Ist es nicht bedenklich, dass so viele Menschen lieber sterben, als in unserer Gesellschaft weiterzuleben? Jedes einzelne Mal, wenn jemand von einer Brücke springt, sich vor einen Zug wirft oder Tabletten nimmt, jedes Mal, wenn ein Menschenleben unnötig verloren geht, haben wir versagt. Wir, als Gesellschaft. Denn wir waren nicht dazu in der Lage, diesem Menschen das zu geben, was er brauchte.
Jedes einzelne Mal, wenn ein Mensch den Weg Freitod als den einzigen oder besten ansieht, haben wir auf ganzer Linie versagt. Und das sollte uns treffen, das sollte uns aufwecken, uns erschrecken und uns aktiv werden lassen. Doch das einzig Aktive, das wir tun, ist den Arbeitgeber zu informieren, dass wir zu spät kommen, weil schon wieder "irgend sonen Tubel vor de Zug gumped isch".
Und wieder einmal frage ich mich: Was muss noch alles passieren, damit wir endlich aufmerksam werden? Damit wir endlich aufmerksam unsere Mitmenschen betrachten, ihnen die nötige Beachtung schenken, ein offenes Ohr oder eine helfende Hand? Damit wir begreifen, dass manches nicht von selber kommt? Wie viele Zeichen und Warnungen müssen noch kommen, wie viele Opfer müssen noch gebracht werden?
Ich fordere euch dazu auf, euer Handeln zu überdenken, euch selbst zu beobachten, kritisch zu betrachten. Ich fordere euch dazu auf, euch auch mit den unangenehmen Themen des Lebens zu befassen. Ich fordere euch dazu auf, weil es absolut notwendig ist, dass sich etwas in unserer Gesellschaft ändert. Und am besten fängt man ja bekanntlich immer vor der eigenen Haustür an. Also: Öffnet eure Türen, kommt ein, zwei Schritte heraus und kämpft euch durch den Müllhaufen, den ihr da vorfinden werdet! Es ist an der Zeit. Es ist überfällig.
Ich komm mit hinaus, ich komm mit helfen!
AntwortenLöschenIch helfe gerne mit. Immer, überall!
AntwortenLöschenLiebe Grüsse
Soreila
PS: Ich war zu faul um mich mit meinem Konto anzumelden.
Was soll der Müll?
AntwortenLöschenTragisch... unvermeidlich? Vielleicht. Ein Versagen der "Gesellschaft an sich" festzustellen finde ich unglaublich nachlässig und simplifizierend: das Problem liegt durchaus im Einzelnen selbst.
Am Ende: life goes on, der Zug fährt weiter. Tragisch, unvermeidlich und richtig. Auf eine traurige, bloß zu beklagende Weise.
Dann gehen unsere Meinungen da auseinander. Definitiv.
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