--- FREESTYLE ENGLISH VERSION BELOW ---
Hej! - ! سلام
Es wird lang lang lang, aber es sind auch gaaaanz viele Fotos dabei ;-) Wieder mit der schlechten Handykamera aufgenommen, ergänzt durch Bilder meiner wundervollen Reisebegleitung.
Eigentlich wollte ich euch ja schon vor einer Weile schreiben. Aber das ist das Leben hier: Du machst einen Plan - und du wirst ihn garantiert nicht so durchführen. Nun sitze ich also ein wenig verraucht (Nuura, die Hausbesitzerin, macht gerade frisches, beduinisches Brot. Das sind so riesige flache Fladen-Crêpes, vermutlich nur aus Wasser und Mehl, die wie Pizzateig ausgerollt und dann "zwischen den Händen herumgeworfen" werden. Dann kommen sie auf eine Art Grill: Unten ist Feuer, oben drüber eine Metallwölbung. Darauf wird der Teig gelegt und alle paar Sekunden gedreht. Nach einer guten halben Minute (gefühlt) ist der Fladen-Crêpe fertig. Echt lecker!! Jedenfalls war der Abzug verstopft, wie mir Nuura auf Arabisch (sie quasselt einfach immer und ich nicke und lächle) erklärte - deshalb rauchte es ganz schrecklich. Aber ich habe zwei warme, riesige, runde Fladen abgestaubt, ein voller Erfolg :-)) - also, ich sitze verraucht, aber zufrieden (auf dem Heimweg sah ich einen Vater, der mit seinen zwei Knirpsen - sie in rosa, er in blau - Fussball spielte. Ein sehr schönes Bild, das es wohl fast überall auf der Welt gibt.) und mit einer Kanne Tee auf meinem Sofa (!) und höre Musik aus Musikboxen (!!). Das sind die zwei Neuerungen in meinem sonst eher kargen Heim, beides habe ich der kompletten Neueinrichtung unserer Büros zu verdanken. Ich geniesse diese beiden Luxusgüter sehr und sie versüssen mir den Feierabend.
Versüssen. Ein gutes Stichwort dieses sehr unstrukturierten Berichts. In Israel besteht prinzipiell einfach alles zur Hälfte aus Zucker. Alles. (Ausser vielleicht Nuuras Brot…) Schrecklich. Aber vielleicht lassen sich so die vielen Essensabfälle erklären. Vermutlich herrscht hier auch einfach eine Kultur, in der man den Teller nicht leer isst. Aber die Mengen, die zurück bleiben und weggeschmissen werden, sind doch einfach schockierend. Richtig gutes, leckeres Essen, das man leicht einpacken und später noch essen könnte. Wie auch bei "Mülltrennung" (ich muss es einfach noch einmal erwähnen: So. Viel. Müll.) bekommt nun also "Food Waste" eine ganz neue Bedeutung.
Auch das Wort "Familie" gehört in diese Kategorie. Hier gibt es Menschen, die 14 Geschwister mit einem Altersunterschied von 30 Jahren haben. Kind - schwanger - Wechseljahre, so in etwa sah das Leben dieser Mutter aus. Was das für ihren Körper, ihre Psyche und ihr eigenes Leben bedeutet, kann nur erahnt werden. Ihr merkt es schon: Ich lerne hier viel. Über die Weberei, über Heiraten und Hochzeiten ("Freunde" gibt es nicht, nur Verlobte. Man heiratet, zieht zusammen. Man kann sich auch scheiden lassen (leichter als in der katholischen Kirche), wobei die Frau wieder zu ihrer Familie zieht - bis sie erneut heiratet.), ich lerne, dass Fotos der Frauen im Internet zu ihrem Tod führen können und dass die Beduinen grosszügig sind: Schon so einige Brote, Früchte, Kräuter etc. habe ich zugesteckt, so manchen Tee serviert und Essenseinladungen ausgesprochen bekommen. Mit Händen und Füssen versuchte ich einigen neugierigen Dorffrauen zu erklären, dass meine Mutter Pfarrerin ist - als "weiblichen Imam für Christen" habe ich sie schlussendlich beschrieben. Ich härte mich mit Kaltwasserduschen ab (mmh…), lerne immer mal wieder einen Brocken Arabisch ("nuss" heisst "halb", "mumtääs" heisst exzellent) und lerne auch die Organisation Sidreh an sich immer besser kennen.
Arbeit
Viele haben gefragt, was hier so meine Aufgaben sind. Das ist schwer zu beschreiben. Ich sortiere Fotos und organisiere das Archiv, ich schleife und streiche Tische, bohre Löcher in Betonwände, mache Internetrecherchen, laufe mit Wollfäden hin und her, betreue Gäste… was auch immer anfällt. In Zukunft werde ich hoffentlich noch ein paar mehr Gärten in den unanerkannten Dörfern besuchen können und kräftig bei dem Bau von Spielplätzen helfen. Ausserdem stehen Basare in Jerusalem und Tel Aviv an sowie eine Weiterbildung für alle Teammitglieder. Aber all das ist noch weit weg. Wichtig ist momentan nur der 5. April, denn dann findet unsere grosse Wiedereröffnung statt. Der Betonboden vor dem Eingang wurde endlich gegossen, das traditionelle Beduinenzelt steht wieder, nun mit (untraditioneller, aber sehr praktischer weil bei Wassergewinnung helfender) Dachkonstruktion, die Weberinnen produzieren fleissig, um den Laden zu füllen - so langsam verwandelt sich das Büro in einen Bienenstock, in dem Erwartungen, Vorfreude, Stress, Anspannung und Hoffnung zu spüren sind.
