--- FREESTYLE ENGLISH VERSION BELOW ---
Hej! - ! سلام
Alles ist wie immer: Ich bin in der hibbeligen und unruhigen Vor-Abreisephase angekommen, packe gedanklich jeden Abend meinen Rucksack und verzweifle ob Platzmangel. Die "noch ein letztes Mal!" - Liste wird fleissig abgearbeitet: Heute hatte ich meinen dritten letzten Falafel, andere Dinge sind zugleich das letzte und das erste Mal. Auch die typischen Fragen bleiben nicht aus: Wie hat es dir gefallen? Wann kommst du zurück? Warum musst du gehen? Freust du dich?
Diese Art von Abschied ist nichts Neues mehr für mich. Trotzdem ist es jedes Mal besonders. Was jedoch immer gleich ist: Die Beständigkeit, mit der die Zeit vergeht, Stunde um Stunde, Woche um Woche. Die Zukunft kommt unweigerlich, und ich freue mich sehr darauf. Zuerst aber folgt ein Blick in die nahe Vergangenheit.
(Und noch zuerster eine Frage: Hat jemand ein Aufladekabel für ein MacBook Pro abzugeben? Meines lebt wohl nicht mehr lange...)
Arbeit
Die Arbeit hat sich in den letzten Wochen vor allem auf den Bau von Gärten und meine Masterarbeit beschränkt. Um das Geheimnis zu lüften: Die Arbeit trägt den Arbeitstitel „’Don't give me a fish, teach me how to fish!’ - A Qualitative Study on Bedouin Boys’ Perception of their Prospects and Gender Roles in the Bedouin Community in the Negev“. Es geht darum, wie Beduinische Jungs ihr Leben und ihre Perspektiven einschätzen, wovon sie träumen und was sie sich wünschen. Und darum, wie sie die Rolle der Frau in ihrer Gesellschaft wahrnehmen. Denn egal wie sehr sich Organisationen für Frauenrechte einsetzen – wenn Männer nicht erkennen, dass und warum das wichtig ist, wird dieses Unterfangen sehr schwierig. Das Ziel der Arbeit ist, mögliche Jugend-Programme für eine NGO skizzieren zu können. Diese Programme sollen die Jugendlichen einerseits beschäftigen (es gibt hier so ziemlich nichts, was sie in ihrer Freizeit machen können), andererseits aber auch wegbereitend für eine Gesellschaft sein, in der alle ein gutes Leben haben – Männer und Frauen. So bin ich in den letzten Wochen viel unterwegs gewesen und habe Beduinenjungs, Lehrer, Sozialarbeiter etc. interviewt. Natürlich hätte ich gerne mehr Zeit gehabt und es gäbe noch viele Menschen, die wertvolle Sachen zu diesem Thema beizutragen hätten. Aber auch mit dem momentanen Stand bin ich zufrieden – vor einem Monat sah das alles noch ein wenig dunkler aus. Dank der grossartigen Unterstützung meiner Mitarbeiter und deren Familien und Freunden konnte diese Interview-Serie aus dem Boden gestampft werden. Es hat wahnsinnig Spass gemacht, mit so vielen verschiedenen Menschen zu reden und ihnen zuzuhören.
