Ich (CN) wohne nun seit etwa acht Wochen in Basel. Letzte Woche durfte ich endlich die Verkehrspolizei dieser schönen Stadt kennen lernen. Zwei freundliche mittelalte Damen (PZF 1 & 2) winkten meinen Mitbewohner (MB) und mich an den Strassenrand, kaum dass wir unsere Wohnung verlassen hatten.
Polizeifrau 1: "Händ Sie das Liechtsignal döt nöd gseh?"
Mitbewohner nuschelt etwas.
PZF 1: "Es isch rot. Und rot isch rot."
PZF 2 nickt zustimmend.
MB schaut schuldbewusst zu Boden: "Ja..."
PZF 1: "Das macht denn 60 Franke."
MB hebt entsetzt den Kopf. Flehend: "Nei würkli jetzt?"
PZF 1 erbarmungslos: "Ja wüsset Sie, rot isch rot."
PZF 2 nickt zustimmend.
MB nuschelt, nun etwas gereizt.
PZF 1 bedeutet ihrer Kollegin, Opfer Nummer 2, also CN, ja nicht entkommen zu lassen.
PZF 2 eilt eifrig zu CN.
PZF 1 & 2 nehmen die Personaldaten auf.
PZF 1 freundlich, als würde sie nach der Cumulus-Karte fragen: "Zahlet Sie bar?"
MB: "Nei."
PZF 2 freundlich, als würde sie nach der Superpunkte-Karte fragen: "Zahlet Sie bar?"
CN deprimiert: "Nei." Dann, freundlich und interessiert: "Äxgüsi, ich hett do no e Frog. Chöntet Sie mer ächt de Sinn vo däm Liechtsignal für Velofahrer erkläre?"
PZF 2 schaut erschreckt und hilfesuchend zu PZF 1.
PZF 1 macht drohend einen Schritt auf CN zu.
PZF 1: "Loset Sie: Rot isch rot. Das isch eifach eso."
CN: "Jaja, das isch mer scho klar, aber -"
PZF 1 unterbricht: "Rot isch rot. Und das hett mer z'beachte."
PZF 2 nickt zustimmend.
CN: "Ja ich ha vestande dass rot rot isch. Aber mich wür de Sinn, aso de Zweck vo däre Ample interessiere. Die stoht jo nöd eifach so dötte, oder?"
PZF 1: "Ja...do hetts e Tramhaltestell. Und sowieso, rot isch rot."
CN, nun sehr viel klüger: "Aha..."
Der Tag nimmt seinen Lauf. Der Abend kommt. Die Nacht bricht herein. Der nächste Morgen ist da. CN steht auf. Frühstückt. Nimmt ihr Fahrrad. Überquert die Strasse. Und fährt los, der Sonne entgegen, das künstliche rote Licht ignorierend. Was ist schon rot. Ausser rot.
Anmerkung: Auch Gewinner sind nur Menschen. Und so wie rot rot ist, heisst Parkverbot Parkverbot. Die Basler nehmen's wörtlich. Auch für Catalin Dorian Florescu, den Gewinner des Schweizer Buchpreises 2011 ("Jakob beschliesst zu lieben", C.H.Beck Verlag), wird keine Ausnahme gemacht. So darf er feierlich einen Teil seines Preisgeldes (das 7,5-fache der Lichtsignalbusse) auf der Polizeistation abgeben. Der humorvolle Autor lässt es sich dabei nicht nehmen, dem Polizisten eines seiner Bücher mit der Widmung: "Für die Basler Polizei. Als Dank dafür, dass Sie so gut auf mein Auto aufgepasst haben!" zu überreichen. Sympathisch. Billiger wird's deshalb trotzdem nicht.
Wenigstens si si gerecht, oder? =D Ond weisch...rot esch haut wörkli rot. :) Osser besch Farbeblend. Denn bechont rot en ganz anderi Bedütig...
AntwortenLöschenJa, das sinds, findi au irgendwie guet, kein Starbonus. Jaja. Rot isch rot. Mängmol bini farbeblind, ja, denn isch rot pink, und Pia liebt pink, oder.
AntwortenLöschenPia liebt pink, Rosa liebt rosa, Günter liebt grün, Bea liebt blau, Gelbert liebt gelb, Vanessa liebt Vermicelles...äh!...Vermillion...
AntwortenLöschenViolet liebt violet, haha, wie lustig. Vanessa, Vermicelles, Vermillion... ich freue mich aufs Guetzle.
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