Leben, das ist das Allerseltenste in der Welt - die meisten Menschen existieren nur. ... Oscar Wilde



Sonntag, 27. März 2011

Indiänerle

Eigentlich wollte ich ja heute Indianer spielen gehen. Auf der Welle sollten wir uns begegnen. Doch früh morgens um 5.44 Uhr fiel dem Häuptling ein, dass er doch lieber Büffel jagen wolle. Oder vielleicht auch ein paar Höhlenmalereien anfertigen möchte. Eventuell war es auch 4.44 oder 6.44 Uhr, wegen der Zeitumstellung, ich weiss nicht genau. Jedenfalls ist das Indianerspiel geplatzt.

Nun habe ich Zeit und fühle mich so entspannt wie schon lange nicht mehr. So viele Eindrücke an einem Wochenende. Da wäre zum Beispiel ein supertolles Konzert von Alain Clark (Geheimtipp!!). Seine Musik ist mitreissend, seine Texte haben Inhalt, seine Band verbreitet gute Laune und das allerschönste: Er kann mit den Augen lachen. Hier eine Kostprobe - weitere tolle Lieder sind zum Beispiel "Corner of my street" oder "Good days" oder ... Naja, irgendwie sind fast alle Lieder toll.

Und heute Abend erwartet mich noch ein schwedischer Gottesdienst - ich nehme an, mein Fernweh wird danach noch grösser sein als es schon ist. Ich liebe dieses Land, die Leute, die Sprache.

Donnerstag, 24. März 2011

Ich halt dann mal ein Nickerchen

Ich halte viel von Power-Naps. Und ich praktiziere sie selber hin und wieder. Im Zug, auf dem Esstisch, früher in der Schule, vorzugsweise in Geografie oder Mathe. Doch was ist das Geheimnis dahinter, wieso fühlt man sich nach diesen kurzen Ausflügen ins Reich der Schlafenden oft erholter, als nach mehreren Stunden am selbigen Ort?
Ich habe die Antwort. Ohne Studien, ohne Expertenwissen, ganz simpel:
Wenn wir länger schlafen, kommen wir in den Tiefschlaf. Und irgendwann auch in eine Phase, in der wir träumen. Träume sind jedoch nicht erholsam, weil sie sich entweder mit Dingen befassen, die wir niemals können, haben oder sein werden, oder mit der realen Welt. Das "Niemals-erreichen-können" ist logischerweise nicht sehr erfrischend. Und die reale Welt ist oft so schrecklich, grausam, paradox, dass wir nach einer intensiven Auseinandersetzung damit auf keinen Fall gestärkt in den neuen Tag starten können.
Das ist der Grund, weshalb Power-Naps erholsamer sind als lange, intensive Schlafstunden.
Doch wieso kurz schlafen und nicht einfach wach bleiben?
Bleiben wir wach, befinden wir uns weiterhin in der realen Welt, die oben schon einmal beschrieben wurde: Grausam, schrecklich, paradox. Schlicht zuviel für unser menschliches Hirn und Herz. Mit dem Power-Nap können wir dieser Welt entfliehen, ohne ihr in der Traumwelt wieder begegnen zu müssen. Wir befinden uns sozusagen im Raum dazwischen. Im Power-Nap haben wir, oder ich zumindest, ein Schlupfloch gefunden, um wenigstens für eine kurze Weile einfach nur zu sein, ohne denken zu müssen, ohne es zu merken. Etwa so, als wäre man ohnmächtig. Einfach abstellen, loslassen. Ja, abstellen ist wohl das beste Wort dafür. Ausschalten. Aussteigen. Für einen kurzen Moment. Um dann wieder zurück ins Leben geworfen zu werden.

Der Erfolg eines Nagers

Ja, ich gebe es zu. Ich habe ihn gesehen. Den Justin-Bieber-Film mit dem Titel "Never say never". Und es war einfach unglaublich, ich habe meinen Mund vor lauter Staunen gar nicht mehr schliessen können. So viele Gedanken schossen mir durch den Kopf:
Ich bemittleide ihn. Ich beneide ihn. Er tut mir leid. Er kann wirklich was. Er ist arrogant. Typische Amerikaner. Diese armen Frauen. Was macht ihn so besonders? Wie sieht sein Leben in 10 Jahren aus? Er ist mitreissend. Er überzeugt, hat Charme, hat viele Talente. Heile Welt. Wo bleibt das Negative? Wie wird ein Superstar ein Superstar? Wieso gibt es so viele unentdeckte Talente, und ist das vielleicht gut so?
Oder auch: Ein Kind füllt ganze Hallen. Er hat ein Team von unglaublicher Grösse. Die für ihn arbeiten. Menschen fallen in Ohnmacht, weil sie ihn sehen oder berühren. Er hat eine Bühnenshow mit Feuerwerk, Tänzern und so weiter. Er zeigt Kinderfotos, seine Mutter erzählt, seine Grosseltern, er besucht seine Freunde und seine alte Schule. Er gibt Autogramme, twittert, ist krank - und wir können ihm bei allem zugucken. Er wird im gleichen Atemzug mit den Beatles, Rolling Stones und Michael Jackson genannt. Er singt Cover. Und er begeistert Massen von Frauen jeglichen Alters. Wahnsinn. Dieses Geschick ist unglaublich. Diese Kombination aus Talent, Glück, den richtigen Leuten mit den passenden Kontakten, einer raffinierten Verkaufsstrategie und der Maschinerie des Superhypes. Dazu noch ein paar Haare, Hundeaugen und "frisches Blut". Gecoverte Songs, ein paar Tanzschritte, schon hast du den Star von heute und morgen. Justin Bieber.
Ich kann es kaum glauben. Ich bin einfach sprachlos. Es gibt Leute, die 90 % ihres Daseins damit verbringen, an Menschen wie Justin Bieber zu denken. Ihn zu googlen, ihm zu twittern, was weiss ich. ALS GÄBE ES NICHTS WICHTIGERES. Lasst den armen Jungen doch in Ruhe. Kunst ist das Eine. Kunst, Kultur, Musik. Aber fanatische Groupies, "Mode-Starmusiker", eine geraubte Jugend, das ist etwas anderes. Lasst ihn jung sein. Macht nicht noch ein Leben kaputt. Und kümmert euch um wichtigere Sachen als um die Frage, in welcher Farbe ihr das Justin-Bieber-Plakat wohl malen solltet. Eigentlich hättet ihr nach den ersten drei oder vier Sätzen schon zu lesen aufhören sollen.

Mittwoch, 23. März 2011

Aus der Ecke

Manchmal (schon wieder dieses manchmal), manchmal jedenfalls wäre ich gern nur Zuschauer. Bei Festen zum Beispiel. Da würde ich mich gerne von Zeit zu Zeit in meinem Stuhl zurücklehnen und nur die Menschen betrachten, wie sie sich freuen, sich austauschen, wie sie tanzen und lachen, wie sie sich bewegen und wie sie ihre Mimik, ihre Körpersprache sprechen lassen, wie sie sich verhalten. Oder an einem Frühlingstag wie heute. Da würde ich gerne von 10 Metern Höhe - oder so - auf die Leute herab schauen. Und zugucken, wie sie die ersten Blumen bestaunen, die Sonne geniessen, einen Spaziergang machen oder das Fahrrad aus der Garage holen. Auch bei schwierigen Sitzungen wäre ich manchmal gern Betrachter. Dann könnte ich mit Abstand analysieren, was falsch und richtig läuft. Ich könnte die Leute besser einschätzen. Ich würde mich nicht über sinnlose Dinge aufregen.
Manchmal wäre ich gern nur Zuschauer.
Manchmal habe ich das Leben so satt, dass ich gerne aussetzen würde, um den anderen dabei zuzusehen, anstatt selbst zu leben. Denn immer in diesen Momenten, in diesen Aussetzern, oder danach, weiss ich wieder, weshalb ich lebe. Das ist ein schönes Gefühl.