Wochenende - Unterwegs gesichtet
Neben den Ausflügen für die Interviews standen auch einige andere Dinge an: Der Mitarbeiter-Ausflug führte uns in den Norden, nach Akko. Akko war die Hochburg der Kreuzritter, nachdem sie Jerusalem verloren hatten. Auch Napoleon war dort – verrückt, nicht? Es gibt zwei Besonderheiten in Akko: Zum einen ist es eine Stadt, in der Juden und Araber wirklich zusammen leben – im gleichen Viertel, im gleichen Haus. Zum anderen besteht die Stadt aus zwei Ebenen (oder drei, denn ganz unten gibt es noch ein Tunnelsystem), der Kreuzritterebene (für Archäologen ein Traum) und der heutigen. Der gesamte Ausflug hatte Schulreisen-Charakter: Im Bus wurde gesungen und getanzt, Massen an Süssigkeiten wurden verschlungen (auf dem Rückweg wurde extra Halt in einem Dorf gemacht, das bekannt für seine Gebäcke ist – alles mit Honig durchtränkte Blätterteigdinger mit Nuss-Füllungen), die Stimmung war gut. In Akko selbst teilten wir uns auf und ich kam in den Genuss eines Türkischen Hamams inklusive Dampfsauna, Trockensauna, Whirlpool und Massage. Schaumsäcke wurden über meinen Körper ausgedrückt, Schüsseln mit kaltem und warmem Wasser ausgeleert, alles komplett durchgeknetet. Danach gab’s Früchte und Getränke, ein Verwöhnprogramm der Extraklasse. Der Spass kostete mehr als mein Rückflug nach Deutschland, doch er war es wert, nicht zuletzt um die Freude und Entspannung der anderen mitzuerleben. Es war schön, die Meeresluft zu atmen und Zeit mit allen zu verbringen. Abschluss dieses tollen Tages war ein phänomenaler Sonnenuntergang – ein Spektakel, das mir immer wieder den Atem raubt.
Everyday in Israel
Viel Zeit habe ich in den letzten Wochen auch mit den Nachbarskindern verbracht. Manchmal schnabulieren wir Beeren von einem Baum (es gibt sie in weiss und schwarz, sie sehen ein bisschen wie längliche Brombeeren aus...), spielen Fussball (die sind schnell, diese Kiddies!) oder besuchen die Schafe. Neulich stiess ich zu den üblichen Verdächtigen, als sie gerade einen Stuhl aus einer Holz-Palette bauen wollten. Sie sägten kräftig (mit einer stumpfen Säge) und hämmerten und waren sehr kreativ. Am Schluss konnten wir auch wirklich alle auf der Stuhl-Bank sitzen, die Aussicht über das Dorf geniessen und Tee trinken. Herrlich. Die Kommunikation ist manchmal etwas schwierig, aber nirgends ist sie unwichtiger als mit Kindern – mit ihnen kann man auch „stumm“ herumtoben. Lustigerweise kann ich sonst mit Kindern nicht so viel anfangen – hier scheint uns die Sprachdifferenz von Vorteil zu sein...
Von einer befreundeten Lehrerin wurde ich auf eine Abiturfeier eingeladen. Was für ein Anlass! Es gab viel Verpflegung, laute Musik, noch lautere (gebrüllte!) Reden von vielen Männern, amerikanische Kutten und Hüte (diese viereckigen mit dem Bommel dran), Schuhe mit mörderischen Absätzen... – ein Spektakel. Besonders spannend waren die tausenden Fotos (niemand lachte!) und die Handschläge (bei denen man sich prinzipiell nicht anschaut): Die Schüler schüttelten die Hände der Lehrer und zogen an den Lehrerinnen vorbei, die Schülerinnen taten Gleiches mit den Lehrern. Einige LehrerInnen / SchülerInnen machten Ausnahmen, aber im Grossen und Ganzen herrschte eine klare Geschlechtertrennung. Wobei sich mir nach dem Händeschütteldrama in der Schweiz nun die Frage stellt: Ist es sexistisch, wenn beide Geschlechter (mehr als Frau und Mann existieren hier offiziell nicht) dem jeweils anderen die Hand nicht reichen? Einige Frauen, die ich hier getroffen habe, sagten ganz klar, dass es ausser Frage für sie stehe, einem Mann die Hand zu geben. Neben den Handschlägen hatten auch die Hüte einen wahren Unterhaltungswert. Es ist wohl nicht so einfach, sie auf Kopftuch-Köpfen zu befestigen. So fielen sie denn reihenweise auf die Bühne oder hingen, mit Nadeln festgesteckt, auf halber Höhe zwischen Kopf und Schulter. Im Nachhinein erfuhr ich, dass die Feier vorgeholt wurde, damit sie nicht im Ramadan stattfinden würde. Die Prüfungen stehen noch an, die vermeintlichen Abiturienten sind also noch einen entscheidenden Schritt von ihrem Zeugnis entfernt. Aber was soll’s, das Foto fürs Familienalbum haben sie.