Die Kommunikation ist nicht immer einfach, nur schon wegen des Sprachenwirrwarrs: In Sitzungen wird Arabisch, Englisch, Hebräisch, Deutsch geredet, insgesamt beherrscht unser Team etwa zehn Sprachen, sogar Gebärdensprache ist vertreten. So konnte zum Beispiel noch nicht genau eruiert werden, ob der Bruder einer Mitarbeiterin in Russland oder Rumänien studiert
Wochenende - Unterwegs gesichtet
Schon nach kurzer Zeit durfte ich den ersten Besuch hier in Israel empfangen. Zwei Wochen waren wir unterwegs, viel haben wir gesehen:
Hej! - ! سلام
Es wird lang lang lang, aber es sind auch gaaaanz viele Fotos dabei ;-) Wieder mit der schlechten Handykamera aufgenommen, ergänzt durch Bilder meiner wundervollen Reisebegleitung.
Eigentlich wollte ich euch ja schon vor einer Weile schreiben. Aber das ist das Leben hier: Du machst einen Plan - und du wirst ihn garantiert nicht so durchführen. Nun sitze ich also ein wenig verraucht (Nuura, die Hausbesitzerin, macht gerade frisches, beduinisches Brot. Das sind so riesige flache Fladen-Crêpes, vermutlich nur aus Wasser und Mehl, die wie Pizzateig ausgerollt und dann "zwischen den Händen herumgeworfen" werden. Dann kommen sie auf eine Art Grill: Unten ist Feuer, oben drüber eine Metallwölbung. Darauf wird der Teig gelegt und alle paar Sekunden gedreht. Nach einer guten halben Minute (gefühlt) ist der Fladen-Crêpe fertig. Echt lecker!! Jedenfalls war der Abzug verstopft, wie mir Nuura auf Arabisch (sie quasselt einfach immer und ich nicke und lächle) erklärte - deshalb rauchte es ganz schrecklich. Aber ich habe zwei warme, riesige, runde Fladen abgestaubt, ein voller Erfolg :-)) - also, ich sitze verraucht, aber zufrieden (auf dem Heimweg sah ich einen Vater, der mit seinen zwei Knirpsen - sie in rosa, er in blau - Fussball spielte. Ein sehr schönes Bild, das es wohl fast überall auf der Welt gibt.) und mit einer Kanne Tee auf meinem Sofa (!) und höre Musik aus Musikboxen (!!). Das sind die zwei Neuerungen in meinem sonst eher kargen Heim, beides habe ich der kompletten Neueinrichtung unserer Büros zu verdanken. Ich geniesse diese beiden Luxusgüter sehr und sie versüssen mir den Feierabend.
Versüssen. Ein gutes Stichwort dieses sehr unstrukturierten Berichts. In Israel besteht prinzipiell einfach alles zur Hälfte aus Zucker. Alles. (Ausser vielleicht Nuuras Brot…) Schrecklich. Aber vielleicht lassen sich so die vielen Essensabfälle erklären. Vermutlich herrscht hier auch einfach eine Kultur, in der man den Teller nicht leer isst. Aber die Mengen, die zurück bleiben und weggeschmissen werden, sind doch einfach schockierend. Richtig gutes, leckeres Essen, das man leicht einpacken und später noch essen könnte. Wie auch bei "Mülltrennung" (ich muss es einfach noch einmal erwähnen: So. Viel. Müll.) bekommt nun also "Food Waste" eine ganz neue Bedeutung.
Auch das Wort "Familie" gehört in diese Kategorie. Hier gibt es Menschen, die 14 Geschwister mit einem Altersunterschied von 30 Jahren haben. Kind - schwanger - Wechseljahre, so in etwa sah das Leben dieser Mutter aus. Was das für ihren Körper, ihre Psyche und ihr eigenes Leben bedeutet, kann nur erahnt werden. Ihr merkt es schon: Ich lerne hier viel. Über die Weberei, über Heiraten und Hochzeiten ("Freunde" gibt es nicht, nur Verlobte. Man heiratet, zieht zusammen. Man kann sich auch scheiden lassen (leichter als in der katholischen Kirche), wobei die Frau wieder zu ihrer Familie zieht - bis sie erneut heiratet.), ich lerne, dass Fotos der Frauen im Internet zu ihrem Tod führen können und dass die Beduinen grosszügig sind: Schon so einige Brote, Früchte, Kräuter etc. habe ich zugesteckt, so manchen Tee serviert und Essenseinladungen ausgesprochen bekommen. Mit Händen und Füssen versuchte ich einigen neugierigen Dorffrauen zu erklären, dass meine Mutter Pfarrerin ist - als "weiblichen Imam für Christen" habe ich sie schlussendlich beschrieben. Ich härte mich mit Kaltwasserduschen ab (mmh…), lerne immer mal wieder einen Brocken Arabisch ("nuss" heisst "halb", "mumtääs" heisst exzellent) und lerne auch die Organisation Sidreh an sich immer besser kennen.
Arbeit
Viele haben gefragt, was hier so meine Aufgaben sind. Das ist schwer zu beschreiben. Ich sortiere Fotos und organisiere das Archiv, ich schleife und streiche Tische, bohre Löcher in Betonwände, mache Internetrecherchen, laufe mit Wollfäden hin und her, betreue Gäste… was auch immer anfällt. In Zukunft werde ich hoffentlich noch ein paar mehr Gärten in den unanerkannten Dörfern besuchen können und kräftig bei dem Bau von Spielplätzen helfen. Ausserdem stehen Basare in Jerusalem und Tel Aviv an sowie eine Weiterbildung für alle Teammitglieder. Aber all das ist noch weit weg. Wichtig ist momentan nur der 5. April, denn dann findet unsere grosse Wiedereröffnung statt. Der Betonboden vor dem Eingang wurde endlich gegossen, das traditionelle Beduinenzelt steht wieder, nun mit (untraditioneller, aber sehr praktischer weil bei Wassergewinnung helfender) Dachkonstruktion, die Weberinnen produzieren fleissig, um den Laden zu füllen - so langsam verwandelt sich das Büro in einen Bienenstock, in dem Erwartungen, Vorfreude, Stress, Anspannung und Hoffnung zu spüren sind.