Die Rasse Mensch

"Jemanden zu respektieren, seine Vergangenheit zu achten heisst, zu begreifen, dass er derselben Menschheit angehört wie man selbst – und nicht einer anderen, einer Menschheit zweiter Klasse."

Amin Maalouf

Montag, 21. März 2011

Weckruf von oben

Ja, das was in Japan passiert, ist schlimm. Schrecklich. Unbegreiflich.
Auch Haiti, Hurricane Katrina in New Orleans oder Sri Lanka im Dezember 2004 waren "echt krass".

Aber was ist mit Libyen?
Was ist mit dem Nahostkonflikt?
Oder weiter noch, was ist mit Tibet?
MIt Afghanistan, mit China, mit Nordkorea?
Was ist mit Iran, mit Darfur, mit dem Kongo?
Was ist mit den Menschenrechten? 
Was ist mit der Million Menschen, die hungern, die verhungern? Alle drei Sekunden stirbt jemand, weil er zu wenig Essen hat. Laut Wikipedia, Stand 2007. Alle drei Sekunden.

21
21
Tot.
21
21
Tot.

Und wir brauchen erst eine riesige Flutwelle, bebende Erde und die Gefahr eines atomaren Debakels, um zu reagieren? Was sollen die hungrigen Leute denn tun - noch hungriger werden sie nicht. Es ist Zeit, in unserer ach so fortschrittlichen Welt auch ohne Weckruf zu handeln. Aktiv. Denn man kann etwas bewirken. Auch wenn manche das nicht glauben, ich glaube es. Und wenn ich nur schon einen Menschen vor dem Verhungern retten kann. Dieser eine ist es wert.

Donnerstag, 17. März 2011

Wir Menschen sind doch alle Forellen

Du musst anders sein als die anderen, du musst ein Individuum sein, du musst gegen den Strom schwimmen.
Das hören wir immer wieder. Und wir geben unser Bestes, individuell zu sein, uns von der Masse abzuheben, uns zu etwas Besonderem zu machen. Anfangs fand ich das toll. Doch mit der Zeit kam immer mehr das Gefühl auf, einige Menschen schütteln zu wollen. Du musst nicht um des Anders-Sein-Willens anders sein! Sei einfach so, wie du bist. Geh deinen Weg. Manchmal führt dein Weg vielleicht in die gleiche Richtung wie der Strom fliesst. Dann gehst du mit ihm. Und manchmal geht der Weg aber auch wieder in eine andere Richtung. Dann schwimmst du gegen ihn.
So einfach ist das.

Schlaflos

Ich bin müde.

Das Aufstehen fällt mir schwer, meine Augen fallen zu, ich habe keine Energie. Ich bin müde.
Weil ich gestern spät ins Bett gegangen bin, weil sich alles im Kreis dreht und nicht wirklich Sinn macht, weil wir die Nacht durchgetanzt haben, weil man so viel tun kann wie man will, und es doch kein Ende nimmt.

Ich bin müde. Manchmal bin ich lebensmüde.

Aber trotzdem kommt immer wieder von irgendwo her ein Energieschub, ein Stubser, neue Kraft.

Ich hoffe nur, dass ich dann müde werde und einschlafe, wenn es Zeit wird.

Mittwoch, 16. März 2011

Frühlingsputz

Die Kaffebohnen tanzen mit dem Reiskorn,
das Mehlstäubchen umarmt das Zückerchen.
Die grünen Linsen diskutieren mit den Schokospänen,
das Cornflakes bewundert die leere Spaghetti-Packung.

Der Kohlrabi küsst den Schimmelkäse,
das Speckstückchen kuschelt sich an das Bier.
Die Spaghetti von vorgestern gesellen sich zum Brotkanten,
im Konfiglas entsteht intelligentes Leben.

Mittendrin bin ich.
Drehe mich im Kreis.
Und tanze mit dem Schwamm, dem Lappen, dem Wischmob
mit Cilit Bang, Vanish und Calgon.

Frühlingsputz.

Dienstag, 15. März 2011

Salzkörnchen

"Wer zu wenig schläft, der neigt gemäss einer Studie aus den USA zu übertriebenem Optimismus." (G.P., 'Salzkorn' im St. Galler Tagblatt vom Sa, 12. März 2011)

Äh...nein. Studie hin oder her (Wie aussagekräftig sind diese zahlreichen Studien aus den USA überhaupt? Konkrete Quellen bekommt man nämlich selten zu Gesicht, meist steht wie hier "eine Studie aus den USA", und alle Leute nicken mit den Köpfen.) jedenfalls, Studie hin oder her, ich denke nicht, dass Wenig-Schläfer zu Optimismus neigen. (Dann müsste ich zeitweise ein extrem optimistischer Mensch sein.) Weshalb ich der Studie aus dem tollen Amerika nicht glaube? Ganz einfach:
Wer wenig schläft, ist länger wach. Wer länger wach ist, nimmt mehr auf, sprich, kriegt mehr Informationen. Wer mehr Informationen hat, ist näher an der Wahrheit - bzw. erkennt eher, dass es sich bei fast allem um aufgeblasene Lügen handelt. Wer das sieht, wird Realist. Und wer Realist ist, kann unmöglich optimistisch sein. 

Dienstagmorgen

Ich gehe zur Bushaltestelle.
Ich warte.
Der Bus kommt.
Die Tür geht auf.
Der Bus ist überfüllt.
Jemand hat gekotzt.
Ich steige bei einer anderen Tür ein.
Eine Jugendliche macht Theater.
Ihre Schuhe sind mit Kotzespritzern übersät.
Es ist ein Drama.
Die Schuhe sind vom H & M.
Vermutlich für 9.90 Fr.
Die Frau regt sich auf.
Lange.
Ihr Tag ist gelaufen.
Sie flucht.
Ich muss lächeln.
Grinsen.
Lauthals lachen.
Sie guckt mich wütend an.
Es geht um ein Paar Schuhe.
Die dreckig sind.
Weil es jemandem schlecht wurde.

Was ist das Wichtige an der Geschichte?

Montag, 14. März 2011

Under colored umbrellas.

"we are nothing on this earth
but observers of the next geological happening
while we bide our time we can laugh, and lunch
with our friends in streetside cafes
under colored umbrellas
then when its time: some die
...and others move dirt at their convenience"

Sonntag, 13. März 2011

Gestutzte Eiche - nach Hermann Hesse

Wie haben sie dich, Baum, verschnitten,
Wie stehst du fremd und sonderbar!
Wie hast du hundertmal gelitten,
Bis nichts in dir als Trotz und Wille war!
Ich bin wie du, mit dem verschnitten,
Gequältes Leben brach ich nicht
Und tauche täglich aus durchlittnen
Roheiten neu die Stirn ins Licht.
Was in mir weich und zart gewesen,
Hat mir die Welt zu Tod gehöhnt,
Doch unzerstörbar ist mein Wesen, 
Ich bin zufrieden, bin versöhnt,
Geduldig neue Blätter treib ich
Aus Ästen hundertmal zerspellt,
Und allem Weh zum Trotze bleib ich
Verliebt in die verrückte Welt.