Auch wenn viele Erlebnisse wirklich schön und bereichernd sind und ich tolle Menschen kennen lernen durfte, freue ich mich auch darauf, wieder in einer Umgebung zu sein, in der mir die Regeln bekannt sind und ich mich sicher zu bewegen weiss. Als Beispiel dafür zwei Erlebnisse, die nicht ganz glücklich abgelaufen sind:
Oft war ich mit unserer treuen Sekretärin unterwegs. Wir hatten den Running Gag, dass ich irgendwann ein Selfie mit den Dorfkamelen machen müsse. An einem besonders heissen Tag fuhren wir wieder einmal an diesen Kamelen vorbei, die gerade auf der Wiese lagen. Kurzerhand hielten wir an und ich stieg aus, um ein Foto zu machen. Doch kaum war ich in Position, kam ein Junge auf mich zu, weiter hinten zwei weitere. Die Verständigung war schwer, doch er gab mir zu verstehen, dass ich wohl kein Foto schiessen solle. Die Sekretärin rief vom Auto aus, ich solle ruhig ein Foto machen (was mir auch glückte), doch dann rief ein Mann vom nahe gelegenen Stall irgendwas zu uns herüber. Ich verstand zwar kein Wort, doch der Ton war unmissverständlich. Nachdem ich mich aus dem Staub gemacht hatte, rätselten wir im Auto über den Grund dieses Verhaltens. Auch die Sekretärin, eine eingefleischte Beduinen aus diesem Dorf, konnte es sich nicht erklären. Doch ganz offensichtlich hatte ich als Ausländerin irgendetwas falsch gemacht, ohne es zu wollen – ein unangenehmes Gefühl.
Das zweite Missverständnis ereignete sich an einer Henna-Party, also quasi einem Junggesellinnenabschied. Es war das Fest der Schwester einer Arbeitskollegin – ein schöner Abend. Auf dem Weg zum Ausgang am Ende des Festes sahen wir auf einer Bank ein paar kleine Jungs schlafen. Es sah unglaublich süss und witzig aus, wie sie da übereinander gestapelt ruhten – ein wundervolles Bild, das ich gerne festhalten wollte. Doch plötzlich kam die Mutter eines der Jungen und riss ihn mit sich, kochend vor Wut. Offensichtlich hatte ich etwas falsch gemacht, doch eine Entschuldigung konnte ich gar nicht anbringen, so schnell und wütend war sie davon gerauscht. Später fand ich heraus, dass es zwei Probleme gab: Einerseits das Fotografieren (bisher war mir die Problematik nur bei Frauen bekannt, nicht bei Kindern, dazu noch männlichen), andererseits haben wir anscheinend gelacht. Die Mutter dachte, wir lachen ihr Kind aus und machen uns lustig darüber, dass die Jungs dort schlafen. Ich verstehe noch immer nicht ganz, was genau sie so sehr in Rage versetzt hat. Doch einer erklärte mir: „Wir Beduinen sind sehr emotional.“ Diese Aussage kann ich voll und ganz unterschreiben. Für mich war diese Situation extrem unangenehm – als Gast und als Fremde eingeladen sein und dann in so ein Fettnäpfchen tappen, gar kein schönes Gefühl. Mittlerweile konnte ich mich entschuldigen, doch ein bitterer Nachgeschmack bleibt.
Was sonst noch erwähnt werden will:
- Die Moschee neben dem Büro wurde umgestrichen: Zuerst war die Kuppel grün, nun ist sie golden. Sehr verwirrend, denn sie war die einzige grüne Moschee im Dorf und damit ein guter Orientierungspunkt.
