...ist dieser Text von mir aufgetaucht. Ich hatte seine Existenz ganz vergessen. Irgendwie interessant. Vielleicht könnte man überall Texte verstecken und irgendwann würde man sie wiederfinden - wie alte Ostereier. Das wäre was.
Leere Lehren eines Kindes
Leere Lehren eines Kindes
In zwei Wochen habe ich Geburtstag. Ich freue mich wie eine Schneekönigin darauf, wie ein kleines Kind. Als wäre es nicht jedes Jahr das Gleiche. Zwar werde ich diesen wiederkehrenden Anlass erst zum 19. Mal erleben, aber trotzdem würde man meinen, ich hätte es mittlerweile satt. Diese Scheinheiligkeit, diese Schönrederei. Habe ich aber nicht. Ich freue mich. Ich freue mich schon im Voraus auf das Ereignis, bei dem man feiert, dass man ein weiteres Jahr auf dieser Erde überstanden hat. Das nennt man dann wohl „Vorfreude“. Ich denke, mir werden ziemlich viele Leute gratulieren. Das erwarte ich fast schon. Und natürlich habe ich die Hoffnung, dass der eine oder andere sogar ein schönes Geschenk für mich hat. Vorfreude, Erwartungen, Hoffnung. Die schlimmste Kombination, die man sich vorstellen kann. Die Mischung aus diesen drei Emotionen kann zwangsläufig nur ins Verderben führen.
Nichts kann den Illusionen der Vorfreude gerecht werden; Erwartungen werden immer enttäuscht (sofern man menschlich ist und dementsprechend automatisch zu hohe Erwartungen steckt); und Hoffnung, ja Hoffnung ist sowieso zwecklos. Die Hoffnung ist das schlimmste von allen. Sie ist eine einzige grosse Lüge, wie so vieles in unserer Welt. Es ist allein die Hoffnung, die uns weitermachen lässt. Wegen ihr kämpfen wir, ertragen und überwinden Unerträgliches, Unüberwindbares. Die Hoffnung ist der Wassertropfen, wenn wir am Verdursten sind. Sie ist unser Antrieb, sie schenkt und das Leben.
Nichts kann den Illusionen der Vorfreude gerecht werden; Erwartungen werden immer enttäuscht (sofern man menschlich ist und dementsprechend automatisch zu hohe Erwartungen steckt); und Hoffnung, ja Hoffnung ist sowieso zwecklos. Die Hoffnung ist das schlimmste von allen. Sie ist eine einzige grosse Lüge, wie so vieles in unserer Welt. Es ist allein die Hoffnung, die uns weitermachen lässt. Wegen ihr kämpfen wir, ertragen und überwinden Unerträgliches, Unüberwindbares. Die Hoffnung ist der Wassertropfen, wenn wir am Verdursten sind. Sie ist unser Antrieb, sie schenkt und das Leben.
Doch nun noch einmal ganz langsam von vorn. Beginnen wir mit der Vorfreude. Dieses Gefühl kennt jeder. Man stellt sich etwas in der Zukunft vor und freut sich darauf. Ich stelle mir grade jetzt zum Beispiel mein Frühstück von morgen vor. Ich freue mich richtig. Spätestens wenn ich morgen total übermüdet aufwachen werde, ist die Vorfreude verflogen. Wie kann man sich bloss auf etwas freuen, dass in den meisten Fällen gar nie eintritt? Und selbst wenn ich Zeit fürs Frühstück haben würde und nicht zum Bus würde rennen müssen – es würde mir niemals so gut schmecken, wie ich es mir ausgemalt hatte. Wir beschönigen die Dinge in unserer Vorfreude automatisch. Wir träumen, bauen Illusionen auf, malen uns aus, wie etwas wohl sein wird. Und wir denken, dass dies dann der Wirklichkeit entsprechen wird. Womit wir schon bei den Erwartungen angekommen wären.
Erwartungen. Wenn mir jemand etwas verspricht, dann erwarte ich, dass diese Person alles daran setzen wird, um das Versprechen zu halten. Umgekehrt wäre dies nämlich der Fall. Ich verlasse mich blind auf die Worte eines anderen Menschen, ich vertraue ihm, und ich erwarte, dass mein Gegenüber dem gerecht wird. Aber wie oft in meinem jungen Leben wurde ich schon eines Besseren belehrt. Und wie oft habe ich diese guten Lehren beiseite geschoben und mich wieder neu auf ein Versprechen mit daran geknüpften Erwartungen eingelassen. Vertraut. Gehofft.
Das schönste und gefährlichste Gefühl: die Hoffnung. Sie kommt, ohne sich anzukündigen oder zu fragen, wieder und wieder. Ohne sie können wir nicht sein. Wo keine Hoffnung ist, ist kein Leben. Aber gleichzeitig kann man sich in der Hoffnung verlieren. Die Menschen klammern sich an sie, bauen alles auf ihr auf – und stürzen ins Bodenlose, wenn ihr Fundament zusammenbricht.
Vielleicht sollte ich weniger gutgläubig, weniger naiv, optimistisch oder blauäugig durch die Gegend laufen. Vielleicht sollte ich akzeptieren, dass die meisten Versprechen eben doch nur Versprecher sind. Vielleicht sollte ich hinnehmen, dass ent-täuschen bedeutet, dass man jemandem die Realität aufzeigt, ihm seine Täuschung nimmt, ihn klar sehen lässt. Vielleicht sollte ich aufhören, mich im Voraus zu freuen, Erwartungen zu haben, Hoffnung zu wagen. Denn je weniger hoch du steigst, desto weniger tief kannst du fallen.