Das ist das Hoffnungsvollste, was ich in den letzten Jahren gelesen habe. Ob Herr Hesse wohl auch noch heute allem Weh zum Trotze verliebt in diese verrückte Welt wäre? Ich bezweifle es.

Merkwürdige Lebensweisheiten oder Es geht noch mehr

Wenn es am Schönsten ist, soll man aufhören.
An und für sich ist das ein logischer Satz. Hart und schwer einzuhalten, aber logisch. Auf den ersten Blick. Beim zweiten, genaueren Hinschauen jedoch sieht man, dass dieser Satz durch und durch unlogisch ist: Woher soll man wissen, wann es am Schönsten ist? Man hat ja nur die Vergangenheit als Messlatte. Die Zukunft kennt man noch nicht, deshalb kann man auch nicht wissen, ob sie vielleicht noch schöner als die Gegenwart oder die Vergangenheit wird. Und genau weil wir nur die Vergangenheit kennen, müssen wir entweder aufhören, sobald wir angefangen haben (wir können ja nicht wissen, ob es noch schöner werden kann - also müssen wir auf Nummer Sicher gehen und aufhören), oder aber wir machen solange weiter, bis wir sagen können: Vor fünf Minuten hätte ich aufhören sollen, da war es am Schönsten. Was uns aber auch nicht besonders viel bringt.
Also, versucht mich niemals mit dem dämlichen Satz "Wenn es am Schönsten ist, soll man aufhören." zu überreden. Das zieht bei mir nicht. Ich glaube nämlich, dass es noch schöner werden kann.

Samstag, 12. März 2011

Aussteiger

Lasst mich raus.
Lasst mich raus aus diesem doofen Spiel, ich habe keine Lust mehr.
Lasst mich raus aus unserer Welt.
In Afrika geht alles drunter und drüber.
In Asien ist nichts mehr sicher.
In Amerika spinnen sie eh schon lange,
und in Europa - aiaiai.
Die ganze Welt dreht durch.
Lasst mich hier raus.
Ich habe keine Lust mehr.

Mittwoch, 9. März 2011

Liebe, Lust und Leiden

Warum Ameisen nur noch Ameisensäure haben? Weil eine Ameise namens Lola, die Schokolade liebte, ganz viele Tränen vergoss, ihre und die aller anderen Ameisen auch. Sie füllte damit das Nichts um sich herum. Sie stand dort, wo heute der Bodensee ist. Jedenfalls floss all das Wasser ins Nichts, sodass die heutigen Ameisen nur noch Säure haben. Sie sind also sauer. Und leiden sehr darunter. Nur wenn sie Lust auf Schokolade bekommen, so wie Lola das hatte, dann sind sie lustig.

Schreibwettbewerbe regen die Kreativität an, definitiv.

Dienstag, 8. März 2011

Fastenzeit

Vierzig Tage ohne
Vierzig Tage mit
das macht dann zusammen
in vierzig Tagen fit.

Montag, 7. März 2011

Reden wir KLARTEXT

Das kann doch nicht sein.
Da haben Menschen Spass, geniessen das Leben, feiern, knüpfen Kontakte, beschäftigen sich miteinander (und nicht nur mit Computern und TV-Bildschirmen) - und nun soll ihnen dieser Ort der Begegnung, des Austauschs, der Jugend, der Lebensfreude genommen werden?
Und noch schlimmer: Wie dreckig muss es erst jenen gehen, die das KUGL aufgebaut haben? Die Zeit und Energie in ein Projekt investiert haben, das ihnen am Herzen liegt? Und die es jetzt einfach so aufgeben müssen, ohne einen wirklich Es kann doch nicht sein, dass alles an der Unflexibilität eines einzelnen Menschen scheitert. Wo bleibt da der diplomatische Kompromisswille? Wo bleibt da die Menschlichkeit? Wo bleibt da das Verständnis? Und wo bleibt da die Erinnerung daran, dass wir alle einmal jung waren?
Ich kann zu dem Thema eigentlich nicht mehr viel sagen - es ist auch schon genug darüber geredet worden. Nur eins noch: JUGEND, hört nicht auf, für euer Recht zu kämpfen. Hört nicht auf, euch selber Plätze zu schaffen, wo ihr sein könnt. Hört nicht auf, euch auszutauschen, zusammenzuschliessen, Ideale zu haben. Hört nicht auf, über den Rand zu blicken, über die Grenzen zu denken, die Mauern niederzureissen (auch wenn manche Menschen lieber Lärmschutzwände zu Hauf hätten...) Und erinnert euch in 20 Jahren, wenn die nächste Generation um die Häuser zieht, um Himmels Willen daran, dass IHR auch einmal jung ward.

Freunde

Was meine Mundwinkel nach oben zieht?
Es ist nicht der Alkohol, es kommt nicht durch den Joint, auch nicht durch die bunten Pillen. Es sind weder die vielen Männer, noch die Geschenke, die sich stapeln. Nicht die gute Musik, das schöne Wetter, ein Krampf meiner Gesichtsmuskeln oder der Sieg meiner Lieblingsmannschaft. Nein. Was meine Mundwinkel nach oben zieht, mich die Zähne zeigen lässt und Lachfalten verursacht, sind die Menschen um mich herum. Die vielen guten Seelen, jede einzelne, alle einzigartig und besonders, alle ein eigener grosser Schatz.
Sie machen mich glücklich.

Wir Menschenkinder

Menschlich sind wir alle,
aber Mensch sein ist schwer.

Die Feststellung

Wir sind nie zufrieden mit dem, was uns glücklich macht.
Nein.
Wir müssen immer auch noch das Beste haben.

Werte der Menschen

Vertrauen wird überbewertet.
Kontrolle ist besser.
Und funktioniert immer,
lässt uns nie im Stich,
enttäuscht uns nicht.
Wieso also vertrauen?

Freitag, 4. März 2011

Traurige neue Welt oder Die Guillotine

Wie kann es sein, dass wir im 21. Jahrhundert leben, uns als ach so fortschrittlich bezeichnen, wir von Menschenrechten reden, einen unstillbaren Wissensdurst haben, immer mehr erforschen und die Wissenschaft an ihre Grenzen treiben, wir Haustiere aus purem Vergnügen halten, unsere elektronischen Geräte verhätscheln - wie kann es sein, dass wir so sind, dass wir in einer Welt leben, in der alles möglich ist und dass die Todesstrafe trotzdem noch existiert? Und das nicht nur in den "zurück gebliebenen Ländern", nein, auch in Amerika, was sonst immer unser grosses Vorbild ist, zu dem wir aufschauen, dem wir alles abgucken und das unser Held ist, auch dort werden Menschen umgebracht, von anderen Menschen, und das ganze nennt sich dann auch noch legal und rechtens und pflichtbewusst.

Wie traurig ist das denn?

International

Äh...Russische Föderation? Besucht Gedanken - fetzen? Okay.

Donnerstag, 3. März 2011

Marsmännchen

Welche Leute aus Malaysia, Japan, Korea und Indonesien verirren sich auf meinen Blog??

