Viele liebe Saluts
Nach dem ersten Arbeitstag und 48 Stunden in Rennes folgt schon der erste Bericht. Warum? Weil hoffentlich bald nur noch français aus meinem Mund quillt und ich euch davon verschonen möchte.
Taizé
Nach dem ersten Arbeitstag und 48 Stunden in Rennes folgt schon der erste Bericht. Warum? Weil hoffentlich bald nur noch français aus meinem Mund quillt und ich euch davon verschonen möchte.
Taizé
- Eine Woche Taizé bereichert in vielerlei Hinsicht. Neue Freundschaften, interkulturelle und -religiöse Gespräche, gelebte Solidarität und Toleranz… Ein Höhepunkt war ein Gespräch mit dem ehemaligen Erzbischof von Algier, der Hauptstadt von Algerien. Er erzählte von der Zusammenarbeit der Moslems und Christen, die dort schon seit vielen Jahren gut funktioniert. Beeindruckend!
- Ein weiteres Highlight: Ein von uns (ein paar Jugendliche) durften innerhalb der Woche einen Workshop zum Thema "Neue Solidarität" vorbereiten. Er wurde ein voller Erfolg und für meinen Teil zum Thema vegetarische / vegane Ernährung habe ich zahlreiche Rückmeldungen und Komplimente bekommen. Meine Worte hätten sehr zum Nachdenken angeregt, meinten viele. Und das ist genau das, was ich mit Gesprächen über diese Themen bezwecken möchte: keineswegs verurteilen oder provozieren oder beleidigen, sondern schlicht und einfach zum Nachdenken bringen. Nur damit ihr das auch alle noch einmal wisst und schwarz auf weiss seht…
- Und ein drittes erfreuliches Erlebnis: Ich durfte bei einem sehr netten Ehepaar nach Paris mitfahren, ihre Töchter kennen lernen, trotz Grossvater im Krankenhaus bei ihnen übernachten und von ihnen zum Zug gebracht werden. Manche Sachen funktionieren einfach mit ein wenig Gottvertrauen.
- Per Zufall verbrachte ich ausgerechnet den "14 juillet" in Paris, den französischen Nationalfeiertag. Wir verfolgten die mehrstündige Parade im Fernsehen, die Flugzeuge konnten wir aus dem Fenster sogar live sehen. Die Franzosen mögen ihr Militär schon sehr. Oder die Journalisten / Programmverantwortlichen wählen die Berichterstatter und interviewten Menschen sehr gezielt aus. Oder beides. Ich habe mir jedenfalls Mühe gegeben, nicht allzu schnippische Kommentare zu diesem ganzen Tamtam zu machen. Was angesichts meiner doch begrenzten Französischkenntnisse auch nicht wirklich schwierig war.
Rennes
- Wohnen: nettes, älteres Ehepaar; wunderschönes Haus mit vielen afrikanischen Dekorationen; Dachzimmer mit Dachfenster (hoffentlich regnet es bald…eines der schönsten Geräusche!) und eigener AmeisenKOLONIE (!!!) direkt über dem Bett (irgendwelche Tipps oder Ratschläge? Einfach sein lassen? Sie befinden sich zwischen Decke und Wand (Dachschräge), sind morgens verschwunden und kommen im Verlauf des Tages wieder raus. Sie haben Flügel, einige jedenfalls, bleiben aber grösstenteils an mehr oder weniger dem gleichen Ort. Noch. Aber heute sind es schon massiv mehr als gestern… Esswaren habe ich keine in meinem Zimmer.); umgeben von grünen Bäumen und netten Nachbarn mit Katzen, die ich während der Ferien füttern darf / muss / kann / soll. Fazit: perfekt (trotz der Ameisen. Perfekte Perfektion gibt es nämlich nicht - es muss immer irgendein Problemchen geben, dass man lösen kann. Und Ameisen - das hatte ich noch nie.).
- Freizeit: Rennes ist wunderschön, sehr grün, von einem Kanal (ergo Wasser) durchzogen, an dem man wunderbar joggen / spazieren kann. Die Distanzen sind laufbar, vielleicht lässt sich irgendwann irgendwie irgendwo ein fahrendes Vehikel (Velo oder Fahrrad) auftreiben.
- Arbeiten: Der Arbeitsweg beträgt drei Minuten - ein grosses Plus. Der Arbeitsort nennt sich "secours catholique", eine Unterorganisation der Caritas France. Nach dem ersten Arbeitstag lässt sich sagen:
- Den ganzen Tag Französisch und nur Französisch sprechen und hören ist anstrengend.
- Mein Namensgedächtnis wird mit den Jahren nicht besser.
- Auch das französische Asyl-System ist kompliziert und bürokratisch.
- Ich mag Menschen.
Ein bisschen ausführlicher: Morgens betreue ich jeweils den "acceuil". Während zwei Stunden können Immigranten, Obdachlose, wer auch immer vorbei kommen und ein kleines Frühstück essen, Kaffee trinken, miteinander plaudern, duschen, Wäsche waschen. Ausserdem gibt es eine "bagagerie", wo sie Gepäck lassen können, das sie nicht immer herumtragen wollen. Nachmittags werden oftmals Beratungen für die Leute angeboten: Briefe übersetzen, Anträge stellen, Unterkünfte finden, Informationen geben. Getragen wird das alles von unzähligen Freiwilligen, die unglaublich freundlich, engagiert und kompetent erscheinen.
Soviel nach dem ersten Tag. Es wird sich zeigen, wie es weiter geht. Die "conclusion" bis jetzt: Es wartet ein grossartiger Sommer.
Seid herzlich gegrüsst.
Soviel nach dem ersten Tag. Es wird sich zeigen, wie es weiter geht. Die "conclusion" bis jetzt: Es wartet ein grossartiger Sommer.
Seid herzlich gegrüsst.
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