- Das grosse Krabbeln war zu Besuch: Letzte Woche wurde ich von unbekannten Viechern befallen, die eine mittlere Katastrophe auslösten. Solche Stiche können ganz schön jucken – und wenn man mögliche Ursachen abends googlet, spürt man es im Bett am ganzen Körper krabbeln. Vermutete Übeltäter waren Baby-Mücken – unsicht- und -hörbare Tierchen, die richtig gemein und viel (!!!!!) stechen. Ganz allgemein bin ich froh, für eine Weile zurück in eine Gegend zu kommen, in der es keine Riesenkakerlaken und ähnliches gibt.
- Ramadan hat begonnen, und es war schon Wochen vorher spürbar. Viel wurde darüber geredet, noch mehr eingekauft, tausende Lichter aufgestellt – Ramadan ist in aller Munde. Es ist ein bisschen wie die Weihnachtszeit in Europa.
- Die Frauen hier lieben es, mir Make-Up ins Gesicht zu schmieren. Eine schenkte mir „Kohle“ (eine Art Kajal), andere legen gleich selbst Hand an. So machte mich eine Nachbarstochter drei Hauttöne dunkler und setzte mir eine Hijab auf, was gar nicht mal so schlecht aussah und sich angenehm anfühlte. Nach der Schminkübung folgte ein entspannter Abend mit viiielen Tanzeinlagen und Kichereien, einfach schön.
- Müsste ich Beduinen mit einem Wort beschreiben, würde ich „funny“ sagen, also quasi „witzig“.
- Leider muss ich eine Korrektur für die Bildunterschriften anbringen: Überall wo „Al Aqsa-Moschee“ stand, war der Felsendom zu sehen. Die Al Aqsa-Moschee befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite. Der Felsendom ist nun eine „inoffizielle“ Moschee für Frauen.
Ausblick
Was ich sicherlich nicht vergessen werde:
- Wie die Sekretärin mich am ersten Tag vom Bahnhof abholte und im Supermarkt hinfiel – eine Erinnerung, über die wir heute noch lachen.
- Das Verwöhnprogramm meiner Hausherrin, die mir ständig Brot, Gemüse, Früchte und andere Leckereien bringt. Zum Abschied schenkte sie mir allerlei selbst bestickte Dinge, traumhaft schön.
- Dass hier wirklich alle (!!!) irgendwie miteinander verwandt sind. Alle.
- Das süsse Kamelbaby in einem der unanerkannten Dörfer, die herzlichen Menschen dort, die wundervolle Landschaft.
- Die Strassenhuckel... die werde ich definitiv nicht vermissen!
- Und so vieles mehr...
Auch die Zukunft war fester Teil der letzten Wochen. Fleissig habe ich nach WGs in Wien (für den gesamten Juli – ich darf an einer Summer School der Universität für Bodenkultur teilnehmen und bleibe noch ein wenig länger) und Leipzig gesucht. Erstere Suche war bereits erfolgreich (ein Zimmer MIT Fahrrad!), in letzterer Stadt werde ich gleich nach meiner Rückkehr einige WGs anschauen gehen. Schon jetzt ist mir Leipzig sehr sympathisch – die Preise sind bezahlbar und es gibt haufenweise tolle Inserate und Menschen, wie mir die vielen Skype-Gespräche mit potenziellen Mitbewohnern gezeigt haben.
(Anhang: Mittlerweile sind ein paar Tage vergangen und ich bin aus meinem schönen (auf seine eigene Art) Beduinendorf abgereist. Der Abschied war herzlich, es wurden Süssigkeiten verschlungen und Reden geschwungen. In jeder Kultur ist das Abschied nehmen wieder anders, aber wie bei vielen anderen Dingen gibt es auch hier etwas, das überall irgendwie gleich ist. Nun freue ich mich auf zwei ruhige Tage in Jerusalem (Habt ihr gewusst, dass Kim Kardashian Armenierin ist? Ich kenne sie zwar nicht, aber ich weiss jetzt, das praktisch alle Namen, die auf „-ian“ enden, Armenischer Abstammung sind.) und einen Besuch in Ramallah. Ich treffe viele spannende Menschen im Hostel und wir reden viel (mit einem Israeli über den Konflikt, mit einem Italiener über Poesie und Lyrik, mit ein paar Indern über so ziemlich alles, mit vier UN-Leuten (die kannten sich nicht und trafen sich zufälligerweise hier) über ihre Arbeit...). Es fühlt sich gut an, Menschen aus verschiedenen Ländern und mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen zu treffen und sich mit Menschen zu unterhalten, die reisen und sich der Vielfalt da draussen bewusst sind.)
