Leben, das ist das Allerseltenste in der Welt - die meisten Menschen existieren nur. ... Oscar Wilde



Mittwoch, 9. Februar 2011

Backe Backe Kuchen

Es gibt verschiedene Arten von Menschen.
Die einen leben nach den Prinzipien "If tomorrow never comes" und "Geniess das Leben, solange du kannst" und "Wenn nicht jetzt, wann dann?".
Die anderen leben eher im Stil von "Später werde ich..." und "Morgen ist auch noch ein Tag" und "Wenn ich dann, in ein zwei drei Jahren, ...".
Natürlich gibt es noch viel mehr verschiedene Typen. Man könnte das Ganze auch so beschreiben: Man steht in der Küche und bäckt einen Kuchen. Dafür benötigt man ein halbes Päckchen Vanille-Zucker. Nun gibt es ganz verschiedene Möglichkeiten:

1. Man hat keinen im Haus und bäckt den Kuchen ohne.
2. Man hat keinen im Haus und bäckt deshalb gar keinen Kuchen.
3. Man hat noch genau ein halbes Päckchen.
4. Man hat noch genau ein halbes Päckchen, will dieses aber nicht verwenden, da man danach ja keinen Vanille-Zucker mehr hat, und da man ja mal welchen brauchen könnte.
5. Man hat ein oder mehrere Päckchen Vanille-Zucker zu Hause. Man schüttet ein bisschen mehr als die Hälfte in den Kuchenteig, der Kuchen soll ja auch gut schmecken und vielleicht bäckt man so lange nicht mehr, dass der Vanille-Zucker schlecht wird. Also lieber mehr als die Hälfte verwenden.
6. Man hat ein oder mehrere Päckchen Vanille-Zucker zu Hause. Man schüttet ein bisschen weniger als die Hälfte in den Kuchenteig, zu viel Zucker ist sowieso ungesund. Ausserdem könnte man den Rest ja irgendwann einmal brauchen, und dann will man sicher genug übrig haben.
(Punkte 5 und 6 können auch unbewusst passieren - das wird hier nicht berücksichtigt, Bewusstsein - Unterbewusstsein -- am Schluss ist es doch der MENSCH, der handelt.)
7. Man hat ein  Päckchen Vanille-Zucker zu Hause. Man schüttet das ganze Päckchen in den Teig, damit man keine unnötigen Reste hat.
8. Man hat mehrere Päckchen Vanille-Zucker zu Hause. Man schüttet ein ganzes Päckchen in den Teig, er soll ja auch schön süss sein, man will keine angefangenen Beutelchen haben und man hat ja sowieso genug.

Mit Sicherheit gibt es noch eine ganze Menge weiterer Möglichkeiten, wie man in dieser simplen Situation verfahren könnte. Und je nach Verhaltensweise könnte man den Charakter und Lebensstil eines Menschen herauslesen. Die "Was du heute kannst besorgen...", die "Ich würde gerne..." und so weiter. Was für eine Art Mensch bist du? Was würdest du in der Vanille-Zucker-Situation tun?

2 Kommentare:

  1. Ich finde Version 8 am sympathischsten :D Oder 1 ist auch noch realistisch.

    Aber es gäbe ja auch noch mehr Möglichkeiten!

    -Man hatt Vanillebohnen oder -samen zuhause und pflanzt einen Vanillestrauch, erntet dann den gewünschten Vanillezucker (in unserem südländlischen Klima werden diese schwarzen Vanillepünktchen gerade sofort zu Zucker)

    -Man wartet bis ein Vanille-Zucker-Verkäufer an der Tür klopft bzw. läutet oder poltert, kauft ihm seinen ganzen Vorrat ab und garantiert somit den Lebensunterhalt der Vanille-Zucker-Verkäufer-Familie bis zu ihrem Lebensende und deren Nachkommen und Nachbarn.

    -Man geht den gesamten Vorrat im Aldi aufkaufen und garantiert somit der Verkäuferin Ferien in ihrem Heimatland.

    -Man ruft der berufstätigen Ehefrau an, ob sie nicht, wenn sie von der Geschäftsreise aus La Réunion zurückkommt, vom Vanillebaum äh -strauch einige Vanilleschoten mitlaufen lassen könnte.

    -Man wartet, bis im Herbst die Vanilleernte stattfindet, bringt die Vanilleschoten noch zum Erntedankfest in die Kirche, lässt sie taufen äh segnen, dass sie ganz nass werden und verschimmeln (dieses Weihwasser ist eh immer verfault!), sagt sich, was einen nicht umbringt macht einen stärker, lässt die verfault-verschimmelten Schoten über dem Feuer trocknen bis man sieht, dass sie durch eine chemisch-magische Reaktion aufgehen wie Harry Potters fette Tante und fliegt dann mit den Schoten davon. Die sehen ja sowieso ein bisschen aus wie geschlossene Regenschirme. D.h. die letzte Schote, die man halten konnte öffnet sich wie ein Regenschirm und man fliegt in den Himmel ins Vanille-Zucker-Paradies.

    -Man macht Muffins. Bei so kleinen Portionen merkt man gar nicht, dass es keinen Vanille-Zucker drinhat!

    AntwortenLöschen
  2. Ja! Ja Ja Ja!
    Ich liebe Kommentare.
    Und Muffins.
    Wann gibt's einen?

    AntwortenLöschen