Immer wenn ich von Basel nach Zürich fahre, komme ich an diesem gigantischen Lampenmeer vorbei. Kurz vor dem Hauptbahnhof. Es ist meistens schon ganz dunkel, deshalb sieht man nur ganz ganz viele leuchtende Punkte. So quasi bis an den Horizont. Endlos. Als ich einmal genauer hingeschaut habe, was denn da konkret beleuchtet wird, musste ich festellen, dass auf dem riesigen Laternenfeld nur Gleise sind. Abgestellte Züge. Transportwagons. Sonst nichts. Leere. Nur ganz viel Licht.
Natürlich muss ich sofort an den Energieverbrauch denken, an die unnötige Verschwendung. Das ist ja fast noch schlimmer als die ganze dämliche Weihnachtsbeleuchtung. Aber an der erfreuen sich wenigstens noch ein paar Leute. Die Laternen hier - stehen einfach nur rum. Und brennen. Leuchten.
Ich stelle mir beim Blick auf dieses Lichtermeer dann gerne vor, dass das Kerzen sind. Ich sehe sie schon flackern. Und jeden Tag, also jeden Abend, werden sie für jemand anderen angezündet. Für jemanden, der es an diesem Tag, an diesem Abend, in dieser Nacht besonders nötig hat. Niemand geht vergessen. Es gibt genug Laternen, genug Kerzen, genug Licht und Wärme für alle.
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