Die Kommunikation ist nicht immer einfach, nur schon wegen des Sprachenwirrwarrs: In Sitzungen wird Arabisch, Englisch, Hebräisch, Deutsch geredet, insgesamt beherrscht unser Team etwa zehn Sprachen, sogar Gebärdensprache ist vertreten. So konnte zum Beispiel noch nicht genau eruiert werden, ob der Bruder einer Mitarbeiterin in Russland oder Rumänien studiert
Wochenende - Unterwegs gesichtet
Schon nach kurzer Zeit durfte ich den ersten Besuch hier in Israel empfangen. Zwei Wochen waren wir unterwegs, viel haben wir gesehen:
- Lakiya: mit Hitze, frei laufenden Pferden, Kamelen, Schafen, Hühnern - in seiner ganzen Schönheit halt.
- Tel Aviv: Jaffa… ganz wunderbar! So viele (Floh-)Märkte und wundervolle Sachen, Street-Art ohne Ende, veganes Essen, Meer, Sonne, Leben.
- Nazareth: Da haben wir eine Wohnung gestrichen - inkl. Decke. Voll fleissig! Danach gings noch auf einen Hügel, um über die Stadt zu sehen, denn Nazareth liegt wie in einer Salatschüssel. Ein netter Araber hatte Mitleid mit uns und nahm uns mit seinem Auto ein paar Meter den Berg hinauf mit - bis zu seinem Parkplatz, wie er uns stolz erklärte.
- Jerusalem: Beeindruckend. Ganz anders als in meinen Vorstellungen - obwohl ich es mir eigentlich gar nicht vorgestellt hatte… So viele Religionen, so viele Menschen, so viel Militär und Polizei. Die Altstadt, umgeben von den hohen, dicken Mauern, ist eine Welt für sich. Auch hier gibt es viele Marktstände: Brot, Gewürze, Schnickschnack, Schals (… so viele schöne Schals!!), armenische Keramik-Kunst - es gibt alles. Die Klagemauer, die Al-Aqsa-Moschee (Mein absolutes Highlight. Die arabische Kunst ist einfach faszinierend und sehr beeindruckend.), verschiedene Kirchen (unter anderem mit dem Raum des Letzten Abendmahls - ein leeres Gewölbe halt, irgendwie unspektakulär)... und dann der neuere Teil mit lauter hippen Läden, vielen veganen Angeboten (also - schlechtes Essen ist anders), einem lebendigen Lebensmittelmarkt - so viel in einer Stadt.
- Das Tote Meer: Eine Odyssee. Der Ticketkauf versetzte den halben Bahnhof und die ganze Belegschaft in Aufruhr und strapazierte unsere Nerven bis hin zu gefährlichen Zonen. Wir meisterten aber auch diese Herausforderung und fanden den richtigen Bus, der uns nach einer wundervollen Fahrt durch endlose Hügellandschaften (ISRAEL IST BERGIG!) irgendwo aussetzte. Ein einsames Schild wies uns den Weg. Nach einem viertelstündigen Fussmarsch, vorbei an Ruinen und Mienenfeldern, kamen wir zu einer Art "Ressort". 14 Euro pro Person kostete der Spass, dann durften wir an den Badestrand. Dieses Salzwasser ist wirklich ein Erlebnis. Es wurde alles ausprobiert, auf dem Rücken, dem Bauch, "stehend" im Wasser, Schlammpackungen, ein Tropfen Salzwasser auf der Zunge, ein Bier in der am tiefsten gelegenen Bar der Welt (417m UNTER dem Meeresspiegel - da hat man voll viel Sauerstoff!)… was man halt so macht am Toten Meer. Vielleicht ging Jesus ja über dieses Gewässer, vielleicht war das vor 2000 Jahren noch salziger und damit möglich…? Wer weiss.
- See Genezareth: Da war alles so grün! Tiberias ist eine unglaublich hässliche Stadt (mehrheitlich von orthodoxen Juden bewohnt - Perücken!), vieles wurde auch mit Vulkangestein gebaut, den es dort überall gibt. Der Libanon und auch die Hügel Syriens sind in Sichtweite.
- Haifa: EIN EINZIGER BERG! STEIL!! MIT VIELEN TREPPEN!! ANSTRENGEND!!! Viel haben wir gesehen und erlebt, zwei Wochen, die sich anfühlen wie zwei Monate.
Galiläa
und den See Genezareth durfte ich kurz darauf mit einer Gruppe
Südamerikaner noch einmal genauer erkunden. Wir waren in Kafr Kanna, wo
an einem Hochzeitsfest Wasser zu Wein wurde; in der
"Brotvermehrungs"-Kirche in Tabgha (in dieser Region wurden auch die
ersten Apostel "rekrutiert", die Bergpredigt, die Heilung des
Aussätzigen, Jesus' Gang auf dem Wasser (doch nicht das Tote Meer…) und
noch viele Ereignisse mehr fanden statt); auf dem Berg der
Seligpreisungen; in Migdal (Magdala in der Bibel, beim Bau eines Hotels
wurde das Dorf aus Christus' Zeiten entdeckt) und dann auch noch mit dem
Boot auf dem See Genezareth. Doch anstatt andächtig zu beten, liess der
(arabische) Bootsmann lateinamerikanische Musik laufen. Sofort sprang
die ganze Gruppe auf und fing hemmungslos an zu tanzen. Ein wahrhaftiges
Fest, das Boot wackelte, die Augen glänzten, die Hüften kreisten. Doch
die Gespräche während des ganzen Tages mit einzelnen Leuten aus dieser
Gruppe waren das schönste: So viele kreative Ideen, so viel Idealismus
und Tatendrang, so viel Liebe für die Welt, sprudelnde Energie, Hoffnung
- sie waren definitiv eine Bereicherung für mich, all diese Menschen
aus Kolumbien, Peru, Uruguay, Paraguay, Panama, Bolivien und und und.