Nun möchte ich mich bei euch bedanken – fürs Mitlesen, Karten schicken, Begleiten durch dieses Abenteuer. Es tut gut, seine Erlebnisse teilen zu können. Danke!
Random Fact: Zum Abschluss ein bisschen Wissen über Beduinen im Negev. 60 Prozent der Bevölkerung ist zwischen 0 und 19 Jahre alt. Ausserdem haben sie eine der höchsten Wachstumsraten weltweit: 2011 waren es 3,6 Prozent.
Seid von Herzen gegrüsst und bleibt behütet.
Bästa hälsningar - سلام
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Hej! - ! سلام
Everything is as always. I’m in this squirrelly and twitchy pre-departure-phase, theoretically I’m packing my bag every evening just to drown in despair over shortage of space. The “one last time!” – list is being diligently worked off: Today I had my last falafel (for the third time), other things are the first and last time at the same time. Also typical questions aren’t being left out: How did you like it? When will you come back? Why do you have to leave? Are you happy?
This sort of farewell is nothing new to me. However, it’s something unique every time. But what always stays the same: The consistency at which time passes, hour by hour, week by week. The future arrives inevitably, and I’m very much looking forward to it. But first follows a glimpse into the past.
(And more first-er a question: Does anybody have a charger for a MacBook Pro? Mine will die soon…)
Work
Work has mainly been restricted to gardens and my thesis in the last week. To disclose the secret: My master thesis has the working title “’Don’t give me a fish, teach me how to fish!’ - A Qualitative Study on Bedouin Boys’ Perception of their Prospects and Gender Roles in the Bedouin Community in the Negev“. It deals with the perception of Bedouin boys – about their life and their perspectives, what they dream about and what they are longing for. And it’s about how they perceive gender roles in their community. Because – no matter how much organizations fight for women empowerment – if men don’t realize that and why this is important, this is a bold venture. The aim of the study is to be able to design a valuable youth program for an NGO. This program should give the youth something to do (there is nothing here, that they can do in their free time), otherwise it should help in creating a society in which everybody has a good life – men and women. So I spend the last weeks on the road, interviewed many boys, teachers, social workers etc. Naturally, it would have been nice to have more time and there were many people that I didn’t talk to, but who would have had valuable thoughts to contribute. But I’m also content as it is now – one month ago everything looked a little darker. Thanks to the amazing support of my co-workers, their families and friends I was able to design and conduct these interviews from scratch. It has been a lot of fun speaking to so many different people and, most of all, listening to them.
Weekend – Seen on the road – Small town life
Apart from the trips for the interviews there were other happenings: The staff-excursion led us to the North, to Akko. Akko was the stronghold of the Crusaders after they had lost Jerusalem. Also Napoleon has been there – strange, isn’t it? Akko has two particularities: It’s a city in which Arabs and Jews truly live together – in the same quarter, in the same house. Furthermore, the city consists of two levels (or three, because there is a complicated tunnel system deep down), the Crusader’s (a dream for archaeologists) and the current one. The whole excursion was like a school trip: People were singing and dancing, we ate massive amounts of sweets (on the way back we stopped in a village that’s famous for its pastry – puff pastry soaked in honey with nut-filling), the mood was got. In Akko we split up and I had the honor to enjoy a Turkish Hammam, incl. steam and dry sauna, whirlpool and massage. Bags with foam were tipped over our bodies, bowls with cold and warm water, everything was kneaded. After that we enjoyed fruit and drinks, a top-class wellness program. This amusement cost more than my flight back to Germany, but it was worth it, last but not least for the sake of seeing my friends joy and relaxation. It was good to breathe some sea air and to spend some time with everybody. At the end of the day we enjoyed a fantastic sunset – a spectacle that consistently takes my breath away.
