Wie viele faule Äpfel es doch gibt. Ich habe hier 40kg Äpfel vor mir, die zu Apfelringen verarbeitet werden sollen. Die eine Hälfte ist schon aufgefädelt in der Sauna und trocknet, die andere habe ich noch vor mir. Es ist immer das gleiche Prozedere: Apfel nehmen, schlechte Stellen rausschneiden, Kerngehäuse ausstampfen, schälen, schneiden, auffädeln. Die meisten Äpfel haben nur ein, zwei braune Stellen, wo sie ein bisschen zerquetscht und eingedrückt sind. Ab und an lässt sich auch einmal eine kleine Made finden.
Dann gibt es da aber noch die wunderschönen Äpfel, wie aus dem Lehrbuch sehen sie aus, man würde am liebsten reinbeissen. Anfangs habe ich mich immer besonders über diese „perfekten“ Äpfel gefreut. Doch beim Ausstampfen musste ich immer wieder feststellen, dass fast alle von innen her zerfressen sind, faul, ausgehöhlt. Ich musste die Äpfel regelrecht bis auf die Schale ausschaben, konnte meist beinahe die ganze Frucht wegwerfen. Diese Äpfel sind unbrauchbar. Ich kann sie nicht verwenden, sie sind nutzlos. Und doch greifen wir alle immer zuerst nach diesen grossen, schönen Exemplaren. Denen man ihr Makel nicht ansieht. Die ihre abgestorbenen Stellen zu verstecken wissen. Lernen wir denn nie dazu?
Wunderschöne Metapher. Und so unglaublich wahr!
AntwortenLöschen