Überhaupt begegnen mir hier überall solche Menschen: Bei einer
Besuchergruppe ein paar nette US-Amerikaner, die mich mit ihrem Auto auf
einen Ausflug in ein Naturschutzgebiet und in die Stadt Ashdod
mitnahmen (wir fuhren an Scharons Grab vorbei… SEHR touristisch, nur
schon von weitem!); bei einem Frauenkongress eine Reiseleiterin, die
ursprünglich aus dem Berner Oberland kommt, sowie eine liebenswerte
französische Nonne; eine ehemalige Volontärin… Es tut gut zu sehen, dass
es zahlreiche Menschen gibt, die nicht die AfD wählen oder Trump
unterstützen (Alle drei Amerikaner meinten, Bernie Sanders habe eine
Chance und sie würden ihn wählen. Das war zwar vor drei Wochen, aber
trotzdem ist das schön.).
Nach all dem Rumgereise war ich dann aber doch froh, wieder nach Lakiya zurück zu kommen. Die Frauen im Büro wachsen mir täglich mehr ans Herz, das Dorfleben tut nach Basel, München, Rennes ganz gut und auch die Sonne gefällt mir (noch) einigermassen.
Everyday in Israel
Was mich in diesem Land immer verfolgt, was man überall sieht: Hügel und Huckel, Militärs und Polizisten, Müll, Sicherheitskontrollen, ganz viel Street-Art. Ich weiss immer noch nicht genau, wann ich mit wem welche Sprache sprechen oder was ich wo anziehen soll (am besten immer Englisch und am besten immer jegliche Körperteile bedecken, was für mich als eingefleischte Tank-Top-Trägerin eine echte Herausforderung ist, vor allem bei knapp 30°C), und auch die Kontinentenfrage ist komplizierter geworden: Tel Aviv sei nämlich, laut unseres Hostel-Gastgebers, die sicherste Stadt Europas. Ja, wirklich! Asien und Afrika (wir erinnern uns: Dahin gehört Israel geografisch bzw. geologisch.) "wollen" Israel nicht, deshalb schliesst dieses sich kurzerhand Europa an - was auch ihre Teilnahme am Eurovision Song Contest und in irgendeiner Fussballliga (…da hält sich mein Interesse in Grenzen, so undurchsichtig, wie der Fussballsport heutzutage ist) erklärt. Eine sehr merkwürdige Angewohnheit (überhaupt gibt es hier einiges, dass mich an die USA erinnert…): Man wird immer mit dem Auto bis direkt vor die Tür gefahren. So ganz direkt vor die Tür. Auch wenn das total mühsam und unpraktisch ist, man dadurch andere Leute zuparkt und es am Ende mehr Zeit kostet, als wenn man die letzten drei Schritte gelaufen wäre.
Neu erfahren habe ich von der Bevölkerungsgruppe der Drusen. Es gibt insgesamt etwa 1,2 Millionen Drusen, etwa 130'000 leben in Israel und stellen somit eine klare Minderheit dar. Sie zählen sich zu den Arabern, aber nicht zu den Muslimen. Ihre Religion ist geheim, jedoch sehr entfernt mit dem Islam verbunden. Man kann nur als Druse geboren werden (es wird nicht missioniert, andere Religionen werden akzeptiert) - wer ausserhalb heiratet, wird von der Gemeinschaft verstossen. (Schon einmal ein Random Fact: Die arabischen Dörfer liegen am Fusse der Hügel, die jüdischen oben drauf - aus Sicherheitsgründen.)
Inzwischen sass ich schon selber hinter dem Autosteuer, war alleine in Lakiya Falafel kaufen (blonde, junge Frau mit Autoschlüsseln alleine in einem Falafelladen… mit gaaaaanz vielen Männern), habe mich verlaufen und den Weg erfragen können und noch vieles mehr. Die Erlebnisse hier häufen sich und jeder Tag ist ein kleines Abenteuer, irgendwie. Trotzdem muss ich sagen, dass Israel das erste Land ist, in dem ich weniger gerne allein unterwegs bin. Vielleicht liegt das noch an der Fremdheit und den mangelnden Sprachkenntnissen. Doch ein Teil davon lässt sich sicherlich auch auf mein Geschlecht und seine Rolle in diesem Land schieben. "Frau sein" hat hier eine andere Bedeutung, in der jüdischen wie auch der arabischen Bevölkerung, und noch nie war ich mir meines Geschlechts so bewusst.
Rückblick
Post ist angekommen! Ja, es scheint tatsächlich einwandfrei und zeitnah zu funktionieren, zumindest das Empfangen! Nachrichten sind also herzlich willkommen, fragt einfach nach der Adresse.
Danke an dieser Stelle auch für eure zahlreichen Glückwünsche, über die ich mich sehr gefreut habe. Und leider muss ich euch alle enttäuschen: Man feiert den Geburtstag hier wenig bis gar nicht. Ich habe mir also das geschenkt, was ich mir jedes Jahr schenke: einen Tag voller Gemütlichkeit und gutem Essen.