Everyday in Israel
I spend a lot of time with the kids in the neighbourhood during the last few weeks. Sometimes we steal some berries from a tree (they are either white or black and look a little like longish blackberries…), play football (they are fast, these kiddies!) or visit the sheep. The other day I came up to the usual group and found them building a chair out of a wooden palette. They were sawing with all their strengths (and a dull saw) and hammering and being very creative. At the end we could really sit on that chair-bench-construction, enjoy the view over the village and drink a cup of tea. Exquisite! The communication was a little difficult sometimes, but nowhere it’s less important than with children – with them you can also romp around “silently”. Usually, me and children don’t go well together – here our language difference seemed to be an advantage…
From a befriended teacher I was invited to a graduation party. What a happening! There was a lot of food, loud music and even louder (screamed!) speeches from many men, American cowls and hats (these quare ones with the pompon), shoes with breathtaking (or life-…) heels… - a spectacle. Particularly interesting were the thousands of photos (nobody was smiling) and the handshakes (where you never look at the other person): The male scholars were shaking hands with the male teachers and passed the female teachers, the female scholars did the same thing with the male teachers. Some teachers and pupils were making exceptions, but in general there was a clear gender separation. At which, after the drama about the handshakes in Switzerland, a question comes up: Is it sexist when both genders (more than women and men aren’t existing here officially) refuse to shake hands with the other gender? Some women I’ve met here were very clear about their aversion towards shaking hands with a man. Apart from the handshakes also the hats were quite entertaining. Apparently, it’s not that easy to fix them on head-scarves-heads. Numerous hats were falling down on stage or stuck, hanging on needles, halfway between head and shoulder. After the whole celebration I got to know, that the exams haven’t even taken place yet. The party was preponed so it wouldn’t take place in Ramadan (which started today). So the graduates still have one important obstacle to overcome before they receive their certification. But whatever, the picture for the family album is done.
Even if many experiences are truly enriching and beautiful and I have met wonderful people, I’m looking forward to being in an environment that’s more familiar to me, where I know the rules and I can move confidently. To give an example I’ll describe two experiences that weren’t that fortunate:
Often I was on the road with our office manager. We had the running gag that I had to take a selfie with the village-camels at one point of my stay. On a very hot day, we passed these camels one more time, they were lying on the grass. We stopped and I went to take a picture. But just when I found the right pose, a boy came up to me, two more behind him. Communication was difficult, but he tried to let me know that I shouldn’t take a picture. The office manager shouted from the car that I should go ahead and take the photo (which I managed to do), but then a man from a barn nearby started screaming something. I didn’t understand a word, but the tone was without ambiguity. After we had left we puzzled over the possible reasons for this behaviour. Also the office manager, a real Bedouin from that village, couldn’t find an explanation. But apparently I had done something wrong as a foreigner, without intention – an unpleasant feeling.
The second misunderstanding happened at a henna-party, a bachelorette party so to speak. It was the party of a colleagues’ sister – a wonderful evening. On the way to the exit at the end of the evening we saw some little boys sleeping on a bench. It looked incredibly cute and funny, how they were resting piled up on that bench – a memorable picture that I wanted to remember by taking a photo. But suddenly one boy’s mother appeared, tore her boy with her and was boiling with rage. Obviously, I had done something wrong, but I didn’t manage to apologize – the mother disappeared too fast and angry. Later I found out, that there were two problems: One was the act of taking pictures (until then I had only known that this is an issue with women, not with children, let alone male children). In addition to that, the mother saw us laughing and thought, we were mocking her child (or something like this). I still don’t fully understand, what made her so angry. But one explained: “We Bedouins are very emotional.” I can fully confirm this quota. For me this situation was extremely uncomfortable – to be invited as a guest and a foreigner and then drop a brick like that… another unpleasant feeling. Meanwhile I was able to apologize, but a bitter taste stays.
What else wants to be mentioned:
- The mosque next to the office was repainted: First the dome was green, now it is golden. Very confusing, since it has been the only green mosque in the village and therefore a good orientation point.
