Um ein typisch schwedisches Haus zu haben, muss es rot sein. Damit es schön aussieht, muss die Farbe all fünf Jahre erneuert werden. Das fünfte Jahr ist jetzt.
Aber vor dem Malen muss die alte Farbe vom Haus abgekratzt werden. Mit Besen.
Das macht genau 2 Minuten lang Spass.
Nach 5 Minuten spürst du den Arm.
Nach 7 schmerzt ebenjener.
Nach 10 denkst du an eine Pause.
Nach 20 siehst du aus wie nach zwei Monaten Strand und Sonne, teint-mässig.
Und nach einer halben Stunde machen sich erste Blasen bemerkbar.
Es folgen noch weitere Phasen der Demotivation, bis du schliesslich abends völlig geschafft ins Bett fällst. Natürlich erst nach einer Dusche im Regen, einem Bad im See und einem in der Badewanne, denn der orange Staub ist ÜBERALL. Am nächsten Morgen stehst du mit einem ganz hässlichen Muskelkater auf.
Dann gehts an's Malen. Das Malen macht immerhin eine halbe Stunde lang Spass. Aber nach zwei Stunden und drei Blasen schweifen die Gedanken ab. Dann fällst du zum ersten Mal von der Leiter, nach einer Stunde zum zweiten Mal. Dein Körper ist mittlerweile übersäht mit Farbklecksen, vor allem der Hals, die Arme und das Gesicht. Die Fensterrahmen, ursprünglich weiss, sind nun... naja, nicht mehr weiss. Der Arm schmerzt. Die Pflanzen unter dir leiden, denn Leitern sind schwer, und Farbe verstopft ihre Atemwege. Also die der Pflanzen. Am Abend stehst du vor einer Wand, die genauso aussieht, wie zwei Tage zuvor. Dafür bist du nun braun / rot / orange.
Ich wollte schon immer mal ein Haus anmalen. Ich denke, einmal reicht. Eine Malerkarriere wirds wohl nicht geben.
Ich liebe wwoofing.
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