Internationale Gäste, und das grade jetzt, wo ich mich so weltfremd fühle. Da arbeite ich bei der "Zeitung", sollte dem "Puls der Erde", oder besser gesagt der Gesellschaft, so nah wie noch nie sein - und doch fühle ich mich weltfremd. Ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass Menschen wie du und ich gerade über die Tunesische Grenze rennen und froh um ihr Leben sind. Ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass Menschen wie du und ich, also Menschen mit zwei Beinen und einer Nase und Haaren auf dem Kopf, dass solche Menschen andere umbringen, dass sie machthungrig sind und ein ganzes Land beherrschen wollen, dass sie sich ein Haus mit neun Badezimmern bauen. Ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass es im Moment kein wichtigeres Thema gibt, als die Echtheit diverser Doktorarbeiten oder die neue Frühjahrskollektion von Vögele, mit Til Schweiger und Penelope Cruz oder wem auch immer. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass gerade für jemanden eine Welt zusammen bricht, weil die grosse Liebe in Scherben auf dem Boden liegt.
Ich kann mich einfach nicht mehr in die Schicksale anderer Menschen hinein versetzen, es kommt mir alles so weit weg vor, teilweise zu grausam und abstrus, teilweise zu lächerlich um wahr zu sein.
Ich bin hier, und die Welt ist an einem ganz anderen Ort.
Scheiss Gefühl.

Dienstag, 1. März 2011

Wie geht's dir?

Ich fühle mich zu Hause,
und doch fehl am Platz.
Ich fühle mich gebraucht,
und doch so überflüssig.
Ich fühle mich gut,
und doch ist mir schlecht.
Ich fühle mich fit,
aber es dreht sich alles.
Ich fühle mich lebendig,
aber rundherum ist es kalt.
Ich fühle mich satt,
aber mein Magen knurrt.
Ich fühle das alles,
und doch kann ich nicht sagen,
wie es mir geht.

Sonntag, 27. Februar 2011

Unnötige Diskussionen

Hört auf zu philosophieren!
Wir werden den Sinn des Lebens niemals herausfinden, beziehungsweise werden wir ihn alle selbst finden müssen, er kann nicht erklärt werden. Wir werden niemals wissen, was nach dem Tod kommt - bis wir selber gestorben sind. Wir werden niemals beurteilen können, was richtig und falsch ist. Und wir werden niemals erfahren, was gewesen wäre wenn.
Machen wir uns doch nichts vor. Der Mensch ist nur ein kleines Spielzeug im Kinderzimmer des grossen Ganzen. Also hört auf, euch wegen solchen Sachen gegenseitig die Köpfe abzureissen. Was wir glauben ist unwichtig, nicht relevant. Was wir glauben, hat schlicht und ergreifend keine Bedeutung.
Deshalb sollten wir uns vielleicht den Dingen zuwenden, die wir verstehen, die wir beeinflussen können, an denen wir arbeiten und die wir lernen können. Den wirklich wichtigen Dingen.

Sonntag, 20. Februar 2011

dsmm

Ich würde so gerne gesellschaftskritisch schreiben. Oder zynisch den Politikern gegenüber. Oder ironisch, sarkastisch, treffsicher über all die Missstände in der Welt. Aber es gibt schon zu viele Gesellschaftskritiker. Zu viele, die Politiker parodieren oder mit ihren harten Worten Tatsachen hervor heben; Dinge, die nicht so sein sollten; Dinge, bei denen Menschen versagt haben.
Sollten wir nicht an unsere Politiker glauben? An unsere Welt? Sollten wir nicht hoffen, dass jeder sein Bestes tut, um die Erde am Drehen zu halten? Doch, das sollten wir. Wir sollten den Politikern danken, und nicht alles mies machen. Wir sollten an uns glauben. Nicht blauäugig, naiv, gutgläubig. Nur hoffnungsvoll, optimistisch und in der festen Überzeugung, dass es das Gute wirklich gibt.

Samstag, 19. Februar 2011

Eine Portion Hoffnung, bitte

"Die Hoffnung stirbt zuletzt." oder "Es ist aussichtslos - aber verlier nie die Hoffnung!" oder so etwas in der Art. Das hört man so oft. Immer wieder. Dabei ist Hoffnung doch eigentlich das schlimmste aller Gefühle, das grausamste. Hoffnung hängt mit Erwartungen und Vorfreude zusammen. Hoffen kann eigentlich nur schief gehen. Marie von Ebner-Eschenbach sagt zwar: " ,Und ich habe mich so gefreut!' sagst du vorwurfsvoll, wenn dir eine Hoffnung zerstört wurde. Du hast dich gefreut. Ist das nichts?" Wenn man sich dieses Zitat durch den Kopf gehen lässt, muss man schon sagen, dass sie irgendwie Recht hatte. Ich habe mich gefreut, und das ist sicherlich ein schönes Gefühl. Aber die Enttäuschung, die man danach empfindet, ist umso schlimmer. Meiner Meinung nach. Ganz nach dem Motto von Francis Bacon: "Hoffnung ist ein gutes Frühstück, aber ein schlechtes Abendbrot." Solange du noch Hoffnung hast, ist das ganz gewiss schön und gut. Du hast etwas, an das du dich klammern kannst. Doch sobald sie zerstört ist, verloren, unwiderruflich, sobald das passiert ist, ist es einer der schlimmsten Schmerzen, die man empfinden kann. Wieso also hoffen wir immer wieder aufs Neue, erwarten, freuen uns auf die Zukunft? Wo wir es doch eigentlich besser wissen sollten. Ist der Mensch von Natur aus ein Masochist?

Mittwoch, 16. Februar 2011

Bambis Musik

Um den katastrophalen Bambi-Text aufzuwerten folgen hier nochmal vier meiner favorisierten Lieder:

I believe.

Why does it rain?

Immer wieder schön.

Und Nummer vier wäre St. Ivan's school day von Bishop Allen, aber das finde ich einfach nicht...

Naja, ob das den Bambi-Eintrag so aufwertet... Egal. Ich mags. Retten wir die Welt.

Bambis Waldsterben

Vorhin habe ich Bambi geguckt. Teil 1 und 2. Es war ziemlich langweilig, da ich schon über fünf Jahre alt bin, deshalb habe ich nur die ersten 30 Sekunden der Kapitel geguckt. Meine Gedanken kreisten dabei unentwegt um das Thema "Waldsterben". Ein sehr wichtiges Thema, wie mein Mitbewohner findet. Ich kann das nicht einschätzen, ich habe wieder einmal keine Ahnung. Trotzdem habe ich die ganze Zeit über dieses Thema nachgedacht. Was eigentlich komisch ist - ich meine, wie kann man über ein Thema nachdenken, über das man absolut nichts weiss? Jedenfalls brannte dann plötzlich in Bambi der Wald ab. Ich glaube, das war Bambi 1. Vielleicht aber auch 2. Sogar Bambi beschäftigt sich mit diesem Thema. Dann muss es ja wichtig sein, oder?

Dienstag, 15. Februar 2011

YouTube Sei Dank

Da heute nichts konstruktives mehr kommen würde, nur drei "Musikempfehlungen".

Irgendwie sehr teenie- und pubertätsmässig, aber irgendwie so wahr - ich fühle mich jedenfalls total verstanden. Und ich würde sämtliche Fragen in den Strophen aus tiefstem Herzen mit JA beantworten.

Einfach schön.

Oha, Nummer drei ist mir entfallen. 

Doch noch was gefunden. I like him.