- The “big crawl”, as we say in German, paid me a visit: Last week I was attacked by unknown creatures, who provoked a medium crisis. Stings like this can be quite itchy – and when you google possible causes just before going to bed, you can feel it crawl all over your body… Possibly the culprits were baby-mosquitoes – invisible and inaudible animals, that sting a lot (!!!!!) and are very mean. In general I am happy to come back to an environment, where huge roaches don’t exist.
- Ramadan just started, and you could already feel it weeks in advance. They talked about it everywhere, they bought many things and everywhere lights were installed – a little like Christmas time in European countries.
- Women here love it to put make-up in my face. One gave me “coal” (some kind of “kohl”), others just get the job done themselves. One neighbours daughter transformed me into a Barbie – with darker skin than usually and a hijab. It didn’t even look that bad and felt quite comfortable. After the beauty evening we celebrated a quite evening with a lot of dancing, singing, laughing, giggling – a truly wonderful evening.
- If I had to describe Bedouins with one word, I called them funny.
- I have to correct the subtitles for some of the pictures I send. Wherever I wrote “Al Aqsa-mosque” you could actually see the “Dome of Rock”. On the opposite of that stands the real Al Aqsa-mosque. The “Dome of Rock” became something like an “unofficial” place of prayer for Muslim women.
Outlook
What I’ll remember for sure:
- How the office manager picked me up from the train station for the first time and fell over in the supermarket – a memory about which we’re still laughing today.
- My landlady’s pampering – she constantly gave me bread, vegetables, fruit and other delicious things. At my departure she gave me many different things with embroidery on them – incredibly beautiful and done by herself.
- Everybody here is related to each other somehow, everybody.
- The sweet camel foal in one of the unrecognized villages, the heartily people there, the fantastic landscape.
- The bumps in the street… won’t miss them for sure!
- So many other things…
Also the future has been part of the last weeks. I searched for a room in Vienna (I’ll spend the whole July there – I have the opportunity to participate in a summer school at the University for Natural Resources and Life Sciences and decided to stay a little longer) and Leipzig. The first was successful (a room WITH a bicycle!), the latter will be fixed soon hopefully, since I’ll visit many possible flats right after I’m back. Already now Leipzig seems to be a good place – the prices are affordable and there are many good ads and interesting people, as the numerous skype-calls with potential future flatmates have shown.
(Annex: Meanwhile, a few days have gone by and I already left my beautiful (in its own way) Bedouin village. The farewell was heart-warming, we had maaaany sweets and speeches. In each culture, farewells are different. But as it is with many things, also here some things are just the same everywhere. Now I’m enjoying two quiet days in Jerusalem (Did you know that Kim Kardashian is Armenian? I don’t know her, but I know now that basically any name ending with “-ian” is Armenian.) and a visit to Ramallah. I’m meeting many interesting people in the hostel and we talk a lot (with an Israeli about the conflict, with an Italian about poetry, with some Indian guys about pretty much everything, with four UN-workers (they didn’t know each other, it was a coincidence they all met here) about their work…). It feels good to meet people from different countries and cultural backgrounds again, to talk to people who travel and are aware of the diversity out there.)
Now I want to thank you – for reading, sending letters, accompanying through this adventure. It feels good to share experiences. Thank you!
Random Fact: At the end I want to spread some knowledge about Bedouins in the Negev. 60 percent of the population are aged between 0 and 19. Furthermore, they have one of the highest growth rates in the world: 2011 it was 3,6 percent.
All the best and be safe.
Bästa hälsningar – سلام
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| Tolle Kamele - Awesome camels |
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| Akko |
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| Irgendwann wächst hier was... - At one point something is going to grow here... |
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| Gibt es hier überall, wunderschön! - You can find it everywhere, beautiful! |
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| Lakiya |
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| Mein letztes Werk vor der Arbeise. Besonders stolz bin ich auf das Befestigen der Beine. - My last creation before I left. I'm very proud of the legs I attached. | |