Von einigen Seiten erhielt ich die Rückmeldung, ich sei ja so mutig, einfach hier zu leben - was natürlich sehr schmeichelnd für mich ist. Man könnte nun viel dazu sagen - ich möchte an dieser Stelle nur kurz etwas dazu schreiben: Die erste Zeit an einem Ort ist, für mich zumindest, immer scheisse. Ja, scheisse. Man schwankt ständig zwischen Hoch und Tief, ist voller Erwartungen und Ängste, weiss nicht wohin mit seinen Eindrücken, will erzählen und berichten und ist doch zu müde dazu. Man fühlt sich allein und überwältigt zugleich, muss sich ständig anpassen und ist abends todmüde davon, sich den ganzen Tag vorsichtig in einem unbekannten Umfeld bewegt zu haben. In den ersten Tagen frage ich mich immer, jedes einzelne Mal, was ich eigentlich hier mache. Was mich geritten hat, mich auf so etwas einzulassen - sei es ein Auslandssemester in Frankreich oder Schweden, ein Studium in München, eine Masterarbeit in Israel. Gleichzeitig habe ich aber auch immer mehr das Gefühl, dass alles kleine Puzzleteile oder Mosaiksteinchen für ein grosses Ganzes sind. Durch die Landlord-Geschichte in Schweden bin ich wohl selbstständiger und -bewusster geworden, die Wohnsituation in Frankreich lässt mir hier alles wie Luxus erscheinen, durch das wwoofing habe ich rudimentäre Gartenkenntnisse, die viele Vereinsarbeit hilft mir jetzt beim Organisieren, Strukturieren und Netzwerken. Warum ich diese schweren Tage der Anfangsphase also immer wieder auf mich nehme? Weil es sich richtig anfühlt. Weil mein Platz zu diesem Zeitpunkt eben an diesem Ort ist - was mir all die wunderbaren, erlebnisreichen, anstrengenden und stressigen, abenteuerlichen, erfüllenden Tage nach dem Anfang zeigen.
Ausblick
Es wird weitergehen mit…
Nach all dem Rumgereise war ich dann aber doch froh, wieder nach Lakiya zurück zu kommen. Die Frauen im Büro wachsen mir täglich mehr ans Herz, das Dorfleben tut nach Basel, München, Rennes ganz gut und auch die Sonne gefällt mir (noch) einigermassen.
Everyday in Israel
Was mich in diesem Land immer verfolgt, was man überall sieht: Hügel und Huckel, Militärs und Polizisten, Müll, Sicherheitskontrollen, ganz viel Street-Art. Ich weiss immer noch nicht genau, wann ich mit wem welche Sprache sprechen oder was ich wo anziehen soll (am besten immer Englisch und am besten immer jegliche Körperteile bedecken, was für mich als eingefleischte Tank-Top-Trägerin eine echte Herausforderung ist, vor allem bei knapp 30°C), und auch die Kontinentenfrage ist komplizierter geworden: Tel Aviv sei nämlich, laut unseres Hostel-Gastgebers, die sicherste Stadt Europas. Ja, wirklich! Asien und Afrika (wir erinnern uns: Dahin gehört Israel geografisch bzw. geologisch.) "wollen" Israel nicht, deshalb schliesst dieses sich kurzerhand Europa an - was auch ihre Teilnahme am Eurovision Song Contest und in irgendeiner Fussballliga (…da hält sich mein Interesse in Grenzen, so undurchsichtig, wie der Fussballsport heutzutage ist) erklärt. Eine sehr merkwürdige Angewohnheit (überhaupt gibt es hier einiges, dass mich an die USA erinnert…): Man wird immer mit dem Auto bis direkt vor die Tür gefahren. So ganz direkt vor die Tür. Auch wenn das total mühsam und unpraktisch ist, man dadurch andere Leute zuparkt und es am Ende mehr Zeit kostet, als wenn man die letzten drei Schritte gelaufen wäre.
Neu erfahren habe ich von der Bevölkerungsgruppe der Drusen. Es gibt insgesamt etwa 1,2 Millionen Drusen, etwa 130'000 leben in Israel und stellen somit eine klare Minderheit dar. Sie zählen sich zu den Arabern, aber nicht zu den Muslimen. Ihre Religion ist geheim, jedoch sehr entfernt mit dem Islam verbunden. Man kann nur als Druse geboren werden (es wird nicht missioniert, andere Religionen werden akzeptiert) - wer ausserhalb heiratet, wird von der Gemeinschaft verstossen. (Schon einmal ein Random Fact: Die arabischen Dörfer liegen am Fusse der Hügel, die jüdischen oben drauf - aus Sicherheitsgründen.)
Inzwischen sass ich schon selber hinter dem Autosteuer, war alleine in Lakiya Falafel kaufen (blonde, junge Frau mit Autoschlüsseln alleine in einem Falafelladen… mit gaaaaanz vielen Männern), habe mich verlaufen und den Weg erfragen können und noch vieles mehr. Die Erlebnisse hier häufen sich und jeder Tag ist ein kleines Abenteuer, irgendwie. Trotzdem muss ich sagen, dass Israel das erste Land ist, in dem ich weniger gerne allein unterwegs bin. Vielleicht liegt das noch an der Fremdheit und den mangelnden Sprachkenntnissen. Doch ein Teil davon lässt sich sicherlich auch auf mein Geschlecht und seine Rolle in diesem Land schieben. "Frau sein" hat hier eine andere Bedeutung, in der jüdischen wie auch der arabischen Bevölkerung, und noch nie war ich mir meines Geschlechts so bewusst.
Rückblick
Post ist angekommen! Ja, es scheint tatsächlich einwandfrei und zeitnah zu funktionieren, zumindest das Empfangen! Nachrichten sind also herzlich willkommen, fragt einfach nach der Adresse.