Doch ich will Lehrerin werden. Noch dazu eine gute. Ich will nicht nur Wissen vermitteln, sondern Lebensqualität. Ich will anregen, nachdenklich stimmen, herausfordern. Um das zu erreichen, darf ich den Optimismus und den Glauben an das Gute nicht aufgeben. Natürlich kann das schief gehen. Ich klettere hoch – also kann ich auch tief fallen. Aber ich freue mich. Ich kann es kaum erwarten. Für die anspruchsvolle Aufgabe des Lehrens muss ich angefüllt sein mit Hoffnung. Ich muss daran glauben, dass es gelingen kann, dass man Erfolg haben und etwas bewirken kann, dass noch nicht alles verloren ist, dass man manchmal auch oben ankommt oder zumindest weich fällt. Denn sonst würden meine Lehren nur Leere verbreiten. Und das ist wohl das Traurigste, was einer Lehrperson widerfahren kann.
Vorfreude, Erwartungen, Hoffnung. Die schlimmste Kombination, die man sich vorstellen kann. Und doch sind diese drei Emotionen so wichtig. Sie helfen uns zu träumen, mit unseren Träumen davonzufliegen, weg von dieser komplizierten Welt. Vorfreude, Erwartungen, Hoffnung. Freiheit.
Erwartungen. Wenn mir jemand etwas verspricht, dann erwarte ich, dass diese Person alles daran setzen wird, um das Versprechen zu halten. Umgekehrt wäre dies nämlich der Fall. Ich verlasse mich blind auf die Worte eines anderen Menschen, ich vertraue ihm, und ich erwarte, dass mein Gegenüber dem gerecht wird. Aber wie oft in meinem jungen Leben wurde ich schon eines Besseren belehrt. Und wie oft habe ich diese guten Lehren beiseite geschoben und mich wieder neu auf ein Versprechen mit daran geknüpften Erwartungen eingelassen. Vertraut. Gehofft.
Das schönste und gefährlichste Gefühl: die Hoffnung. Sie kommt, ohne sich anzukündigen oder zu fragen, wieder und wieder. Ohne sie können wir nicht sein. Wo keine Hoffnung ist, ist kein Leben. Aber gleichzeitig kann man sich in der Hoffnung verlieren. Die Menschen klammern sich an sie, bauen alles auf ihr auf – und stürzen ins Bodenlose, wenn ihr Fundament zusammenbricht.
Vielleicht sollte ich weniger gutgläubig, weniger naiv, optimistisch oder blauäugig durch die Gegend laufen. Vielleicht sollte ich akzeptieren, dass die meisten Versprechen eben doch nur Versprecher sind. Vielleicht sollte ich hinnehmen, dass ent-täuschen bedeutet, dass man jemandem die Realität aufzeigt, ihm seine Täuschung nimmt, ihn klar sehen lässt. Vielleicht sollte ich aufhören, mich im Voraus zu freuen, Erwartungen zu haben, Hoffnung zu wagen. Denn je weniger hoch du steigst, desto weniger tief kannst du fallen.
Doch ich will Lehrerin werden. Noch dazu eine gute. Ich will nicht nur Wissen vermitteln, sondern Lebensqualität. Ich will anregen, nachdenklich stimmen, herausfordern. Um das zu erreichen, darf ich den Optimismus und den Glauben an das Gute nicht aufgeben. Natürlich kann das schief gehen. Ich klettere hoch – also kann ich auch tief fallen. Aber ich freue mich. Ich kann es kaum erwarten. Für die anspruchsvolle Aufgabe des Lehrens muss ich angefüllt sein mit Hoffnung. Ich muss daran glauben, dass es gelingen kann, dass man Erfolg haben und etwas bewirken kann, dass noch nicht alles verloren ist, dass man manchmal auch oben ankommt oder zumindest weich fällt. Denn sonst würden meine Lehren nur Leere verbreiten. Und das ist wohl das Traurigste, was einer Lehrperson widerfahren kann.
Vorfreude, Erwartungen, Hoffnung. Die schlimmste Kombination, die man sich vorstellen kann. Und doch sind diese drei Emotionen so wichtig. Sie helfen uns zu träumen, mit unseren Träumen davonzufliegen, weg von dieser komplizierten Welt. Vorfreude, Erwartungen, Hoffnung. Freiheit.
Hübsch. :)
AntwortenLöschen...manchmal nehme ich mich und die Welt auch einfach nicht so ernst, das hilft. ;)
Und ja - zu Ostern möchte ich gerne Texte von dir im WWW suchen. =D
Sehr guter Tipp...daran übe ich noch. Du darfst mich gerne von Zeit zu Zeit wieder dran erinnen, ich neige dazu, das zu vergessen.
AntwortenLöschenJaaaa, verstecken wir Texte statt Schokoeier...
find ich super, den text:)
AntwortenLöschenund zu den ostereiern: für mich sind diese texte hier schon versteckte osterhasen und schokoeier, weil ich jetzt schon ein paar mal an diese seite gedacht habe und sie dann ausfindig machen musste, so wie man auf die suche nach den osternestern geht, bin ich auf die suche gegangen nach der hp.. und finde dann immer ein ganzes nest voller schokoeier.. :)