Sonnenanbeterin

Ist es nicht gemein, dass Gott etwas so schönes wie die Sonne erschaffen hat, wir Menschen aber niemals in der Lage sind, dieses Wunder in ganzem Ausmass zu betrachten? Wie oft habe ich schon probiert, diesen grossen gelben Ball anzugucken. Irgendwie zieht er meine Augen magisch an. So hell, so verschieden (gross und klein, von fast weiss über gelb und orange bis hin zu rot, ...), so warm, so beständig. So schön. Aber jedes Mal, wenn ich die Sonne anschauen will, blendet sie mich. Ich muss meine Augen zukneifen. Manchmal probiere ich, gegen die Sonne zu gewinnen. Dann gucke ich weiter, bleibe standhaft, so lange, bis ich Tränen in den Augen habe. Wenn ich meinen Blick dann abwende, sehe ich erst einmal nichts mehr. Ich bin sozusagen blind. Für ein paar Augenblicke ist da nur noch Licht, Helligkeit, Wärme. Wieso erschafft jemand etwas, was niemand richtig schätzen kann? Wäre ich ein Erfinder, würde ich doch etwas erfinden wollen, das die Leute benutzen können. Wäre ich ein Künstler, würde ich doch etwas schaffen wollen, das die Menschen anschauen oder anfassen können. Wäre ich ein Musiker, würde ich doch etwas spielen, das sie Welt hören kann. Wäre ich Gott, hätte ich eine Sonne gemacht, die die Menschen nicht immer wieder daran erinnert, dass sie eben doch nicht alles können. Wäre ich Gott, würde meine Sonne nicht verbrennen, blenden oder untergehen. Wäre ich Gott, würde meine Sonne wärmen, Licht spenden und keine Schatten verursachen. Doch zum Glück bin ich nicht Gott. Deshalb freue ich mich einfach so an seinem Werk, wie er es eben gemacht hat, und laufe ihm entgegen. Denn wer der Sonne entgegen läuft, lässt den Schatten hinter sich.

Montag, 14. Februar 2011

Was denkst du wohl?

Eigentlich, also offiziell, also theoretischerweise habe ich ja aufgehört, mich zu fragen, was wohl andere Menschen über mich denken. Aber irgendwie wäre es manchmal schon spannend, oder?

If I could see me through your eyes
If I could touch me with your hands
If I could smell me with your nose
What would I be like?
I’d like to know what you think
When you look at me
What do you see?

Waffenschutzinitiativen und deren Folgeaussagen

"Die bürgerlichen Frauen haben total versagt."
(CVP-Präsidentin Babette Sigg Frank, Werdenberger & Obertoggenburger vom Montag, 14. Februar 2011, S. 13)
Die Frauen haben TOTAL versagt. Nur weil manche Männer waffengeil sind, müssen die Frauen Vernunft und Engagement zeigen und dagegen ankämpfen? Nur weil fast 70 % der St. Galler Bevölkerung Nein sagt, haben die Frauen versagt? Nochmal, zum mitschreiben: Die Frauen haben versagt, weil die Männer ihre Waffen auf dem Nachttischlein liegen haben wollen. Aha.
In was für einer Welt wir doch leben.

Sonntag, 13. Februar 2011

Play with it - on Friday night.

Wow. Was für Erkenntnisse man nicht an einem Freitagabend haben kann. Bei mir waren das gleich zwei, ja, wirklich. Ich möchte euch daran teilhaben lassen:

  • Lehrer sind ja eigentlich da, um zu lehren. Doch manche (ich will keine Zahlen oder Namen nennen) Lehrer schaffen es auch, in uns eine grosse Leere zu schaffen, mit ihren Lehren. Dann lehren und leeren sie gleichzeitig, vermitteln eine Lehre und eine Leere. Bewundernswert, nicht? 
  • Die Wüste. Ein trockenes Gebiet, mit extremen Bedingungen (heiss / kalt), weit und breit nichts, grosse Leere. Wüste, ein Wort, das immer einen negativen Beigeschmack hat. Wüste - Sand, Tod, nur die Stärksten überleben, Täuschungen in Form von Fata Morganas (oder Morganen? Hm...) - kurzum, nicht wirklich ein sehr positives Wort. Und jetzt kommt der Clou: Man sagt ja "Oh, da isch aber wüescht!!" Etwas ist wüst. Schrecklich. Eklig. Sanft ausgedrückt "Nicht schön." Wüste - wüst! Daher kommts!

Herrlich, diese Wortspielereien... Auch wenn vor allem das Wüstenspiel nicht sehr hochstehend ist, und auch wenn das Lehrerspiel sicher schon 498 Menschen (Minimum) vor mir herausgefunden haben - ich hatte meinen Spass.

How to deal with...

Es gibt verschiedene Wege, wie man seinen Frust ablassen, seine Probleme und Sorgen ausblenden, seine Gedanken abstellen kann.

1. Wegschlafen. Keine Garantie, schliesslich gibt es merkwürdige Menschen die träumen, aber trotzdem, der Schlaf kann vieles von uns nehmen.

2. Weglachen. Sicherlich gesund und lustig, doch ob es auf die Dauer wirklich funktioniert...fraglich.

3. Wegtrinken. Euch ist vermutlich klar, dass damit nicht Wasser gemeint ist. Mir persönlich gefällt diese Möglichkeit langfristig gesehen überhaupt nicht. Suchtpotenzial, teuer, Verlust der Gesundheit, des Verstandes und der Zurechnungsfähigkeit, der schreckliche Morgen danach - nein.

4. Wegessen, Wegrauchen/-jointen/-schnupfen/-drögeleren, Wegritzen, Weg-irgendwas. Hat alles mehr Nach- als Vorteile, tut alles auf die Dauer nicht gut und verlagert den Frust, die Probleme und Sorgen bzw. die Gedanken nur.

5. Zudecken. Mit Musik, mit Texten, mit Unternehmungen, mit Arbeit, mit anderen Menschen, mit aktiv und unterwegs sein. Keine Zeit für gar nichts hat nämlich genau diesen Vorteil: Keine Zeit für gar nichts - also auch keine Zeit zum frustriert sein, um Probleme und Sorgen zu überdenken, um überhaupt zu denken.

6. Wegreden. Ganz viel darüber reden und diskutieren, Lösungen suchen, finden und wieder verwerfen, Gedanken austauschen und so weiter. Reden ist gut. Zuviel reden ist gefährlich.

7. Wegrennen. Nicht vor den Problemen, Sorgen, Gedanken wegrennen. Nein, nur eine Pause errennen. Man kann sozusagen alles hinter sich lassen. Alles verschwimmt. Keine klaren Konturen mehr. Nur noch ein Schritt um den anderen, man weiss genau, wie es geht und wohin es geht. Im Gegensatz zu so oft im Alltag, wo man keine Ahnung von nichts hat. Dazu kommt das regelmässige Atmen. Mit der Zeit spürt man die Kälte und den Wind nicht mehr, sondern nur noch die Gelenke und Muskeln, die sich spannen, die abfedern, die mich vorwärts bringen. Sie brennen. Sie brennen sehr, und man würde am liebsten aufhören. Doch man tut es nicht. Man läuft weiter, lässt Menschen, Häuser, Bäume, Wiesen vorbeiziehen, schaut auf die Kieselsteinchen am Boden oder auf die Wolken am Himmel, aber sieht sowieso nichts. In diesem Zustand könnte man ewig weiterrennen, hat das Gefühl, unendliche Kräfte zu haben, alles zu schaffen, alles zu ertragen, alles zu können. In diesem Zustand haben Frust, Probleme, Sorgen oder einfach nur Gedanken keinen Platz. Man nennt das wohl auch "Runners High". 

Wie auch immer, tut was ihr wollt, es gibt sowieso noch 1000 weitere Möglichkeiten. Ich finde momentan Punkt 7 am ansprechendsten. Probiert's aus.

