Salut oder bald auch Servus
BITTE lest vor allem das fette rote BITTE am Ende des Mails, alles andere ist unwichtiger.
BITTE lest vor allem das fette rote BITTE am Ende des Mails, alles andere ist unwichtiger.
- La vie en France ist zu Ende, die Zeit des Pendelns hat begonnen. In den nächsten Wochen wird der einzige Fixpunkt der Zug (hier stellvertretend für alle öffentlichen Verkehrsmittel aufgeführt) sein, der mich zwischen Basel, der Ostschweiz, Brüssel und München hin und her transportiert. Doch vor einem Blick auf die Zukunft hier noch ein Blick in die Vergangenheit:
- Der beste Zugang zu älteren, arbeitslosen Männern, die meist auf der Strasse leben? Zigaretten, Bier oder - ein Spiel. Es lohnt sich, jassen zu lernen. Das kennt und liebt man nämlich auch in Frankreich. Mein Teampartner und ich haben zwar haushoch verloren, aber das ist Nebensache.
- Nicht nur jassen, auch feiern kann ich jetzt auf französisch: Um den Freiwilligen für ihre Arbeit zu danken und auch einmal ausserhalb der "Arbeit" etwas zusammen zu unternehmen, habe ich sie zu einem gemütlichen Abendessen eingeladen. Zehn kamen, elf assen, elf tranken, elf spielten Spiele und diskutierten über Gott, den Glauben, ob Jesus perfekt war, die Welt, Zukunftspläne, Wertvorstellungen und Dinge, die sie bereuen. Bemerkenswert dabei ist, dass sich nicht alle untereinander kannten. Trotzdem und trotz der Verschiedenheit der Menschen (Franzosen, Afrikaner, Arbeitslose, Universitätsprofessoren etc.) einen ganzen Abend lang miteinander tiefe Gespräche führen zu können - das ist einfach toll.
- Mit viel Gepäck bin ich gekommen, mit noch viel mehr wieder gegangen. Unter anderem dabei:
- Bretonnische Galettes. Für daheim gebliebene Schleckermäuler.
- Sandalen. Von meiner lieb gewonnenen algerischen Freundin.
- Eine Taizé-Schüssel. Von meinem amerikanischen Zwilling.
- Eine bretonnische Tasse. Von dem liebenswerten Ehepaar, das mich zum Bahnhof gebracht hat.
- Viele Erinnerungen, die hoffentlich nie vergessen gehen.
- Viele Kontakte, die hoffentlich eine ganze Weile halten.
- Viele Wörter, die ich hoffentlich oft anwenden kann.
- Viel Wissen über alles mögliche, beispielsweise Afrika, die verschiedenen Länder und Kulturen dort.
- Bücher. Der kleine Prinz in Original, ein Buch über den tollen Markt in Rennes etc.
- Das vielleicht wichtigste Gepäckstück: Die Gewissheit, etwas verändern zu können. Die Gewissheit, einen Unterschied zu machen. Die Gewissheit, nicht der ganzen Welt helfen zu können oder zu müssen, aber diesen paar Menschen ein paar schöne Augenblicke beschert zu haben.
Nun bin ich in München, habe meine zukünftige Wohnung gesehen (toll - klein aber fein!) und den Vertrag unterschrieben (juhu!). Bald geht es nach Brüssel (Studienreise mit der yes, young european swiss, um die EU besser kennen zu lernen), danach bin ich eine Weile in der Schweiz. Ab dem 1. Oktober studiere (Interkulturelle Kommunikation und Moderation) und wohne ich dann im Freistaat Bayern; Post (brauche viiiiel neue Wanddeko! Z.B. schwarz-weiss Bilder mit Musik- / Film- / anderen Tipps hinten drauf?!) und Besuch sind immer sehr willkommen, Adresse einfach erfragen.
Die Zeit der Rundmails endet also einmal mehr - schön war's. Ich möchte aber nicht ohne eine letzte Einladung, eine letzte Bitte, eine allerletzte Bitte und einen letzten random fact aufhören:
Einladung: Am 27. September um 20 Uhr findet in Therwil bei Basel unser Akkordeonorchester-Jahreskonzert statt. Komme wer kann - alle anderen auch. Es lohnt sich! (siehe Flyer unten)
BITTE: Eine der vielen Bekanntschaften und Freundschaften aus Rennes ist G. G. kommt aus Kamerun und hat International Affairs (oder sowas - mit international und Rechtswesen und so) studiert. Er ist im Moment ohne Papiere, also offiziell illegal in Frankreich. Seine Situation ist, wie die von vielen, ziemlich kompliziert. Er möchte gerne weiter studieren und darf das in Frankreich auch, in etwa einer Woche beginnt sein Semester. Der Mensch ist blitzgescheit, hat unglaublich viel Potenzial und wir haben viele Stunden Kaffee trinkend und diskutierend verbracht, was immer sehr bereichernd für mich war. G. schreibt gern, hat einen unstillbaren Wissensdurst und ist zielstrebig. Mit kleineren Schreibarbeiten (z.B. Texte für Webseiten von Musikern) verdient er sich ein bisschen Geld. Nun ist das Problem, dass er keinen Computer hat. Für diese Arbeiten, auch für Recherchen, natürlich für die Uni und um allgemein einfach zu schreiben wäre das aber sehr gut beziehungsweise notwendig. Momentan macht er alles über den Computer seines Cousins, bei dem er im Moment auch wohnt. Das ist aber sehr schwierig und auf Dauer nicht wirklich eine Lösung, gerade für das Studium. Lange Rede, kurzer Sinn: Falls jemand einen Computer (Laptop, da die Wohnsituation nicht stabil ist und das Ding deshalb transportabel sein sollte) hat, den er nicht mehr braucht - da würde sich ein sehr toller Mensch sehr drüber freuen. Es würde ihm seine Ausbildung möglich machen, was wiederum ein weiterer Schritt in Richtung geregeltes Leben darstellt. Es muss nicht das neueste Modell von morgen sein, aber natürlich wäre es auch nicht schlecht, wenn es kein Kasten von vorgestern wäre - wer schon einmal eine Arbeit für die Uni auf solch einem Gerät geschrieben hat, weiss, dass das Nerven ohne Ende kostet. Wer sowas hat oder jemanden kennt oder was weiss oder… - bitte melden.
Bitte II: Jetzt habe ich eine Wohnung - aber leider noch kein Umzugsequipment. Gesucht werden deshalb starke Menschen, die Lust auf einen Ausflug nach München haben; ein grosses Auto (so ein Kleinlaster / -bus, das grösste Auto, das man mit normalem Ausweis fahren darf) und ein Fahrer (jdm. der gut und gerne grosse, schwere Autos fährt) für eben dieses Auto. Umzugstermin ist irgendwann im September, flexibel, vorzugsweise nicht am Wochenende. Über Gegenleistungen kann verhandelt werden.
Random fact:
In München gibt es mehr Yoga-Studios als Kindertagesstätten. Was das zu bedeuten hat und warum das so ist, darf sich jeder selbst überlegen.
Und noch ein Filmtipp:
Monsieur Claude und seine Töchter. Eine französische Komödie über kulturübergreifende Ehen. Selten so gelacht. Wirklich.
Bästa hälsningar, danke für eure Ausdauer und lasst es euch gut gehen!










