu beschäftigt, ihre Newsletter zu schreiben...
- …auch diese Infos hier, ein Nachtrag zu Ostern, wurden aus dem Newsletter des International Desk entnommen: During Easter Swedes eat approximately 2000 tons of egg and drink a lot of schnapps. If you don't like eggs: Buy an empty egg shell of paper and fill it with your favorite Swedish sweets (“lösgodis”). Swedes eat approx. 6000 tons of candy during Easter. Important are also the Easter witches. The idea of Easter witches origins from the 1700’s century. According to Swedish folk belief the Easter witches fly on their brooms to Blåkulla to party with the devil. Today, children dress up as Easter witches; with colored headscarves and red-painted cheeks, they go from house to house in the neighborhood and present the occupants with paintings and drawings in the hope of getting sweets in return. (Wer kein Englisch kann: Schweden essen viel Eier und Süssigkeiten, ausserdem trinken sie Schnaps an Ostern. Und sie feiern gleichzeitig das amerikanische Halloween, irgendwie.)
- Oh, und am 12. April war Licorice Day. Sehr wichtig.
So, nun ruft aber das Bett - morgen kommt der erste beste Besuch zum zweiten Mal, da will Frau schön geschlafen sein… Ausserdem war heute ein anstrengender Tag. Ich habe nämlich eine Feldstudie durchgeführt und den ganzen Tag Menschen, Regale, Produkte etc. in zwei Supermärkten beobachtet. Fazit: Im Lidl gibt es über 50 Tiefkühltruhen, Gitarren, Motorsägen, Toilettensitze. Im Willy's gibt es meterhohe Regale, Nagellack und nur grosse Nutellagläser.
Bästa hälsningar.
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