Leben, das ist das Allerseltenste in der Welt - die meisten Menschen existieren nur. ... Oscar Wilde



Dienstag, 8. November 2011

nach einer weile - ist es zeit.

zum letzten mal
diese haltestelle, dieser weg, mit den bildern und bäumen.
das gartentor quitscht, nicht zum letzten mal,
aber zum letzten mal für _.
die treppe, die klingel, das knarzen.
der raum hinten rechts.
getafelte holzwände, dunkel.
der bach rauscht.
leer, nur noch ein bett, ein tisch, zwei schränke.
die gardinen werden abgenommen.
die gleichen, die vor zehn jahren mühsam aufgehängt wurden.
letzte klebestreifenreste werden entfernt.
nägel, schrauben, haken.
reiszwecken.
schnüre.
ein einsamer leuchtstern, funkelnd, verlassen an der decke.
der letzte kranich plumpst zu boden.
ein kranich, oregami.
er steht für glück und langlebigkeit.
er liegt am boden, dort wo er hingeplumpst ist.
der boden. der fleckige fuselteppich.
den blick gehoben, das fenster.
fensterbilder abkratzen. die sollten verboten werden.
die aussicht ist ganz anders,
wenn man nicht durch ein einhornmandala guckt.
der bach rauscht.
zum ersten mal geschlossene fensterläden.
zum putzen.
undefinierbares klebriges irgendetwas an den rändern.
keiner weiss was, keiner weiss wofür.
(man könnte hier ja ein stückchen davon reinkleben, aber wir befinden uns im virtuellen zeitalter, da ist fühlen nicht mehr so wichtig...)
pferdekutschenglocken. glöckchen.
alpaufzüge. kein alltag mehr. eine touristenattraktion.
der balkon. die aussicht.
kein schnee schippen. keine sonne. kein freiraum.
der bach rauscht.
viel aufgewirbelter staub.
mehr aufgewirbelte erinnerungen.
gefühle.
aber der bach rauscht. beständig.
er wird es auch ohne _ tun.
er bleibt. beständig.

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