Danke an dieser Stelle auch für eure zahlreichen Glückwünsche, über die ich mich sehr gefreut habe. Und leider muss ich euch alle enttäuschen: Man feiert den Geburtstag hier wenig bis gar nicht. Ich habe mir also das geschenkt, was ich mir jedes Jahr schenke: einen Tag voller Gemütlichkeit und gutem Essen.
Von einigen Seiten erhielt ich die Rückmeldung, ich sei ja so mutig, einfach hier zu leben - was natürlich sehr schmeichelnd für mich ist. Man könnte nun viel dazu sagen - ich möchte an dieser Stelle nur kurz etwas dazu schreiben: Die erste Zeit an einem Ort ist, für mich zumindest, immer scheisse. Ja, scheisse. Man schwankt ständig zwischen Hoch und Tief, ist voller Erwartungen und Ängste, weiss nicht wohin mit seinen Eindrücken, will erzählen und berichten und ist doch zu müde dazu. Man fühlt sich allein und überwältigt zugleich, muss sich ständig anpassen und ist abends todmüde davon, sich den ganzen Tag vorsichtig in einem unbekannten Umfeld bewegt zu haben. In den ersten Tagen frage ich mich immer, jedes einzelne Mal, was ich eigentlich hier mache. Was mich geritten hat, mich auf so etwas einzulassen - sei es ein Auslandssemester in Frankreich oder Schweden, ein Studium in München, eine Masterarbeit in Israel. Gleichzeitig habe ich aber auch immer mehr das Gefühl, dass alles kleine Puzzleteile oder Mosaiksteinchen für ein grosses Ganzes sind. Durch die Landlord-Geschichte in Schweden bin ich wohl selbstständiger und -bewusster geworden, die Wohnsituation in Frankreich lässt mir hier alles wie Luxus erscheinen, durch das wwoofing habe ich rudimentäre Gartenkenntnisse, die viele Vereinsarbeit hilft mir jetzt beim Organisieren, Strukturieren und Netzwerken. Warum ich diese schweren Tage der Anfangsphase also immer wieder auf mich nehme? Weil es sich richtig anfühlt. Weil mein Platz zu diesem Zeitpunkt eben an diesem Ort ist - was mir all die wunderbaren, erlebnisreichen, anstrengenden und stressigen, abenteuerlichen, erfüllenden Tage nach dem Anfang zeigen.
Ausblick
Es wird weitergehen mit…
- Arbeiten: Fotos für einen Online-Shop schiessen, Gärten besuchen, Spielplätze planen, die Wiedereröffnung meistern…
- Reisen: Durch Israel, vielleicht nach Jordanien und Palästina, wer weiss.
- Lesen, Lernen, Schreiben: Arabisch und die Masterarbeit - zwei grosse Ziele.
- Erdbeeren essen!!: Mit Schrecken musste ich nämlich feststellen, dass die Erdbeersaison hier rasant dem Ende entgegen geht. Mein Jahreskontingent wurde jedoch noch lange nicht erfüllt, weshalb es nun täglich eine grosse Portion Erdbeeren gibt. Lecker! (Auch täglich gibt es Avocado, Humus, Tahini. Noch mag ich alles drei sehr.)
- Nachrichten von euch, yay!
Random Fact: Der See
Genezareth ist für einen Grossteil der Wasserversorgung in Israel
zuständig. Dabei besteht er aus zwei Schichten: unten ist Salzwasser,
oben Süsswasser. Pumpt man zu viel Wasser ab, könnte der ganze See zu
Salzwasser werden, was verheerend für die Bevölkerung wäre. Auch dieser
See liegt unter dem Meereslevel (gute 200m).
Seid von Herzen gegrüsst und bleibt behütet.
Bästa hälsningar - سلام
-------------------------------------------------------------------
Hej! - ! سلام
Bästa hälsningar - سلام
-------------------------------------------------------------------
Hej! - ! سلام
This will be excessively long, but there are also maaaany pictures at the bottom. Once again taken with a bad smartphone-camera, completed by my wonderful travel companion.
Actually, I wanted to write you already a while ago. But that’s life here: You make a plan – and I guarantee, you won’t succeed in putting it into practice. So now I’m sitting a little “smoky” (Nuura, the landlady, is baking fresh Bedouin bread. It looks like huge flat Crêpes, probably made from water and flour. You roll them like pizza dough and throw it from one hand into the other. Then you put them on something like a grill: below you have the fire, above there is a metal curvature. On this thing you put the dough and turn it every few seconds. After more or less half a minute the flat crêpe is done. Delicious! However, the outlet was blocked, what Nuura explained in Arabic (she just keeps on twaddling and I nod and smile) – that’s why there was so much smoke everywhere. But I managed to get two warm, huge, round pancakes, a big success :-)) – anyway, I’m sitting “smoky” but happy (on my way home I saw a dad, playing soccer with his two tykes – her in pink, him in blue. A beautiful picture that you can find almost anywhere in the world, I guess.) and with a cup of tea on my sofa (!) and music is coming out of the speakers (!!). These are the two new things in my sparse home, both I was able to hijack thanks to a completely new design for our offices. I really enjoy these two luxury goods and they sweeten my evenings.
Sweets – a good keyword for this unstructured report. In Israel everything consists on principle of at least fifty percent sugar. Everything. (Except maybe Nuuras bread…) Horrible. But maybe that’s how to explain all this food-waste. Presumably this is also just a culture where you don’t clean up your plate. But the amount of food that is thrown away here is just shocking. Very good, delicious food that you could easily wrap up and eat later. So just as “waste separation” (I just have to mention it one more time: So. Much. Waste.) also “food waste” gets a totally new meaning.
Also the word “family” belongs in that category. There are people here who have 14 siblings with an age difference of 30 years. Child – pregnant – menopause, that’s more or less how the life of that mother must have looked like. What that means for her body, her psyche and her own life can only be assumed.
