Leben, das ist das Allerseltenste in der Welt - die meisten Menschen existieren nur. ... Oscar Wilde



Montag, 11. Januar 2016

Alte und neue Ufer - Old and new shores

--- FREESTYLE ENGLISH VERSION BELOW --- (Swedish, French and Arabic coming soon ;-))

Hallo!

Eine Zeit des Umbruchs. Ein neues Kalenderjahr hat begonnen - möge es ein besseres für die Welt werden als 2015. Mit dem Jahreswechsel hat auch für mich - wieder einmal - eine neue Zeit angefangen. Das Semester in Rennes liegt nun hinter mir. Wieder habe ich viel gelernt. Bei einem Besuch einer Freundin auf dem Land durfte ich die Bretagne noch einmal hautnah erleben: die Naturgewalt mit Regen und Wind (WIND! Ganz viel davon!!) und Klippen und Wellen, dazu die Herzlichkeit, offenen Türen und Herzen. Es gab schwerer Abschiede, aber auch leichtere - so werde ich das Wohnheim eher weniger vermissen. Zu sehr schätze ich jetzt in der Schweiz die sauberen Toiletten mit Toilettenpapier, die luxuriös ausgestattete WG-Küche mit Ofen, die regulierbare Heizung und noch vieles mehr.

Von Rennes ging es über Barcelona zum Taizé-Treffen nach Valencia. Gastfreundlichkeit, Paella, Kakis, Meer und frisch gepresster Orangensaft - viel mehr muss ich da wohl gar nicht erklären. An Silvester isst man zu jedem Glockenschlag um 00:00 eine Traube, danach umarmt man sich und gibt sich zwei Küsschen. Zwölf Trauben in zwölf Sekunden - ein Ding der Unmöglichkeit. So fängt das Jahr in Spanien wohl immer mit viel Gelächter und lauter Menschen mit Hamsterbacken an. Sehr sympathisch.
Ein wenig traurig machen mich diese tollen Taizé-Tage aber auch immer. Warum scheint es so einfach zu sein, vor dem Hintergrund dieser Glaubensgemeinschaft trotz verschiedener Kulturen und Sprachen zusammenleben zu können - doch im Alltag funktioniert es so oft nicht? Wie könnte es uns allen gelingen, ein bisschen mehr von dem Goodwill, der Toleranz und dem Respekt dieser Tage mitzunehmen und es auf alle Menschen, die uns begegnen, zu übertragen?

Nun bin ich also drei Wochen im altbekannten Basel und fühle mich sehr wohl an diesem vertrauten Ort. Es tut gut, alte Gewohnheiten wieder aufleben zu lassen, Freunde zu treffen, die Strassen zu kennen. Leider wollen zwei Hausarbeiten verfasst werden - die Motivation hält sich bislang in Grenzen, wird aber von Tag zu Tag grösser, dank des näher rückenden Abgabetermins. Ende Januar werde ich quer durch Deutschland touren und dann - ja dann geht es auf zu neuen Abenteuern.

Um mein Studium vollenden zu können, fehlt noch die Masterarbeit. Lange habe ich gesucht, vieles wurde in Erwägung gezogen, viele Menschen halfen mir. Nun steht es fest: Ich werde als Volunteerin in der Organisation "Sidreh - Lakiya Negev Weaving" (http://www.lakiya.org/)  mithelfen. Was genau das bedeutet und um welchen Zeitrahmen es sich handeln wird, weiss ich auch noch nicht. Eine Ethnographie über Interkulturelle Konflikte / Probleme / Herausforderungen soll es werden, vermutlich im Kommunikationsbereich. Aber wir werden sehen, was sich in Israel so ereignen wird. Ich freue mich sehr, in dieses Land reisen zu dürfen und ich bin mir sicher, dass ich auch diesmal viel lernen werde. Wer weiss, vielleicht ja auch noch ein bisschen mehr Arabisch?

Wie die Erfahrung zeigt, werde ich mich wohl auch in Zukunft hie und da melden. Wer davon verschont bleiben möchte, möge sich doch bitte melden. Ob die Form gleich bleiben wird wie bis anhin ist unklar, vielleicht ist es auch Zeit für eine Veränderung… wir werden sehen. Auf jeden Fall freue ich mich weiterhin über Rückmeldungen, Grüsse, Post, Besuche…

Bis dahin - bleibt behütet!
Bästa hälsningar.


(Filmtipp: "Demain" oder "Tomorrow" - über alternative Projekte in sämtlichen Bereichen. Gut gemacht, zeigt schön, wie alles zusammenhängt - und gibt irgendwie auch ein bisschen Hoffnung. Mit super Soundtrack. https://www.youtube.com/watch?v=NUN0QxRB7e0)

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Hello!

A time of change. A new calendar year has started - may it become a better one for the world than 2015. With the turn of the year - once again - also for me a new time has begun. The semester in Rennes is over. Once again I learned a lot. During my visit at a friends place in the countryside I had the opportunity to experience Bretagne one more time at first hand: the beauty of nature with rain and wind (WIND! A LOT OF IT!!) and cliffs and waves, then the cordiality and open doors and hearts. There were some hard farewells, but also easier ones - I definitely won't miss the dormitory. I appreciate the clean toilets with toilet paper, the luxurious equipped kitchen with oven, the controllable heater and so many more things too much here in Switzerland. 

After Rennes I went via Barcelona to the Taizé-meeting in Valencia. Hospitality, paella, kaki, the sea and fresh pressed orange juice – I think I don’t have to explain much more. At New Year’s Eve you eat one grape with each of the twelve chimes, after that you hug and kiss each other. Twelve grapes in twelve seconds – an impossible task! So the year in Spain always starts with a lot of laughter and many people with hamster cheeks. Very pleasant.
But as often after these wonderful Taizé-days I’m also a little bit sad. Why does it seem to be so easy to live together despite different cultures and languages, connected by this religious community – but in everyday life it rarely works out that well? How could we all manage to transfer a little bit more of all the goodwill, tolerance and respect of these days to other people who cross our paths?

So now I’m spending three weeks in the well-known Basel and I’m very comfortable in this familiar place. It’s good to revive old habits, to meet up with friends, to know the streets. Unfortunately I still have to write two papers – the motivation keeps within limits but it grows day by day thanks to the approaching deadline. At the end of January I’ll travel through Germany and after that – I’ll set off on a new adventure.

In order to finish my studies I have to write a master thesis. I’ve been searching for a long time, I took many things into consideration and numerous people helped me. Now it is definite: I’ll volunteer in the organization “Sidreh – Lakiya Negev Weaving” (http://www.lakiya.org/). What exactly that means and about which time frame we're talking – I don’t know yet. I guess it’ll be an ethnography about intercultural conflicts / problems / challenges, probable in the area of communication. But we’ll see what will happen in Israel. I’m grateful to be able to travel to that country and I’m sure I’ll learn a lot again. Who knows, maybe even a little bit more Arabic?

Experience shows that I’ll report to you every now and then also in the future. Whether the form will stay the same is unclear, maybe it’s time for a change… we’ll see. In any case I’m still excited about feedbacks, greetings, mails (e- or not e-), visits…

Until then – keep safe!
Bästa hälsningar.

(Film tip: "Demain" or "Tomorrow" - about alternative projects in many sectors. Well done, shows how everything is connected - and somehow it also raises hope. And the soundtrack is reeeeally good. https://www.youtube.com/watch?v=NUN0QxRB7e0)

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