Blingg Blingg

Jetzt starre ich schon seit einer Viertelstunde
auf das blinkende schwarze Strichlein.
blink - blink - blink - blink - blink
Neben mir liegt der Zettel mit den Notizen
Notizen, die in Texte umgewandelt werden wollen.
Aber ich bin zu fasziniert von dem schwarzen blinkenden Stichlein
blink - blink - blink - blink - blink
Fast schon wie eine Lasershow. Ok, nicht ganz. Fast eben.
Schon klar, die Farbe fehlt, die laute Musik fehlt,
das "Mit-dem-Lichtstrahl-herumgewirble" fehlt. Aber dieses
blink - blink - blink - blink - blink
Es raubt mir noch den Verstand.
(JA, ich besitze Verstand, für diejenigen unter euch, die daran zweifeln sollten.)
Ich kann meine Augen nicht lösen.
Kurz gesagt, ich bin wieder einmal angefüllt mit Leere.
Deshalb gehe ich am besten zuerst einmal frühstücken.
Dann ist wenigstens ein Teil von mir nicht mehr leer.
See you soon, then.
Und nein, ich esse keine Wiener Würstchen.
(Verzeiht, der Restalkohol.)

Freitag, 11. Februar 2011

Aufruf zum Flashmob

Hey, ihr alle da draussen, kommt, wir machen einen Flashmob!! Und zwar von jetzt an bis in alle Ewigkeit. Alle legen ihre Schale ab und sind, wie sie sind. Ok? Also, Achtung, fertig, LOS!!!!

Wir haben zwar keinen "Soundtrack fürs Leben" (leider), aber wenigstens manchmal für gewisse Situationen ein passendes Lied. Wie jetzt zum Beispiel:

Donnerstag, 10. Februar 2011

Was ich mal werden will

Warum denkt man - pardon - denke ich so oft "Später, wenn mein Leben dann anfängt, also wenn ich ein Haus und ein Auto hab, und natürlich einen Mann, vielleicht sogar ein Haustier, wenn mein eigenes Sofa im Wohnzimmer steht und ich eine Kücheneinrichtung kaufen gegangen bin, wenn schicke, elegante Kleider anziehe und frische Blumen kaufe wann immer ich will, um mein Heim zu schmücken, um jemandem eine Freude zu machen, oder auch einfach nur für mich. Eben, wenn mein Leben angefangen hat, dann..."
Ist das nicht lächerlich? Ich lebe doch schon längst! Oder kann man das etwa nicht als ein Leben bezeichnen, wenn man nur ein Zimmer und ein Fahrrad hat, wenn das Haustier eine Spinne oder Fliege ist, wenn ich mir eine Teekanne im Brockenhaus kaufen gehe und nachher total stolz bin darauf, wenn ich kein Sofa habe sondern nur einen Stuhl, der Rest muss auf dem Bett sitzen, wenn ich eben nur drei Paar Hosen habe und nicht zehn, noch dazu alles Jeans, und by the way JA, ich habe eine Winterjacke, na und?, wenn ich mir die Blumen nur angucke und denke "Ich würde gerne", aber wenn ich das letzte Geld dann doch lieber für einen Kinoeintritt ausgebe, der teuer ist, weil ich keine Cinecard habe, die ich gerne haben würde, die ich mir aber erst später kaufe, wenn ich erwachsen bin, wenn mein Leben angefangen hat, wenn ich noch Vollzeitlerner bin und keine Geschäftsmeetings habe, wenn ich immer noch lieber mit Schampus anstosse und etwas erlebe anstatt mit Rotwein im Glas den alten Zeiten nachzuhängen, ist denn all das kein Leben? Ist das nicht lebendig?
Viele der aufgezählten Punkte sind sowieso nur durch "haben" definiert. Oder machen. Dabei mache ich doch schon jetzt, was ich für richtig halte, oder etwa nicht?
Weshalb denkt man, und ja, ich glaube, das tun die meisten, weshalb denkt man so oft an das, was kommen wird? Oder eben an das, was war, wenn man denkt, dass man nicht mehr so viel hat, das kommen wird? Wieso ist man so wenig im Moment anwesend?

Alltag

Wenn man morgens noch vor dem Aufstehen Wäsche aufhängt,
danach fast von einer Schranke erschlagen wird,
wenn man über Chinchillas, Schlagersterne und CD-Verlosungen schreibt,
und nebenbei noch ein Kännchen Tee kocht,
wenn man um viertel vor zwölf ins Kino geht,
mit einer, die gerade aus Rom kommt,
wenn man einen Kompostberater hat,
und trotzdem lieber Eiscreme isst,
wenn man um Lohn streitet,
den man durch den Verkauf von ENGELN verdient hätte,
wenn man im Februar Menschen im T-Shirt sieht,
und zu Hause ein Couchtisch auf Bierflaschen steht,
wenn die Blätterspitzen der Büropflanzen braun werden,
obwohl man doch regelmässig Flüssiges dran kippt,
wenn man so viel redet und sich doch nicht versteht,
und am Schluss alle rufen "Wieso hast du nichts gesagt?",
wenn das Handy überfordert ist,
und ich auch,
dann nenne ich das merkwürdig,
komisch,
strange
oder einen ganz gewöhnlichen Tag
in meinem Leben.

Mittwoch, 9. Februar 2011

Backe Backe Kuchen

Es gibt verschiedene Arten von Menschen.
Die einen leben nach den Prinzipien "If tomorrow never comes" und "Geniess das Leben, solange du kannst" und "Wenn nicht jetzt, wann dann?".
Die anderen leben eher im Stil von "Später werde ich..." und "Morgen ist auch noch ein Tag" und "Wenn ich dann, in ein zwei drei Jahren, ...".
Natürlich gibt es noch viel mehr verschiedene Typen. Man könnte das Ganze auch so beschreiben: Man steht in der Küche und bäckt einen Kuchen. Dafür benötigt man ein halbes Päckchen Vanille-Zucker. Nun gibt es ganz verschiedene Möglichkeiten:

1. Man hat keinen im Haus und bäckt den Kuchen ohne.
2. Man hat keinen im Haus und bäckt deshalb gar keinen Kuchen.
3. Man hat noch genau ein halbes Päckchen.
4. Man hat noch genau ein halbes Päckchen, will dieses aber nicht verwenden, da man danach ja keinen Vanille-Zucker mehr hat, und da man ja mal welchen brauchen könnte.
5. Man hat ein oder mehrere Päckchen Vanille-Zucker zu Hause. Man schüttet ein bisschen mehr als die Hälfte in den Kuchenteig, der Kuchen soll ja auch gut schmecken und vielleicht bäckt man so lange nicht mehr, dass der Vanille-Zucker schlecht wird. Also lieber mehr als die Hälfte verwenden.
6. Man hat ein oder mehrere Päckchen Vanille-Zucker zu Hause. Man schüttet ein bisschen weniger als die Hälfte in den Kuchenteig, zu viel Zucker ist sowieso ungesund. Ausserdem könnte man den Rest ja irgendwann einmal brauchen, und dann will man sicher genug übrig haben.
(Punkte 5 und 6 können auch unbewusst passieren - das wird hier nicht berücksichtigt, Bewusstsein - Unterbewusstsein -- am Schluss ist es doch der MENSCH, der handelt.)
7. Man hat ein  Päckchen Vanille-Zucker zu Hause. Man schüttet das ganze Päckchen in den Teig, damit man keine unnötigen Reste hat.
8. Man hat mehrere Päckchen Vanille-Zucker zu Hause. Man schüttet ein ganzes Päckchen in den Teig, er soll ja auch schön süss sein, man will keine angefangenen Beutelchen haben und man hat ja sowieso genug.