You might have realized it by now: I’m learning a lot here. About the weaving, about marrying and weddings (“Boy-/girlfriends” don’t exist here, just fiancé/es. You marry, you move together. You can also get a divorce (it’s even easier than in the Catholic Church), but then the woman has to move back in with her family – until she’s marrying again.), I’m learning, that photos of the women here, published online, can lead to their death and that Bedouins are generous: I already received some breads, fruits, herbs etc., I was served many teas and several times people invited me for lunch or dinner. With hands and feet I tried to explain to some curious women that my mother is a pastor – finally I just described her as a “female Imam for Christians”. I harden myself with cold showers (mmh…), every now and then I’m learning a lump Arabic (“mumtääs” means excellent) and I’m also getting to know Sidreh as an organization better and better.
Work
Many of you asked about my tasks here. That’s difficult to describe. I sort pictures, organize the archive, grind and paint tables, I drill wholes in concrete walls, do some online research, I run around with woollen threads, welcome guests… whatever needs to be done. In the future I’ll hopefully spend some more time in the gardens, visit some unrecognized villages and help actively with the construction of some playgrounds. Furthermore, several bazaars are planned in Jerusalem and Tel Aviv as well as a training for the whole staff.
But all of this is still far away. At the moment only one date is important: the 5th April. Then our big re-opening is taking place. The concrete soil at the entrance is finally constructed, the traditional Bedouin tent is standing again, now with a (untraditional but really useful (because it’s helping to collect rainwater for the demo-gardens)) roof construction, the weavers are producing like busy bees to fill the empty shelves in the store – slowly the office turns into a hive where you can sense expectations, anticipation, stress, strain and hope.
The communication isn’t always easy, already because of all the languages: In meetings we speak Arabic, English, Hebrew, German. In total our team speaks ten languages, even sign language. That’s why I couldn’t quite find out whether the brother of a co-worker is studying in Russia or Romania.
Weekend – Seen on the road – Small town life
Soon after my arrival I already had the pleasure to welcome the first visitor here in Israel. For two weeks we were on the road and saw a lot:
- Lakiya: with heat, free-range horses, camels, sheep’s, chickens – just in all its beauty.
- Tel Aviv: Jaffa… amazing! So many (flee-)markets and wonderful things, street-art everywhere, vegan food, the sea, sun, life.
- Nazareth: There we painted a flat – incl. the ceiling. Hard work! After that we climbed a hill to enjoy the view because Nazareth lies in a “salad bowl”. A kind Arab had pity on us and gave us a lift for some meters uphill – right up to his parking lot, as he told us with pride.
- Jerusalem: Impressive. It was totally different than I had imagined – even though I didn’t even have an imagination of it… So many religions, so many people, so many police and military uniforms. The old city, surrounded by thick walls, is a world for itself. Also here you can find many booths: bread, spices, bric-a-brac, scarves (… so many beautiful scarves!!), Armenian pottery-art – everything is there. The Western Wall, the al-Aqsa-mosque (My absolute highlight. The Arabic art is totally fascinating and so impressive!), different churches (among others the Cenacle, “Upper Room”, where the last supper took place – an empty vault, somehow unspectacular)… and then the new part with all these hip shops, many vegan offers (I was definitely not eating badly), a vivid food product market – so many things in one city.
- The Dead Sea. An odyssey. The purchase of a ticket occupied half of the station and ended in the staff going crazy. But we also managed this challenge, found the right bus which left us after a wonderful ride through endlessly rolling hills (Israel is HILLY!) somewhere in the nowhere. A lonely sign pointed into the direction where we were suspecting the beach. After a fifteen-minute walk, passing ruins and mine fields, we reached some kind of “resort”. We had to pay 14 euro per person, then we were allowed to enter the “beach zone”. The salty water really is an experience. We tried everything: lying on the back, on the stomach, to “stand” (or better fly) in the water, mudpacks, a drop of saltwater on the tongue, a beer in the lowest bar on earth (417m UNDER the sea level – you have a lot of oxygen there!)… you know, just the kind of stuff you do at the Dead Sea. Who knows, maybe Jesus walked over these waters, maybe it was even saltier 2000 years ago and therefore possible…?
- Sea of Galilee: Everything was so green! Tiberias is an incredible ugly city (by the majority orthodox Jews are living there – wigs!), many things were build from volcanic rocks that is very common in that area. Lebanon and also the hills of Syria are in sighting distance.
- Haifa: ONE SINGLE MOUNTAIN! STEEP!! WITH MANY STAIRS!! EXHAUSTING!!!
We saw and experienced a lot, two weeks that felt like two months.
I had the great opportunity to explore Galilee and the Sea of Galilee again shortly after with a group of South Americans. We went to Cana where at a wedding water turned into wine; to the “Church of Multiplication” in Tabgha (in this region also many other things took place: the calling of the first apostles, the sermon on the mount, the healing of the leper, Jesus’ walk on the waters (so after all not the Dead Sea…) etc.); to Migdal (Magdala; while building a hotel they discovered the ruins of the original village existing to Jesus’ times) and then we went on a boat on the Sea of Galilee. But instead of praying the (Arabic) boatman turned on some Latin-American music. Instantly the whole group jumped up and started to dance intemperately. A true party: the boat was shaking, eyes were shining and hips were swinging. But the conversations during the whole day with some of these people were the most amazing thing: So many truly creative ideas, so much idealism and zest for action, so much love for the world, sparkling energy, hope – they have definitely been an enrichment for me, all these people from Columbia, Peru, Uruguay, Paraguay, Panama, Bolivia and so on. Actually I meet many of these people here: as part of a visiting group some US-Americans, who took me with their car on an excursion to some nature reserve and to the city of Ashdod (we passed Sharon’s grave along the way… VERY touristy, already from far away!); at a women’s congress a tour guide who comes originally from the Bernese Oberland as well as a lovely French nun; a former volunteer… It’s comforting to see, that there are many people who don’t vote for the AfD (a horrible party in Germany) or support Trump (All the US-Americans said Bernie Sanders had a chance and they would vote for him. That was three weeks ago but still it gives me hope.).
After all this travelling I was also happy to return to Lakiya. The women from the office are growing closer to my heart every day, the village life suits me after Basel, Munich and Rennes (for the moment).
Everyday in Israel
What seems to chase me in this country, what you can see everywhere: hills and bumps, military and police, trash, security controls, a lot of street-art. I still don’t know quite what language to speak with whom or what I should wear (best: English and always cover any body parts, what poses a real challenge for me as die-hard tank-top-wearer, especially at almost 30°C), and also the question about the continent has become more difficult: Tel Aviv turns out to be, according to our hostel-host, the safest city in Europe. Yes, really! Asia and Africa (we recollect: That’s where Israel belongs geographically and geologically, respectively.) don’t “want” Israel, which is why they just join Europe – what also explains their participation at the Eurovision Song Contest and in some soccer league (… my interest keeps within a limit here, as nontransparent as soccer has become). A really strange habit (generally there are many things here that remind me of the USA…): People will always drive you right up to your doorstep. Like really just directly to the entrance. Also when it’s totally inconvenient and unpractical, you box somebody in and it takes way more time in the end as if you just had walked the last three steps.
Recently I came to know something about the Druses. Totally there are around 1,2 million Druses, around 130’000 live in Israel and are therefore clearly a minority. They count themselves as Arab but not Muslim. Their religion is secret but very distantly related to Islam. You can just be born as a Druse (they don’t proselytize, other religions are being accepted) – who marries somebody from “outside” is expulsed. (Already one Random Fact: The Arab villages lay at the foot of the hills, the Jewish on top of it – for security reasons.)
Meanwhile I already drove a car, bought a falafel in Lakiya all by myself (a blond, young women with car keys, alone in a falafel place… with maaaany men), I got lost and was able to ask for directions and many things more. Experiences heap up and every day is a little adventure, somehow. However, I have to admit that Israel is the first country where I don’t feel too comfortable being on the move by myself. Maybe it’s because of the foreignness and the lacking language skills. But to a certain amount it might also be related to my gender and its role in this country. “To be a woman” has another meaning here, in the Jewish as also in the Arab community, and I’ve never been as conscious about my gender as I am here.
Review
Mail arrived! Yes, it really seems to work well and prompt, at least the receiving! So messages are very welcome, just ask me for the address.
Thank you also for all the lovely birthday wishes that made me really happy. But unfortunately I have to disappoint you all: People don’t really celebrate their birthdays here. So I just made myself the same present as every year: a day full of coziness and good food.
Some people told me that I was so courageous to just live here – obviously this is very flattering for me. We could say many things to this issue – I just want to mention something: The first few days in another place are always shitty, at least for me. Yes, shitty. You’re constantly fluctuating between ups and downs, you’re full with expectations and fears, you don’t know where to go with your impressions, you want to report and talk about everything but you’re too tired for it. You’re feeling lonely and overwhelmed at the same time, you constantly have to adapt which is extremely tiring as is moving around in an unknown surrounding. In this first period of time I always, every single time, find myself asking, what the heck I’m doing at this place. What made me engage with something like this – be it an exchange in France or Sweden, studies in Munich, a master thesis in Israel. At the same time I also get the feeling, that everything is a small piece or tessera for one big whole. Through the landlord-story in Sweden I became more self-confident and independent, after the whole living situation in France everything here appears like luxury, by wwoofing I acquired rudimentary knowledge about gardening, the different commitments in all the associations teached me how to organize, structure and network. So why do I put up with this and go through these hard days of the beginning phase again and again? Because it feels right. Because in this moment my place is right there - what all these wonderful, eventful, exhausting and stressful, adventurous, fulfilling days after the beginning prove.
Outlook
It will continue with…
- Work: Take pictures for an Online-Shop, visit the gardens, prepare the construction of the playgrounds, survive the re-opening…
- Travel: Through Israel, maybe to Jordan and Palestine, who knows.
- Read, Learn, Write: Arabic and my master thesis – two huge goals.
- Eat Strawberries!!: Shockingly I had to find out that strawberry season is ending here soon! But I haven’t eaten my annual contingent yet so I have to eat a huge portion every day. Delicious! (Also part of everyday life: Avocado, Humus, Tahini. Until now I still love all of it.)
- Messages from you, yay!
Random
Fact: The Sea of Galilee is the main fresh water supply for Israel. It
consists of two layers: below saltwater, above fresh water. If you drain
too much water the whole lake could turn into saltwater which would be
disastrous for Israel’s population. Also this lake lays below sea level
(about 200m).
All the best and be safe.
Bästa hälsningar - سلام
Bästa hälsningar - سلام
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| Negev - noch grün - still green. |
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| Vorher - Before |
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| Danach - After |
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| Wie gesagt: noch grün, dazu viele Mohnblumen. - Like I said: still green, with many poppies. |
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| Tel Aviv - Jaffa |
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| Tel Aviv |
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| Stadttor - Gate in Jerusalem |
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| Felsendom - al-Aqsa-mosque |
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| Kalia Beach am Toten Meer: Auf der anderen Seite kann man die sanften Hügel Jordaniens ausmachen. - Kalia Beach at the Dead Sea: On the other side you can see Jordan's rolling hills. |
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| Die Verkündigungskirche in Nazareth. Riesig! - Church of the Annunciation in Nazareth. Enormous! |
















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