Mit Sicherheit gibt es noch eine ganze Menge weiterer Möglichkeiten, wie man in dieser simplen Situation verfahren könnte. Und je nach Verhaltensweise könnte man den Charakter und Lebensstil eines Menschen herauslesen. Die "Was du heute kannst besorgen...", die "Ich würde gerne..." und so weiter. Was für eine Art Mensch bist du? Was würdest du in der Vanille-Zucker-Situation tun?

morning has broken

bicycling
in the morning
when the sun rises
is one of the most beautiful things
you can do
to wake up

waving hair
wind on your skin
and tears in your eyes
all alone
on the street
a fast ride

Dienstag, 8. Februar 2011

Pause

Immer öfter habe ich das Gefühl, dass schon alles gesagt ist, was man sagen kann.
Dass schon alles gesungen wurde, worüber man singen sollte.
Dass schon alles komponiert wurde, was wir spielen wollen.
Dass schon alles getan wurde, was man tun muss.
Dass schon alles ausgetestet wurde, was wir austesten dürfen.
Dass schon alles in Worte gefasst wurde, was es wert wäre, in Worte zu fassen.
Dass schon alles geschrieben wurde, was mir einfällt.

Ich glaube, in solchen Momenten ist wieder einmal das Schweigen an der Reihe.

Montag, 7. Februar 2011

Grenzkontrolle

Du wünschst dir grenzenlose Freiheit?
Dann lös doch schon einmal die Grenzen auf, die du beseitigen kannst.
Hör auf, in Nationalitäten zu denken, sondern denk in den Einheiten "Mensch" oder "Lebewesen". Hör auf, in Hab und Gut zu denken, sondern denk in einer einzigen Sparte "Alle sind geliebt und willkommen". Hör auf, in gut und böse zu denken, sondern denk in Taten, Auslösern und Zielen. Hör auf, in gesund und krank zu denken, sondern denk in lebendig. Hör auf in normal und anders zu denken, sondern denk in Individualität. Hör auf, in du und ich zu denken, sondern denk im wir. Hör auf mit der Schubladenwirtschaft, spreng die Grenzen und erlebe echte Grenzenlosigkeit.

Sonntag, 6. Februar 2011

Spezien

Für euch gibt es nur
Ossis und Wessis,
Russen und Amis,
Friesländer und Schweizer.

Wo bleiben da die Menschen?

Samstag, 5. Februar 2011

Blind vor "Klugheit"

Wie kannst du nur so dasitzen und über unsere Gesellschaft lästern,
und dabei in Selbstgefälligkeit baden?
Siehst du nicht, wie lächerlich das ist?
Siehst du nicht, dass du dich über dich selber lustig machst,
wenn du über Menschen lachst, die alles besser wissen?
Siehst du nicht, dass auch du nichts gelernt hast,
dass wir alle (mehr oder weniger) gleich dumm und eingebildet sind?
Siehst du nicht, dass auch bei uns wieder und wieder die gleichen Fehler passieren werden, weil wir einfach nicht einsehen wollen, dass wir eben nur Menschen sind?
Siehst du nicht, dass du dich für etwas Besseres hältst, dich über andere stellst, und dabei vollkommen vergisst, dass wir doch alle gleich sind, und dass wir alle willkommen sind?
Wie kannst du denn nur so überheblich sein.

Gegensätze

"Dafür bist du noch zu jung."
Vielleicht bin ich das.
Vielleicht bist du aber auch einfach nur zu alt.

Freitag, 4. Februar 2011

Von Urwaldmenschen und Sattmachern

Die Frage nach dem Warum. Ich persönlich habe sie mir weitgehend verboten. Früher war es meine Lieblingsfrage: Warum fallen die Wolken nicht vom Himmel? Warum wissen auch Erwachsene nicht alles? Und warum hat man manche Menschen lieber als andere? Doch mit der Zeit musste ich feststellen, dass mir niemand befriedigende Antworten auf das Warum geben konnte. Das kann wirklich sehr deprimierend sein - man sucht etwas, investiert viel Zeit und Energie und heraus kommt - nichts.
Da tritt nun die Frage auf, ob das so einfach geht - man fragt nach dem Warum, bekommt keine Antwort und ignoriert es deshalb, lässt es aus, streicht es. Wenn man also träumt, sich die Träume aber nie erfüllen (oder zumindest nicht so, wie wir es uns erhofft hatten), sollten wir dann einfach aufhören zu träumen? Oder wenn ich mein Osternest nicht finde, sollte ich dann einfach aufhören zu suchen und das Osterfest ignorieren? (Nur schon wegen der freien Tage - Karfreitag und Ostermontag - wäre das ja schade.)
Doch andererseits: Wenn ich immer etwas hinterher renne, das ich niemals bekommen kann; wenn ich die Antwort, die Lösung manchmal schon fast berühren kann und doch nie ganz, sollte ich dann trotzdem noch weitermachen? Oder anders gesagt, wenn mein Wissenshunger immer ungestillt bleiben wird, sollte ich trotzdem noch Menükarten und Kochbücher angucken? Wo ich doch genau weiss, egal was ich bestelle, egal was ich mir koche, es wird mich niemals zufrieden stellen, es wird mich niemals satt machen.
Ich glaube, da beschränke ich mich doch einfach auf ein Gericht, von dem ich weiss, dass es mir einigermassen schmeckt. Auf eine einzige Frage, von der ich die Antwort zu kennen glaube.

"Warum warum warum,
ist die Banane krumm?"

"Weil niemand in den Urwald zog
und die Banane gerade bog!"

Reicht doch, oder?

That's my place oder Von Ehrgefühl und Weihnachtskarten

Das hier ist primär für mich. Der ganze Blog. Die ganze Schreiberei. Ich bin niemandem zu irgendetwas verpflichtet, ich schreibe für niemanden, niemand muss es lesen. Das sind Tatsachen, und ich liebe diese Tatsachen, denn so kann ich beispielsweise Diskussionen zu Ende führen, die im wirklichen Leben vielleicht nur kurz angesprochen wurden. Diskussionen, in denen ich meinen Standpunkt nicht klar machen konnte. Diskussionen, die mit Sätzen wie "Dafür bist du noch zu jung." endeten. Niemand kann mich hier unterbrechen, ich darf mich auslassen wie ich will, meine Gedanken ordnen und alles loswerden, ohne Unterbrechung, altersunabhängig, zu jedem beliebigen Thema. Und natürlich laufe ich hier auch nicht Gefahr, jemanden meinerseits zu unterbrechen. Schliesslich bin ja auch ich nicht fehlerlos (leider. oder leider! oder leider?).

Nun zum Diskussionsthema. Es geht darum, ob Verwandte an bestimmten Anlässen zu erscheinen haben. Ob ich also an die Hochzeit meines Bruders gehen muss, obwohl ich ihn schon seit über sechs Jahren nicht mehr gesehen habe. Muss ich? Obwohl ich nicht will, obwohl wir uns nichts zu sagen haben, obwohl wir absolut nicht auf einer Wellenlänge liegen? Oder muss ich meinen Eltern eine Weihnachtskarte schicken, obwohl wir das ganze Jahr hindurch nie miteinander reden? Muss ich ihnen ein "frohes, gesegnetes Fest" wünschen?
Nein, muss ich nicht. Ich bin für Ehrlichkeit. Für Transparenz. Für aufrichtig gemeinte Worte. Und ich bin gegen Taten aus Pflichtgefühl. Denn diese Taten, diese Worte, diese Besuche haben etwas unehrliches, gezwungenes, vorgespieltes an sich. Heuchelei. Damit tut man weder sich selber, noch der anderen Seite einen Gefallen. Was soll jemand an einem Ort, an dem er gar nicht sein will, mit Leuten, denen er nichts zu sagen hat? Seine Pflicht erfüllen?
Wir leben im 21. Jahrhundert, wo der Begriff "Familie" nicht mehr das bedeutet, was es vielleicht einmal bedeutet hat. Wir leben im 21. Jahrhundert, wo alles und jeder nach Freiheit strebt, nach Selbstverwirklichung. Da hat gesellschaftliches Pflichtgefühl einfach keinen Platz. Und wenn ich ganz ehrlich bin: Ich möchte auf gar keinen Fall, dass irgend jemand an mein Geburtstagsfest oder meine Hochzeit kommt, dass mir irgend jemand eine Karte schreibt oder anruft, nur weil er denkt er muss. Nur weil er denkt, dass "man das halt so macht".
Lasst es bleiben. Es ist Zeitverschwendung, für beide Seiten.

Donnerstag, 3. Februar 2011

Danksagung

Schweizer sind schon komisch. Zuerst bekommt man zu hören, dass man ein undankbarer Mensch sei und dass man sich gefälligst für alles und jeden (Eigentlich passt "jeden" hier ja nicht, aber "für alles und alles" klingt irgendwie auch komisch...) zu bedanken hätte.
Man tut dies.
Und bekommt nun wiederum zu hören, dass man also nicht für all die kleinen "Sächeli" Danke sagen müsse, das sei ja selbstverständlich, nur bei etwas Grossem, also wenn jemand am Sonntag etwas für einen tun würde, dann müsse man sich ausdrücklich bedanken.
Aha.
Vielleicht könnten in Zukunft all jene einen gelben Zettel in die Höhe halten, die ein Danke hören wollen, und all jene einen marineblauen, die darauf verzichten.
Schliesslich soll doch niemandem ein Danke zu Ohren kommen, der dies gar nicht hören will...

Mittwoch, 2. Februar 2011

1, 2, 3

Würde ich Englisch reden, würde ich sagen: "Wow, strange!" Hättest du dasselbe erlebt wie ich heute morgen, würdest du mir zustimmen. Ich verliess nämlich das Haus und hatte innerhalb der nächsten neun Minuten drei merkwürdige Begegnungen.

Nr. 1: Ich rannte zur Bushaltestelle, der Bus fuhr ab, ohne mich, und ich lief zurück zur Wohnung, um das Fahrrad zu nehmen. Ein Mann, der in der gleichen Richtung unterwegs war, hatte das Gefühl, er müsse mich aufbauen.
"Sie können auch den und den Bus nehmen und dort und dort umsteigen und dann..."
"Danke, ich nehm das Fahrrad."
"Regen Sie sich nicht auf, es gibt schlimmere Dinge im Leben."
"Äääh...ich rege mich nicht auf?! Ich sollte vielleicht einfach pünktlich gehen, dann würde ich den Bus nicht immer verpassen."
"Ah ja, das stimmt natürlich. Schönen Tag wünsche ich Ihnen."

Nr. 2: Ich entschied mich doch gegen das Fahrrad, machte rechtsum kehrt und ging zurück zur Bushaltestelle. Da kam ein Bus aus der entgegengesetzten Richtung angefahren. Weil ich ja sowieso nur warten musste, guckte ich in der Gegend umher, wie man das halt so macht. Anscheinend habe ich nicht sehr glücklich ausgesehen, denn der Busfahrer winkte mir zögerlich, mitleidig und irgendwie bedauernd zu. Es würde mich ja schon brennend interessieren, was er in diesem Moment dachte...

Nr. 3: Ich stand immer noch an der Bushaltestelle. Da kommt ein Mann, hält mir eine Karte unter die Nase (also ja, "Karte"... Google Maps, ausgedruckt) und sagt: "Da muss ich hin." Mit "da" meinte er, glaube ich, das rot eingekreiste Gebäude. Ich schickte ihn irgendwo lang, ich hoffe, er kam irgendwann an...aber wer fragt schon jemanden, der erst zwei Wochen in dieser Stadt wohnt?

Drei Männer, drei "Gespräche", drei mal drei Minuten am 2. Februar.

Dienstag, 1. Februar 2011

Verspreche(n)(r)

Versprechen. Wenn ich jemandem etwas verspreche, dann setzte ich mich zu 200 % dafür ein, dass ich es auch halten kann. Sonst würde ich es nicht versprechen. Sonst würde ich sagen: "Ich werde es versuchen, aber versprechen kann ich nichts."
Wenn mir andere Leute etwas versprechen, dann gehe ich immer davon aus, dass dieses Versprechen auch gehalten wird. Und ich bin immer wieder aufs Neue verwundert, wenn es jemand bricht. Wieso verspricht man etwas, wenn man sich nicht sicher ist, ob man es halten kann? Andererseits - wieso bin ich eigentlich so erstaunt? Schliesslich heisst es ja versprechen. Man verspricht sich. Man sagt etwas Falsches. Ich glaube, ich sollte mir einfach angewöhnen, Versprechen nicht so ernst zu nehmen. Denn vielleicht waren es ja auch nur Versprecher. Wer weiss.

Was ich gelernt habe

1. Wir sind ein Wohlfühlblatt, kritisches Denken ist strikt verboten.
2. Ironie sollte ein Fremdwort für Journalisten sein - ein absolutes NO-GO.
3. Du hast eine Pinnwand. Aus Ermangelung einer Aufhängvorrichtung an der Wand steht sie auf dem Boden. Das findet dein Bürokollege gar nicht schön. Du sollst den Hausmeister bitten, sie aufzuhängen. Das tust du auch. Nach einer Woche begrüsst dich der Bürokollege mit den Worten: "Wieso steht denn die Pinnwand immer noch da rum?" "Guten Morgen...ja, ich bin auch gut aufgestanden und wie geht es dir...?" Wie auch immer, du rufst also den Hausmeister an, um ihn nochmals an die Pinnwand zu erinnern. Du sagst freundliche "Guten Morgen" und trägst dein Anliegen vor, als er dich forsch unterbricht und in einer Lautstärke redet, als müsse er von Amerika nach Australien schreien - in östlicher Richtung. "Was fällt dir eigentlich ein, wir haben auch noch andere Arbeit zu tun..." Ab jetzt ist es gelaufen. Egal was du sagst, ob "Ich wollte nur nicht, dass es vergessen geht." oder "Das ist mir klar, ich schätze Ihre Arbeit sehr!" oder "Mein Bürokollege nervt sich an der Pinnwand." oder "Lassen Sie sich ruhig Zeit, es drängt nicht." oder "Der Himmel ist grüngelbviolett."  - egal was du sagst, er hört dir nicht mehr zu. Nachdem du noch zwei weitere Minuten angehört hast, wie viel der Hausmeister doch zu tun hat, wie wichtig sich die Leute mit ihren Problemchen nehmen würde und was für eine idiotische Aufgabe das Aufhängen einer Pinnwand ist, wünschst du ihm noch einen schönen Tag und legst den Hörer einfach auf. Danach lehnst du dich in deinen Sessel zurück und denkst: "Oh happy day - wo bist du nur hin?"
4. Es gibt inzwischen sehr bequeme Bürostühle - die man nach Belieben in eine Liege umwandeln kann...Sehr gefährlich an müden Tagen.
5. Das Vegi-Menü beinhaltet jeden zweiten Tag Mohrrüben.
6. Muss man am Computer arbeiten, kann man auch viel anderes machen.
7. Zeitung lesen macht Spass.
8. Interviewfragen für einen Mr. Gay Kandidaten zu finden ist schwer.
9. Ein Büro ohne Pflanzen ist schrecklich.
10. Die Zeitungsindustrie ist der grösste Papierverschwender überhaupt.